Der weltweite Markt für Luxuswohnimmobilien ordnet sich neu – und die traditionellen Zentren verlieren dabei an Boden. Das ist der Kern des Residence Report 2026/27, den die Beratungsgesellschaft Knight Frank jährlich vorlegt. Am deutlichsten zeigt sich die Verschiebung bei den Super-Prime-Verkäufen, also bei Wohnobjekten ab einem Wert von zehn Millionen US-Dollar. Dubai führt dieses Ranking mit einem aggregierten Verkaufswert von 10,5 Milliarden US-Dollar (zwölf Monate bis zum zweiten Quartal 2026) inzwischen deutlich an – vor New York (6,8 Milliarden) und Hongkong (5,4 Milliarden). London, jahrzehntelang der Maßstab des Segments, ist im selben Zeitraum von 5,8 auf 3,3 Milliarden US-Dollar zurückgefallen und landet nur noch auf Rang 4.
Auch beim Preiswachstum liegen die Aufsteiger vorn: Über fünf Jahre bis zum ersten Quartal 2026 verzeichnete Dubai ein Plus von 180,7 Prozent, gefolgt von Tokio (126,4 Prozent) und Manila (91,8 Prozent). Die klassischen Drehkreuz-Städte tauchen in dieser Spitzengruppe kaum noch auf.
Vom Zentrum an die Küste
Parallel verlagert sich das Geschehen aus den Metropolen heraus. Aufstrebende Resortlagen holen preislich zu etablierten Städten auf: Marbella erreicht mit bis zu 2.700 US-Dollar je Quadratfuß inzwischen das Niveau von Madrid. Käufer seien zunehmend bereit, für hochwertige Lifestyle-Lagen städtische Preise zu zahlen, heißt es im Report.
Der Treiber: mobile, steuergetriebene Vermögen
Hinter der Verschiebung steht die gestiegene Mobilität sehr vermögender Käufer. Deren durchschnittliches Immobilienportfolio ist laut Knight Frank in weniger als einer Dekade von 2,9 auf 3,8 Objekte gewachsen – das Einzelheim weicht einem Leben mit mehreren Wohnsitzen. Wo diese Käufer sich niederlassen, entscheide zunehmend zuerst das Steuer- und Nachfolgerecht und erst danach der Lebensstil, wird Rupert Dawes, Global Head of Residential (Leiter des globalen Wohnimmobiliengeschäfts) bei Knight Frank, sinngemäß zitiert.