Studie der Universität Zürich Kleine Schweizer Banken sind gefährdet

Davos in der Schweiz: So idyllisch sieht es in der Vermögensverwalterbranche nicht aus. (Foto: Getty Images)

Davos in der Schweiz: So idyllisch sieht es in der Vermögensverwalterbranche nicht aus. (Foto: Getty Images)

Schweizer Banken verwalteten 2012 mehr Vermögen als im Vorjahr. Gleichzeitig belasten die krisenbedingt geringen Umsätze und die niedrigen Zinssätze den Ertrag, während die Kosten weiter hoch sind. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis bleibt somit kritisch, wie die Universität Zürich jetzt in einer Studie zum Private Banking feststellt.

Die internationalen Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung und der Druck auf das Offshore-Geschäft wirken sich zusätzlich negativ auf die Schweizer Vermögensverwaltungsbranche aus. Ebenso wie der Datendiebstahl und die Angst, Kundenbeziehungen könnten enthüllt werden. Die Schweizer Banken können laut Studie deshalb nicht mehr nur preisunempfindliche Kunden betreuen, sondern müssen ihr Klientel erweitern.

Besonders kleine Schweizer Banken schnitten in der Studie bei den Erträgen pro Mitarbeiter und den Kosten-Ertrags-Verhältnissen schlecht ab. Die Kosten sind hier langfristig zu hoch, sodass sie gezwungen sein könnten, sich mit anderen Banken zusammenzuschließen.

Aber auch die größeren Banken in der Schweiz könnten laut Studie ihre Kosten noch senken, indem sie sogfältig wählen, welche Arbeiten sie selbst erledigen und welche sie auslagern. Im Asset Management wäre ebenfalls noch Luft nach oben, wenn die schweizerische Stempelsteuer abgeschafft und das Land vollen Zugang zu den europäischen Märkten erhalten würde.

Das Fazit der Studie: Schweizer Vermögensverwaltungsbanken müssen in die Gänge kommen und neue Prioritäten setzen. Sie sollten ihre Geschäftsmodelle in Richtung steuerehrlicher und renditebewusster Kundschaft ändern und ihren Kostendruck in den Griff bekommen.