Überblick
- Der KI-Markt hat sich auf eine Handvoll Mega-Caps konzentriert, aber die Ausgaben, die ihn treiben, breiten sich schnell aus – die größten US-Hyperscaler werden allein 2026 voraussichtlich fast 700 Milliarden US-Dollar (Quelle: Moody’s Ratings, März 2026) investieren.
- Die wirklichen Einschränkungen haben sich jetzt von der Modellfähigkeit hin zu physischen Ressourcen verlagert – Chips, Arbeitsspeicher, Datenspeicher und vor allem Strom –, wo das Angebot knapp und eine kleine Anzahl spezialisierter Unternehmen im Vorteil ist.
- Für Anleger, die über passive und Wachstumsallokationen bereits Long-Positionen in den offensichtlichen Gewinnern halten, liegt die nächste Chance zunehmend ein oder zwei Stufen weiter unten in der Lieferkette, wo weniger Investoren bereits aktiv suchen.
- Es handelt sich sowohl um eine zyklische als auch eine strukturelle Thematik, weshalb Bewertungsdisziplin besonders wichtig ist: Ziel ist es, Beteiligungen an den Wegbereitern der dauerhaften KI-Nachfrage zu besitzen, ohne Preise auf dem Höchststand des Zyklus zu zahlen.
Die Chance liegt noch vor uns – und sie hat sich weiterentwickelt
Wir sind der Ansicht, dass die Chancen der künstlichen Intelligenz in eine neue Phase eintreten. Die erste wurde von den Unternehmen angeführt, die große Sprachmodelle erstellen, hochmoderne Chips liefern und die Cloud-Plattformen bereitstellen, die die Skalierung der KI-Leistungsfähigkeit ermöglichten. Unserer Ansicht nach wird die nächste Phase wahrscheinlich von Ausbau und Bereitstellung vorangetrieben werden: der physischen Infrastruktur, von Spezialkomponenten und unterstützenden Technologien, die erforderlich sind, um die Ambitionen im Bereich KI in eine wirtschaftliche Nutzung und praktische Produktivitätsgewinne umzusetzen.
Durch diese Verlagerung ändert sich, woher die besten Anlagerenditen wahrscheinlich kommen werden. In der ersten Phase ging es um Rechenleistung, und sie belohnte die Chip- und Cloud-Giganten, die diese bereitgestellt haben. In der zweiten Phase geht es darum, KI tatsächlich zum Einsatz zu bringen. Hier sehen wir, wie die Einführung von KI an physische Grenzen stößt: Stromversorgung, Netzanschlüsse, Arbeitsspeicher, Datenspeicher, Kühlung und Systemintegration. Dies sind die Bereiche, in denen das Angebot knapp ist, die Verträge langfristig sind und echte Preissetzungsmacht besteht. Dort beginnt sich eine breite, interessante und weniger offenkundige Reihe von Möglichkeiten zu eröffnen.
Wohin das Kapital fließt
Der klarste Beleg für diese „Verlagerung von Chancen“ ist der Kapitalfluss. Die größten US-Anbieter von Cloud- und KI-Infrastrukturen werden voraussichtlich 2026 zusammen fast 700 Milliarden US-Dollar (Quelle: Moody’s Ratings, März 2026) ausgeben. Das ist mehr, als der gesamte US-Öl- und Gassektor in die Produktion investiert. Genauso aufschlussreich ist, was wir von den Management-Teams hören: Das Problem, das sie beschreiben, ist nicht, Kunden zu finden, sondern genügend Chips, Speicher und Strom zu beschaffen, um die bereits bestehende Nachfrage zu decken.
Was bedeutet das in der Praxis? Ein großer Teil der Investitionen fließt in die Chips und Software von Unternehmen, die bereits bekannt sind und die viele Anleger schon im Portfolio haben. Spannender ist die Infrastruktur, die für den Einsatz von KI benötigt wird: Rechenzentren, Kühlung, Arbeitsspeicher, Datenspeicher und vor allem Strom, um KI in großem Maßstab betreiben zu können.
Viele der Unternehmen, die diese Infrastruktur bereitstellen, sind mittelgroße Firmen oder kommen aus klassischen Industriezweigen. Sie werden deshalb in Technologieindizes oft nur wenig berücksichtigt oder sind dort gar nicht vertreten. Genau hier kann aktives Research ansetzen: Es kann Unternehmen entdecken, die in einer rein passiven Anlagestrategie leicht übersehen werden.
Drei Bereiche, in denen sich die Nachfrage nach KI ausweitet
Drei Engpässe zeigen, wie sich die Chancen über die Chip-Hersteller hinaus ausweiten, und warum jeder von ihnen einer sorgfältigen Auswahl bedarf anstelle einer breit gefächerten Allokation in dieses Thema. Die Nachfrage ist in allen Fällen klar genug; die Renditen sind alles andere als einheitlich.
1. Halbleiterausrüstung
KI braucht nicht nur immer mehr Chips, sondern auch leistungsfähigere und komplexere. Für die Herstellung dieser modernen Prozessoren sind hochspezialisierte Maschinen und Werkzeuge nötig. Unternehmen wie Lam Research stellen diese Anlagen her. Sie sind technisch aufwendig und nur schwer zu ersetzen. Gleichzeitig sorgt der zunehmende Einsatz von KI dafür, dass die Nachfrage nach diesen Maschinen strukturell wächst – und nicht nur vom üblichen Auf und Ab der Chipbranche abhängt.
