Banken entlasten Praktikanten Keine Arbeit am Samstag

Bank of America, die Nummer zwei der US-Banken, empfiehlt ihren Nachwuchsbankern, dass sie künftig ein paar Wochenenden freimachen.

„Wir ermutigen zwar nicht zur Wochenendarbeit. Aber mit sofortiger Wirkung raten wir dazu, dass Analysten und Associates mindestens vier Wochenendtage pro Monat freinehmen”, erklärte Christian Meissner, Chef für das weltweite Firmenkundengeschäft und Investmentbanking, am späten Freitag in einem Rundschreiben an die Mitarbeiter. Die Inhalte des Schreibens wurden von einem Sprecher gegenüber Bloomberg bestätigt.

Ähnlich sieht die Lage bei Credit Suisse Group aus: Analysten und Associates im US-Investmentbanking sollten das Büro am Freitag bis 18 Uhr verlassen und nicht vor Sonntag um 10 Uhr wiederkommen - es sei denn, sie arbeiten an einem aktiven Deal, wie aus einem internen Rundschreiben hervorgeht. Jack Grone, ein Sprecher der Credit Suisse, bestätigte gegenüber Bloomberg News die Inhalte.

Nach einem Bericht von CityAM dürfte auch die Deutsche Bank neue Richtlinien zu den Arbeitsstunden von Praktikanten erwägen. Wie die Zeitung weiter schrieb, könnte Barclays die Anzahl der angeheuerten Nachwuchsbanker erhöhen, um die Arbeitsbelastung breiter zu verteilen und gleichzeitig die Arbeitsstunden zu reduzieren.

Branchenriese Goldman Sachs Group hatte im Oktober bereits mitgeteilt, dass Investmentbank-Analysten nicht dazu ermutigt werden, an Wochenenden zu arbeiten.

Der Tod des Praktikanten Moritz Erhardt im vergangenen Jahr hatte Bank of America dazu veranlasst, ein Gremium von führenden Managern zu bilden, um „alle Aspekte dieser Tragödie zu prüfen”, wie die Bank damals erklärte. Der 21-jährige Deutsche verstarb der britischen Gerichtsmedizin zufolge an Epilepsie.

Nach Angaben seiner Eltern und Kollegen hat sich Erhardt nie über seine Arbeitslast beschwert - selbst, wenn er bis morgens um 5 Uhr auf gewesen sei.

Erhardt, der an einem siebenwöchigen Praktikum in London teilnahm, war am 15. August verstorben. Er wurde in einer Studenten-Unterkunft in East London aufgefunden. Erhardt besuchte die WHU - Otto Beisheim School of Management, wie aus seiner Biografie auf seelio.com hervorgeht.