Knight Frank Wealth Report 2026 Deutschland abgehängt: Wo die Zahl der UHNWIs wirklich steigt

Das Cover des Wealth Management Reports 2026 von Knight Frank.

Das Cover des Wealth Management Reports 2026 von Knight Frank. Zum Jahresende wird es damnach unter anderem erstmals über 10.000 Family Offices geben. Bildquelle: Knight Frank

Trotz geopolitischer Verwerfungen, Inflation und Zinswende ist die Zahl der Ultra-Wohlhabenden weltweit in den vergangenen fünf Jahren markant gestiegen. Das zeigt der Wealth Sizing Model 2026 des britischen Immobilien- und Beratungsunternehmens Knight Frank – in seiner Jubiläumsausgabe zum zwanzigsten Mal erschienen. Die Kernbotschaft: Privates Kapital erweist sich als außerordentlich resilient.

Zwischen 2021 und 2026 stieg die Zahl der UHNWIs – Personen mit einem Nettovermögen ab 30 Millionen US-Dollar – von 551.435 auf 713.626. Das entspricht einem Zuwachs von 162.191 Personen in nur fünf Jahren, oder 89 neuen UHNWIs täglich, irgendwo auf der Welt. Liam Bailey, Global Head of Research bei Knight Frank, nennt Gewinne aus der Tech-Branche und künstliche Intelligenz als zentrale Treiber dieser Entwicklung.

Drei Regionen dominieren die globale Vermögenslandschaft: Nordamerika führt mit einem Anteil von 37,0 Prozent an der weltweiten UHNWI-Bevölkerung, Asien-Pazifik folgt mit 30,7 Prozent, Europa mit 25,8 Prozent – 183.953 Personen. Bis 2031 wird der nordamerikanische Anteil voraussichtlich auf 42,6 Prozent steigen, während Europa auf 22,7 Prozent und Asien-Pazifik auf 28,7 Prozent zurückfällt. Als einzige Region hält der Nahe Osten seinen globalen Anteil stabil bei 3,1 Prozent.

USA dominieren – auch absolut

Die USA nehmen eine Sonderstellung ein. 41 Prozent aller zwischen 2021 und 2026 hinzugekommenen UHNWIs verzeichneten die Vereinigten Staaten. Der US-Anteil an der globalen UHNWI-Bevölkerung kletterte damit von 33 auf 35 Prozent – und soll bis 2031 weiter auf 42,6 Prozent steigen. Bis dahin werden die USA 136.070 neue UHNWIs verzeichnen – mehr als ganze Weltregionen zusammen aufweisen.

Deutschland im globalen Vergleich: Absolut stark, relativ schwach

Auch in Deutschland stieg die Zahl der UHNWIs deutlich – von 28.942 im Jahr 2021 auf 38.215 im Jahr 2026, ein Plus von 32 Prozent. Bis 2031 prognostiziert Knight Frank einen weiteren Anstieg auf 47.004, was einem Zuwachs von 23 Prozent entspricht.

 

Das Bild ist dabei zweigeteilt. Absolut betrachtet zeigt Deutschland eine bemerkenswerte Stärke: Mit einem Zuwachs von 8.789 Personen bis 2031 belegt der Standort beim absoluten Zuwachs Rang 4 weltweit – hinter den USA (136.070), China (22.925) und Australien (9.635), aber noch vor Indien, Kanada und allen anderen europäischen Märkten. Frankreich verzeichnet einen Zuwachs von 3.185, das UK von 3.066, die Schweiz von 2.114.

Tabelle 1: Zahl der UHNWIs 2026–2031 – absoluter Zuwachs (Top 20)

Rang Land 2026 2031 (P) Zuwachs
1 USA 251.352 387.422 136.070
2 China 121.677 144.602 22.925
3 Australien 16.460 26.095 9.635
4 Deutschland 38.215 47.004 8.789
5 Indien 19.877 25.217 5.340
6 Kanada 12.920 16.796 3.876
7 Schweden 6.845 10.633 3.788
8 Singapur 7.171 10.495 3.324
9 Frankreich 21.518 24.703 3.185
10 Indonesien 3.833 6.966 3.133
11 UK 27.876 30.942 3.066
12 Saudi-Arabien 4.388 7.162 2.774
13 Japan 18.914 21.634 2.720
14 Schweiz 17.692 19.806 2.114
15 Polen 3.017 4.906 1.889
16 VAE 4.851 6.588 1.737
17 Israel 5.462 6.889 1.427
18 Italien 15.433 16.667 1.234
19 Spanien 9.186 10.169 983
20 Norwegen 2.460 3.296 836

Quelle: Knight Frank Wealth Sizing Model 2026.

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