So schnell wie im vergangenen Jahr ist noch nie neues Milliardärsvermögen entstanden: 4.020 Dollar-Milliardäre zählt die Hurun Global Rich List 2026, ein Plus von 578 gegenüber dem Vorjahr. Rechnerisch kamen damit zwei neue Milliardäre pro Tag hinzu. Ihr Gesamtvermögen wuchs um 28 Prozent – getragen von freundlichen Aktienmärkten und vor allem vom Boom der Künstlichen Intelligenz, die mit 114 Milliardären inzwischen die wichtigste Quelle neuer Großvermögen ist.
An der Spitze der Liste steht erneut Elon Musk. Der Tesla- und Space-X-Gründer kommt zum Stichtag 15. Januar 2026 auf ein Vermögen von umgerechnet rund 681 Milliarden Euro (792 Milliarden US-Dollar), ein Zuwachs von 89 Prozent binnen eines Jahres. Der Trend hält an: Laut der Echtzeitliste von Forbes beläuft sich Musks Vermögen inzwischen sogar auf umgerechnet rund 717 Milliarden Euro – 880 Milliarden US-Dollar (Stand: 14. Juli 2026). Hinter Musk folgen Jeff Bezos (rund 258 Milliarden Euro) und Alphabet-Mitgründer Larry Page (rund 233 Milliarden Euro). Einziger Europäer unter den ersten Zehn ist LVMH-Patron Bernard Arnault mit rund 153 Milliarden Euro auf Rang sieben.
Im Länderranking hat China die USA wieder überholt: 1.110 Milliardäre leben in der Volksrepublik, 287 mehr als im Vorjahr. Die USA folgen mit 1.000, Indien mit 308.
Deutschland überholt Großbritannien
Dahinter kommt bereits Deutschland: Mit 171 Milliardären – 30 mehr als im Vorjahr – schiebt sich die Bundesrepublik an Großbritannien (150) vorbei auf Rang vier. Das Gesamtvermögen der deutschen Milliardäre beziffert Hurun auf umgerechnet rund 737 Milliarden Euro. Rückenwind kam vom Aktienmarkt: Der Dax legte im Berichtszeitraum 21 Prozent zu. Innerhalb der EU, die insgesamt 495 Milliardäre stellt, liegt Deutschland klar vor Italien (73) und Frankreich (71).
Bemerkenswert ist die Struktur der deutschen Neuzugänge: 34 Deutsche schafften erstmals den Sprung auf die Liste – weniger als in China (über 300) oder den USA (148), aber mit durchschnittlich rund 3,9 Milliarden Euro brachten sie das höchste Durchschnittsvermögen aller großen Volkswirtschaften mit. Prägend dafür war die Familie hinter dem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim, deren Mitglieder mit jeweils rund 6 Milliarden Euro einstiegen. Aus ihr stammt auch der jüngste Milliardär der gesamten Liste: der 20-jährige Johannes von Baumbach.
Das passt zum Branchenbild: Wichtigste Vermögensquelle der deutschen Milliardäre ist die Gesundheitsbranche mit 34 Vertretern, gefolgt von Industrieprodukten (23), Handel (22) sowie Nahrungsmitteln und Getränken (21). Innerhalb Deutschlands ist München mit 21 Milliardären die wichtigste Stadt, vor Ingelheim (15) – dem Stammsitz von Boehringer – und Hamburg (11). Das Durchschnittsalter der deutschen Listenmitglieder liegt bei 65 Jahren. 98 von ihnen konnten ihr Vermögen im vergangenen Jahr steigern.