Jahrespressekonferenz Kenfo erzielt 6,2 Prozent Rendite und erhöht den Anteil illiquider Anlagen

Anja Mikus, Vorstandsvorsitzende des Kenfo.

Anja Mikus, Vorstandsvorsitzende des Kenfo. Bildquelle: Imago Images / Phototek

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Der deutsche Atomfonds Kenfo erzielte 2025 eine Rendite von 6,2 Prozent nach 9,4 Prozent im Vorjahr und liegt damit weiterhin deutlich über seiner Zielrendite von 3,95 Prozent. Das Stiftungsergebnis stieg von 409,8 Millionen Euro auf 678,7 Millionen Euro. Der Fonds verwaltet nun ein Vermögen von 25,577 Milliarden Euro zu Marktwerten nach 24,814 Milliarden Euro im Vorjahr.

Laut Geschäftsbericht, der am 15. Juli im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde, trugen vor allem zwei Ausschüttungen aus dem Masterfonds in Höhe von zusammen 635 Millionen Euro zum Ergebnis bei, hinzu kamen Erträge aus der Rückgabe von Anteilscheinen von 49,8 Millionen Euro. Den größten Wertzuwachs erzielten 2025 Aktien der Schwellenländer mit 20,9 Prozent, gefolgt von Aktien der Industrienationen mit 10,1 Prozent.

Aktienquote sinkt leicht, USA bleiben dominant

Das Portfolio besteht weiterhin überwiegend aus Aktien mit einem Anteil von 35,1 Prozent. Es folgen Unternehmensanleihen mit 26,4 Prozent, Staatsanleihen mit 15,7 Prozent, illiquide Anlagen mit 14,3 Prozent und Immobilienaktien mit 6,0 Prozent.

Bei der regionalen Verteilung der Aktienanlagen führen die USA mit 29,0 Prozent vor Japan mit 9,3 Prozent und Großbritannien mit 7,4 Prozent. Bei den Branchen liegt Technologie mit 18,7 Prozent vorn, gefolgt von Industrie mit 13,8 Prozent und Banken mit 12,2 Prozent.

 

Illiquide Anlagen wachsen um 525 Millionen Euro

Die nicht börsennotierten Anlagen stiegen 2025 von 3,138 Milliarden Euro auf 3,663 Milliarden Euro. Dieser Bereich soll mittelfristig auf rund 30 Prozent des Vermögens steigen, aktuell liegt der Anteil bei 14,3 Prozent. Für 2026 rechnet der Kenfo mit einem weiteren Anstieg um drei bis vier Prozentpunkte. Die Kapitalabrufe blieben 2025 mit 719 Millionen Euro hinter den Erwartungen zurück, was der Fonds auf ein schwächeres Marktumfeld für Übernahmen zurückführt.

Die Eigenmittelquote des Kenfo stieg von 271 Prozent auf 290 Prozent, nachdem sie im April 2025 infolge der von den USA verkündeten Einfuhrzölle zeitweise auf 244 Prozent gesunken war. Die stillen Reserven des Fonds erhöhten sich um 863 Millionen Euro auf 4,727 Milliarden Euro.

823 Millionen Euro für Atommüll-Entsorgung

Für die Zwischenlagerung und Endlagersuche zahlte der Kenfo 2025 insgesamt 823 Millionen Euro an das Bundesumweltministerium. Seit der Gründung 2017 summieren sich die Auszahlungen auf 5,2 Milliarden Euro. Bei der Dekarbonisierung erreichte der Fonds eine Reduktion der CO2-Intensität von Aktien- und Unternehmensanleiheportfolio um 62 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 und übertrifft damit sein Ziel von 60 Prozent bis 2029 bereits jetzt.

 

Neben dem Irak-Krieg und weiter bestehenden Handelskonflikten mit den USA nennt der Vorstand steigende Energiepreise als Belastungsfaktor. Für 2026 erwartet Finanzvorstand Thomas Bley dennoch ein Stiftungsergebnis zwischen 636 und 696 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr stehen bereits 7,9 Prozent Rendite zu Buche. 

Im Pressegespräch zur Vorstellung des Geschäftsberichts äußerte sich Vorstandsvorsitzende Anja Mikus zudem zur Kapitalrente. Demnach sehe sich das Team des Kenfos gut aufgestellt ab 2028 die Kapitalanlage für den Staat zu übernehmen. Bis klar ist, wer die Kapitalrente verantwortet, müssen aber zunächst Auswahlverfahren stattfinden. 


Der vollständige Geschäftsbericht 2025 des Kenfo ist auf der Website des Fonds verfügbar. 

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