2. Arbeitsspeicher und Datenspeicher
KI benötigt große Mengen an Arbeitsspeicher, und die wenigen Unternehmen, die ihn herstellen, sind praktisch ausverkauft. Auch die Anbieter von Datenspeichern profitieren. Unternehmen wie Western Digital gehören zu dem Teil der Kette, der durch die schiere Menge an Daten wächst, die KI erstellt und speichert – etwas, das der Markt tendenziell übersehen hat.
3. Strom
Was den Ausbau von KI zunehmend begrenzt, sind nicht die Chips, sondern der fehlende Strom. Die Stromnetze kommen mit dem schnell wachsenden Bedarf der Rechenzentren nicht hinterher. Laut Internationaler Energieagentur wird sich deren Stromverbrauch bis 2030 etwa verdreifachen (Stand: April 2026). Deshalb müssen Betreiber zunehmend selbst dafür sorgen, dass ausreichend zuverlässiger Strom zur Verfügung steht.
Davon profitieren Unternehmen, die schnell zusätzliche und zuverlässige Energie bereitstellen können. Anbieter wie Bloom Energy werden dadurch zu einem wichtigen Teil der KI-Infrastruktur.
Nicht jeder KI-Gewinner ist einen Kauf wert
Dass es inzwischen mehr Anlagemöglichkeiten gibt, bedeutet nicht, dass man in den gesamten Bereich investieren sollte. Eine gezielte Auswahl bleibt entscheidend. Denn ein Teil der Nachfrage ist nur vorübergehend, während ein anderer Teil dauerhaft wächst.
Das zeigt sich zum Beispiel beim Arbeitsspeicher: Die Nachfrage kann stark schwanken, und die derzeit hohen Preise werden nicht auf Dauer bestehen bleiben. Gleichzeitig gibt es Unternehmen, die sich langfristige Wettbewerbsvorteile aufbauen. Andere profitieren zwar aktuell von der hohen Nachfrage, doch diese Entwicklung ist bei ihren Aktienkursen möglicherweise bereits eingepreist.
Entscheidend ist, die Unternehmen zu finden, die langfristig von diesem Trend profitieren. Deshalb ist für uns nicht nur das Thema wichtig, sondern auch der Preis, den wir für eine Aktie bezahlen.
Wir verfolgen dabei einen GARP-Ansatz („Growth At a Reasonable Price“). Wir suchen Unternehmen, die eine starke und langfristig gute Marktposition haben und ihre Preise durchsetzen können. Gleichzeitig wollen wir nicht so viel für eine Aktie bezahlen, dass der Kurs bereits voraussetzt, dass alles perfekt läuft.
Wir investieren auch in Unternehmen, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen, wenn wir davon überzeugt sind, dass ihre Gewinne und freien Mittelzuflüsse in Zukunft deutlich steigen können. Bei besonders spekulativen Bereichen sind wir dagegen vorsichtig – etwa bei Teilen des Quantencomputings, einigen Raumfahrtunternehmen oder bestimmten neuen Nuklear-Themen. Hier sind die Aktienkurse teilweise bereits so stark gestiegen, dass sie sehr hohe Erwartungen an die Zukunft vorwegnehmen.
Diese Disziplin dürfte sich langfristig auszahlen. Sie kann zu einer gleichmäßigeren Wertentwicklung führen als der Gesamtmarkt: Wenn die Technologiebranche wächst, profitieren wir davon – und wenn die Kurse wieder fallen, sind die Verluste im besten Fall gering.
CT (Lux) Global Technology: Zugang zu weniger offensichtlichen Chancen im Tech-Sektor
Hier kommen aktive Investitionen in Technologie-Aktien ins Spiel. Ein Standard-Technologieindex spiegelt weitgehend die größten etablierten Unternehmen und breitere Kapitalflüsse wider. Die Unternehmen, die im weiteren Verlauf des KI-Ausbaus profitieren, sind oft Small- und Mid-Cap-Werte, Off-Benchmark-Industrie- oder Lieferketten-Titel, die deutlich unter der Spitze dieses Index liegen.
Der Fonds CT (Lux) Global Technology investiert über die gesamte Marktkapitalisierungsskala hinweg und hält in der Regel 50 bis 75 Unternehmen von unter 1 Milliarde US-Dollar bis hin zu den Branchenschwergewichten, mit einer bewussten Neigung zu kleineren und mittleren Unternehmen, die reales Wachstum mit einer etablierten Position kombinieren – einem Teil des Marktes, in dem weniger Investoren suchen und Kursanomalien häufiger zu finden sind.
Hinter dem Fonds steht ein Team aus Spezialisten, die sich jeweils auf unterschiedliche Bereiche der Technologiebranche konzentrieren. Dieses Fachwissen ist wichtig, denn die nächste Phase der KI-Entwicklung lässt sich nicht einfach auf ein einzelnes Unternehmen oder einen bestimmten Technologiebereich reduzieren.
Entscheidend ist vielmehr, die gesamte Lieferkette zu verstehen – von Halbleitern und Software über Rechenzentren und Stromversorgung bis hin zu den Industrieunternehmen, die die notwendige Infrastruktur aufbauen.
Die KI-Chance ist also noch lange nicht vorbei – sie verändert sich. In der ersten Phase profitierten vor allem die bekannten Gewinner. In der nächsten Phase könnten dagegen die Unternehmen stärker profitieren, die die Chips, Infrastruktur und Energie liefern, die KI für den breiten Einsatz benötigt.
Genau hier kann aktives Investieren einen Vorteil bieten: Wer die Unternehmen und ihre Perspektiven genau analysiert und gleichzeitig auf einen vernünftigen Preis achtet, kann interessante Chancen entdecken, bevor sie vom breiten Markt erkannt werden.