Deutsche Bank, Barclays, HSBC, Société Générale, Nova Scotia Klage wegen Manipulation beim Goldpreis

Der New Yorker Kevin Maher, der nach eigenen Angaben Gold, Gold-Optionen und Gold-Futures kauft und verkauft, berief sich bei seiner Klage gegen die Banken, die am Londoner Gold-Fixing beteiligt sind, auch auf verschiedene Medienberichte.

Bloomberg News hatte in der vergangenen Woche über den Entwurf einer wissenschaftlichen Studie berichtet, die zum ersten Mal die Frage aufwarf, ob die am Gold-Fixing beteiligten Banken - darunter auch Bank of Nova Scotia, HSBC Holdings und Société Générale - aktiv zusammengearbeitet haben, um die Benchmark zu manipulieren. Ergebnis der noch nicht veröffentlichten Studie: Wahrscheinlich über ein Jahrzehnt haben beteiligte Banken den Preis manipuliert.

Derzeit untersuchen weltweit Behörden, die sich bereits mit der Manipulation von anderen Benchmarks wie Zinssätzen und Devisenkursen beschäftigen, den Goldmarkt auf Anzeichen von Fehlverhalten.

Die Deutsche Bank hatte im Januar mitgeteilt, sie werde sich nicht mehr am Preis-Fixing für Gold und Silber beteiligen. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin befragte Mitarbeiter der Bank im Zusammenhang einer Untersuchung über die potenzielle Manipulation der Gold- und Silberpreise. Auch die britische Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority befasst sich damit, wie die Preise berechnet werden.

Kläger Maher versucht den Status einer Sammelklage zu erhalten, für alle Investoren, die seit 2004 bis heute Gold oder Gold-Derivate hielten oder handelten, deren Preise auf dem Gold- Fixing beruhten, oder die Comex-Gold-Futures oder Gold-Optionen besaßen oder handelten.

„Wir halten diese Klage für unbegründet und werden uns energisch dagegen wehren”, erklärte Deutsche-Bank-Sprecherin Renee Calabro. Sprecher von Barclays und HSBC wollten sich nicht zu der Klage äußern. Von Société Générale und Nova Scotia war kein Kommentar zu erhalten.

Der Goldpreis wird zweimal täglich über Telefonkonferenzen festgelegt. Meist dauern sie nur zehn Minuten, sie können sich jedoch auch auf mehr als eine Stunde erstrecken. Die beteiligten Banken erklären, wie viele Barren Gold sie zum aktuellen Tagespreis kaufen oder verkaufen wollen. Dabei berücksichtigen sie Orders von Kunden sowie den eigenen Bedarf. Der Preis wird gesenkt oder erhöht, bis sich die Summen aus Kauf- und Verkaufsorders auf 50 Barren Gold angenähert haben (rund 620 Kilogramm), und auf diesem Punkt wird der Preis festgelegt.

Ungewöhnliche Handelsmuster um die Zeit der nachmittäglichen Telefonkonferenz seien ein Anzeichen für ein abgestimmtes Verhalten und sollten überprüft werden, schreiben Rosa Abrantes-Metz, Professorin an der Stern School of Business der Universität New York, und Albert Metz, Managing Director bei Moody’s Investors Service, im Entwurf ihrer Studie.

Abrantes-Metz und Metz haben den Innertageshandel am Gold- Kassamarkt von 2001 bis 2013 auf plötzliche und unerklärliche Bewegungen hin untersucht, die illegales Verhalten anzeigen könnten. Ab 2004 beobachteten sie häufige deutliche Bewegungen bei den Kassapreisen während des nachmittäglichen Fixing- Gesprächs. Vor 2004 und während der morgendlichen Telefonkonferenzen gab es solche Bewegungen nicht, stellten sie fest.