Family Office der besonderen Art Keine Angst vor Euro- und Schuldenkrise

Die Hälfte des Privatvermögens aller Deutschen ist im Besitz der reichsten zehn Prozent des Landes. Dies zeigt der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Trotz Finanzkrise und stark schwankender Dax-Kurse konnten die wohlhabenden Deutschen ihr Vermögen vergrößern.

Warum sind vermögende Deutsche scheinbar nicht von der Finanzkrise betroffen? Erklären lässt sich diese Frage dadurch, dass das Vermögen wohlhabender Privatleute von Family Offices betreut wird, die andere Strategien als Kleinanleger verfolgen.

Einzigartig in Deutschland

Das Family Office der Volksbank Kraichgau Wiesloch-Sinsheim ist deutschlandweit das einzige Family Office im Volksbanken- und Sparkassensektor und das einzige in der Metropolregion Rhein-Neckar. Andere Family Offices werden meist privat betrieben oder sind Großbanken angegliedert.

Die Anlagestrategie des Family Office der Volksbank Kraichgau unterscheidet sich von der gewöhnlichen Vorgehensweise, vorwiegend in Fonds zu investieren. Der Grund dafür ist, dass man sich von Themen, die Anleger verunsichern und Börsenkurse abstürzen lassen, unabhängig aufstellen will. Beispiel: Die SARS-Pandemie 2002/2003 ließ die Wirtschaft Asiens in eine Krise rutschen, die Finanzkrise 2008 hatte weltweite wirtschaftliche Folgen.

Die Strategie des Family Office wird  von solchen Entwicklungen nicht beeinflusst. Seine Investments sind trotz Euro- und Schuldenkrise langfristig erfolgreich. Drei elementare Prinzipien sind dafür verantwortlich:

- die ständige Suche nach fundamentalen Trends in Gesellschaft und Umwelt
- die Bedeutung illiquider Investments bei gegebener Risikotragfähigkeit
- die Tatsache, dass sie als Teil einer Genossenschaftsbank, die nicht börsennotiert ist, keine Quartalszahlen vorlegen müssen und bei den Berichten an die Kunden den Cashflow gegenüber dem Gesamtwert vorziehen können

Auf der Suche nach fundamentalen Trends

Das frühzeitige Erkennen fundamentaler Trends ist der wichtigste Ausgangspunkt für die Vermögensverwaltung des Family Office. Um den Kunden profitable Investments zur Verfügung zu stellen, fragen sich die Mitarbeiter fortwährend, welche Entwicklungen die Zukunft bestimmen werden. Insgesamt lassen sich nach ihren Überlegungen derzeit fünf globale Trends unterscheiden.

Zum einen geht es um die Grundversorgung der Weltbevölkerung, bei der im ersten Trend die Entwicklung der Gesellschaft in den Blick genommen wird. Ein wichtiger Faktor ist hier der Anstieg der Weltbevölkerung. Lebten im Jahr 2000 rund 6 Milliarden Menschen auf der Welt, sind es 2012 schon über 7 Milliarden. Diese Tendenz wird sich fortsetzen: Die UNO erwartet für das Jahr 2025 einen Anstieg auf über 8 Milliarden Menschen, die alle mit Wasser, Nahrungsmitteln und vielem mehr versorgt werden müssen.

Der zweite Trend betrifft die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen wie Ackerflächen und Rohstoffe. Ersteres wird in Folge des Klimawandels und der Desertifikation immer knapper, weiterhin müssen Alternativen für fossile Rohstoffe gefunden werden. Berechnungen zufolge werden im Jahr 2050 die zugänglichen Erdölvorräte weitgehend aufgebraucht sein.

Auch der Klimawandel ist ein fundamentaler Trend, der für Mensch und Natur einschneidende Folgen hat. Untersuchungen geben beispielsweise an, dass der Meeresspiegel bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um einen Meter steigen könnte. Entwicklungen in diese Richtung müssen von Investoren berücksichtigt werden.

Die Mitarbeiter des Family Office beobachten hinsichtlich des vierten Trends auch die Entwicklung in Staaten mit großem ökonomischen Wachstum. Vor allem die Bric-Staaten, die heute ein Viertel der Wirtschaftsleistungen weltweit erzeugen, liegen im Fokus. Auch in diesen Ländern gibt es zahlreiche Investitionsmöglichkeiten.

Das Family Office muss auch aktuelle Gefahren für Anleger im Blick halten. Dazu zählen derzeit vor allem Veränderungen im Finanzsektor, wie sie durch die Eurokrise hervorgerufen werden.

Das Family Office setzt auf Sachwerte

Diese fünf Trends werden genau analysiert und im nächsten Schritt konkrete Themen festgelegt, in die die Mitarbeiter des Family Office das Geld ihrer Mandanten investieren:

Egal wie schlecht es der Wirtschaft geht, die Menschen müssen mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Wegen der steigenden Weltbevölkerung spielt dies eine immer größere Rolle. Investitionen in landwirtschaftlich bewirtschaftete Flächen, aber auch in Landmaschinen oder Düngemittel, sind deshalb gefragt. Neben der Ernährung sind auch Rohstoffe und Ressourcen für das Aufrechterhalten des alltäglichen Lebens unabdingbar und geeignete Anlageformen.

