Zielrendite übertroffen Manager des Kenfo erzielen mehr als 9 Prozent Rendite

Kenfo-Vorstandschefin Anja Mikus

Kenfo-Vorstandschefin Anja Mikus: „Ungeachtet erheblicher geopolitischer Spannungen und volatiler Märkte hat sich unser Portfolio sehr gut entwickelt.“ Bildquelle: Kenfo

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Der deutsche Atomfonds Kenfo erzielte 2024 eine Rendite von 9,4 Prozent und übertrifft damit seine Zielrendite von 4,1 Prozent um 5,3 Prozentpunkte. Das Stiftungsergebnis stieg auf 409,8 Millionen Euro nach 359,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der Fonds verwaltet mittlerweile ein Vermögen von 24,8 Milliarden Euro zu Marktwerten.

„2024 war für den Kenfo erneut ein erfolgreiches Jahr“, sagt Vorstandschefin Anja Mikus bei der Vorstellung des Geschäftsberichts. „Ungeachtet erheblicher geopolitischer Spannungen und volatiler Märkte hat sich unser Portfolio sehr gut entwickelt.“

Das Portfolio setzt weiterhin stark auf Aktien: 36,2 Prozent des Vermögens sind in Aktien investiert, gefolgt von Unternehmensanleihen mit 28 Prozent und Staatsanleihen mit 15,7 Prozent. Die nicht-börsennotierten Anlagen machen 12,6 Prozent aus.

 

USA dominiert das Aktienportfolio

Bei der regionalen Verteilung der Aktienanlagen führen die USA mit 32,9 Prozent deutlich vor Japan mit 8,3 Prozent und Großbritannien mit 6,5 Prozent. Deutschland kommt nur auf 5,1 Prozent des Aktienportfolios. Diese Gewichtung orientiert sich laut Kenfo an der ungefähren Verteilung des Bruttoinlandsprodukts statt an der Marktkapitalisierung.

Bei den Branchen dominiert die Technologie mit 19,8 Prozent, gefolgt von Industrie mit 11,8 Prozent und Banken mit 10,8 Prozent. Das Aktienportfolio umfasst mehr als 3.600 Unternehmen weltweit.

Den größten Wertzuwachs erzielten 2024 die Aktien der Industrienationen mit 18,5 Prozent, gefolgt von Schwellenländeraktien mit 17,6 Prozent. Die Anleihen entwickelten sich mit 2,5 Prozent verhaltener als im Vorjahr.

Illiquide Anlagen im Aufbau

Die nicht-börsennotierten Anlagen wuchsen 2024 um 1,1 Milliarden Euro auf 3,1 Milliarden Euro. Dieser Bereich soll bis 2028 auf rund 30 Prozent des Portfolios ausgebaut werden. „Das Ergebnis spiegelt die gelungene Aufbauphase der nicht-börsennotierten Anlagen wider“, betonte Mikus. Die illiquiden Anlagen erzielten 2024 eine Rendite von 12,9 Prozent.

Das Segment umfasst Private Equity mit 36,9 Prozent, Infrastruktur mit 40,5 Prozent, Private Debt mit 14,6 Prozent und Immobilien mit drei Prozent. Besonders die Infrastrukturanlagen sind zu einem Drittel von der Energiewende geprägt.

Nachhaltigkeitsziele übertroffen

Bei der Nachhaltigkeit hat der Kenfo seine Ziele ebenfalls übertroffen. Die CO2-Intensität des Aktien- und Anleiheportfolios wurde seit 2019 um 59 Prozent reduziert – das erste Fünfjahresziel lag bei minus 20 Prozent. Bis 2050 strebt der Fonds Netto-Null-Emissionen an.

Die stillen Reserven des Fonds stiegen 2024 um 1,8 Milliarden Euro auf knapp 3,9 Milliarden Euro. „Der hohe Bestand an stillen Reserven ermöglicht es dem Kenfo, Anlagerisiken zu nehmen und Marktschwankungen auszuhalten“, erklärte Finanzvorstand Thomas Bley.

805 Millionen Euro für Atommüll-Entsorgung

Für die Zwischenlagerung und Endlagersuche zahlte der Kenfo 2024 netto 805 Millionen Euro an das Bundesumweltministerium. Seit der Gründung 2017 summieren sich die Auszahlungen auf 4,47 Milliarden Euro. Diese Kosten werden durch die Wertsteigerungen des Portfolios abgedeckt.

Der Ausblick für 2025 ist verhalten. „Für ökonomische Unsicherheit sorgt weiterhin der US-Handelskonflikt“, sagte Mikus. Geopolitische Spannungen könnten zu starken Schwankungen bei Energie- und Rohstoffpreisen führen. Das erwartete Stiftungsergebnis liegt bei 616 bis 676 Millionen Euro.

Der Kenfo wurde 2017 als Nachfolger der privaten Rückstellungen der Atomkonzerne gegründet. Die ehemaligen Kraftwerksbetreiber zahlten 24,1 Milliarden Euro in den Fonds ein. Bis Ende des Jahrhunderts soll das Geld für die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls reichen.


Der vollständige Geschäftsbericht 2024 des Kenfo ist auf der Website des Fonds verfügbar. 

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