Weiterhin spielt die Infrastruktur eine große Rolle. Gut ausgebaute Verkehrswege, eine flächendeckende Versorgung mit Strom und Wasser sowie Zugang zur Datenautobahn sind weltweit erforderlich und bieten zahlreiche Investitionsmöglichkeiten.

In den vergangenen Jahren ist das Interesse am Thema Energie stark gewachsen. Vor allem erneuerbare Energien, die zum Beispiel via Solarzellen oder Windkrafträder erschlossen werden, werden in naher Zukunft weiter ausgebaut. Dies ist für die Anleger ein lohnendes Investment.

Die Urbanisierung nimmt seit Jahren zu. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern vor allem für Afrika und Asien. Auch Investitionen in Immobilien können deshalb sinnvoll sein.

Ein weiteres Thema sind alternative Investments, die von anderen Geldhäusern vornehmlich nicht durchgeführt werden. Zu ihnen zählt beispielsweise die Refinanzierung von Lombard-Häusern, in denen Wohlhabende wertvollen Besitz gegen Pfand abgeben können.

Auch Beteiligungen an erfolgreichen Unternehmen, die durch die fundamentalen Trends profitieren, kommen als Investitionen in Betracht. Um dem Marktpreisrisiko nicht zu stark ausgesetzt zu sein, werden bei diesen Investitionen Unternehmen bevorzugt, die nicht börsennotiert sind.

All diese Themen werden in den nächsten Jahren an Gewicht zunehmen – unabhängig davon, ob Griechenland in der Eurozone bleibt oder nicht – und sind deshalb lohnende Investitionen in die Zukunft und bieten sichere Anlagemöglichkeiten für nachhaltig orientierte Investoren. Dass sie sich rentieren zeigt der Vermögenszuwachs bei solchen Geldanlagen – er liegt ausnahmslos im zweistelligen Prozentbereich.

Wald statt Waldaktien - Illiquide statt liquide Investitionen

Der Vorzug von langfristigen Trends bedingt das zweite Prinzip der Vermögensverwaltung des Family Office: das Investieren in illiquide Sachwerte. Das Family Office verzichtet weitgehend auf kurzfristige Investments, die von Börsenkursen abhängig sind.

Kleinanleger und Großbanken sind überwiegend auf Fonds und andere hybride Finanzmarktprodukte fokussiert und ihre Investitionen sind deshalb stark von steigenden oder fallenden Aktienkursen abhängig. Das Family Office vertraut dagegen auf größervolumige, börsenunabhängige Investments, die langfristig getätigt werden. Dies macht sie zum Beispiel unabhängig vom Dax, dessen Wert im Jahr 2011 um fast 15 Prozent sank.

Statt in Immobilienfonds zu investieren, setzt das Family Office darauf die Immobilien direkt zu erwerben; statt Rohstoff-Aktien zu kaufen, wird lieber direkt in eine Ölquelle investiert. Durch diese direkten Beteiligungen werden planbare Jahresüberschüsse erzielt.

Abhängig davon entsteht das dritte Prinzip dieser Investmentphilosophie: Tagesaktuelle Bilanzen zu ziehen ist für das Family Office der Volksbank Kraichgau nicht möglich und wird auch nicht verlangt. Wird beispielsweise in Landwirtschaft investiert, kann unmöglich jeden Tag der genaue Wert der Fläche bestimmt werden. Der Gewinn steht erst mit der Ernte fest.

Diese Investitionen sind jedoch nur möglich, weil das Family Office als Teil der genossenschaftlichen Volksbank einen langfristigen Anlagehorizont hat.

Nichts ist wertvoller als gesunder Schlaf: Risikotragfähigkeit beachten

Damit das Portfolio zum Kunden passt, muss dessen persönliche Risikotragfähigkeit beachtet werden. Diese ergibt sich aus seinen finanziellen Möglichkeiten im Verhältnis zu seiner subjektiven Risikobereitschaft.

In Abhängigkeit davon wird die Konzentration auf verschiedene Investitionen und die Investitionssumme festgelegt. Dabei wird Diversifikation vorgezogen, um das Verlustrisiko zu minimieren. Auf diese Weise entsteht ein Portfolio, das nicht nur der Anlagephilosophie des Family Office entspricht, sondern mit dem sich der Kunde auch wohlfühlt.
 
Volksbank Kraichgau: Das Family Office ist der Volksbank Kraichgau Wiesloch-Sinsheim angegliedert, deren Bilanzsumme 2011 2,9 Milliarden Euro betrug. Es wurde 2006 ins Leben gerufen und betreut derzeit etwa 90 Kunden aus Wirtschaft, Gesellschaft, Sport, Unternehmer und Privatiers aus ganz Deutschland.

Neben dem Portfoliomanagement werden unter anderem auch die Bereiche Corporate Finance, Sportlermanagement und Stiftungsmanagement abgedeckt. Weitere Informationen zum Family Office der Volksbank Kraichgau finden Sie unter www.family-office-gartenstrasse.de.