Für 2026 erwarten alle befragten Teilnehmer in den wesentlichen Anlageklassen positive Wertentwicklungen.
Zinstragenden Anlagen verlieren
Die Anlageklassen Liquidität und Renten zeigten je nach Laufzeitensegment in den vergangenen Jahren Renditen nahe dem Nullpunkt oder sogar Wertverluste durch den bemerkenswerten Renditeanstieg 2022. Die Verwalter gingen für 2025 in Anleihen von mittleren Erträgen von 3,7 Prozent aus, für 2026 ist man etwas vorsichtiger: 3,3 Prozent ist die durchschnittliche Erwartung.
Optimisten erwarten immerhin Erträge von bis zu 5,0 Prozent, die Pessimisten rechnen mit 0,7 Prozent Wertentwicklung. Liquidität wird zwischen 3,0 Prozent und 0,6 Prozent erwartet, im Mittel bei 1,9 Prozent.
Grafik 1: Ertragsprognose 2026
Die Balken geben die jeweils höchste, niedrigste und durchschnittliche Schätzung an.
Aktien bleiben die attraktivste Anlageklasse
Im Mittel werden für Aktien 6,8 Prozent Wertentwicklung prognostiziert, wie 2025 werden hier die attraktivsten Renditen erwartet. Optimisten gehen sogar von 10,5 Prozent aus. Sollten die Pessimisten recht behalten, sind dennoch positive Renditen von 1,0 Prozent zu erwarten.
Alternative Anlageklassen uneinheitlich
Die zweit attraktivste Ertragserwartung besteht bei Alternativen Investments. Genauso vielfältig wie diese Gattung aus Edelmetallen, Rohstoffen über Hedgefonds und Immobilien so breit sind die Prognosen: optimistisch mit 8,3 Prozent bis pessimistisch 2,8 Prozent, doch im Mittel mit 5,1 Prozent; und damit deutlich weniger attraktiv als Aktien.
Grafik 2: Gegenüberstellung dieser Erwartungen mit den Langfristprognosen
Renditen der zinstragenden Anlagen nahezu unverändert
Die Analysten sehen die langfristige Prognose für Liquidität und Renten im Vergleich zu den Erwartungen 2026 mit nahezu unveränderten Werten. Für Liquidität wird im Mittel nur noch mit 1,9 Prozent, für Anleihen mit 3,5 Prozent gerechnet.
Die Aktienerwartung 2026 entspricht der langfristigen Prognose
Aktien werden langfristig durchschnittlich mit 6,9 Prozent erwartet, die uneinheitlichen Prognosen von 2026 werden mit Zunahme des Anlagehorizonts homogener. Die Anlageklasse wird am attraktivsten beurteilt.
Alternative Investments mit etwas höherer Erwartung
Die langfristige Ertragserwartung fällt insgesammt positiver aus als 2026, im Mittel ein Anstieg auf 5,4 Prozent, aber auch beide Enden der Spanne von 3,6 Prozent bis 9,1 Prozent jährlich werden besser erwartet als 2026.
Grafik 3: Ertragserwartungen der Sub-Anlageklassen
Renten mit deutlichen Erwartungsunterschieden
Anleihen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion werden in beiden Zeithorizonten als weniger attraktiv eingestuft als jene aus Nordamerika. Innerhalb der Regionen werden Unternehmensanleihen attraktiver erwartet als Staatsanleihen.
Aktienregionen recht homogen erwartet
Recht homogen werden die Aktienregionen beurteilt. Aktien der Schwellenländer werden für 2026 mit 8,2 Prozent als attraktivster Markt gesehen, während Eurowerte mit 6,4 Prozent das Schlusslicht bilden. Langfristig sprechen die Prognosen für Investitionen in Aktien aus Schwellenländern, dem asiatischen Raum und China.
Alternative Investments mit Veränderungen bei Gold und Immobilien
Im Bereich der Alternativen Investments sind die Erwartungen für Hedge Fonds und Rohstoffe für beide Zeithorizionte homogen. Bei Gold sehen die Teilnehmer nochmals ein gutes Jahr 2026 mit langfristig aber eher geringeren Erwartungen. Umgekehrt für Immobilien: Nach Jahren der Korrektur etabliert sich für 2026 eine Erwartung von 4,1 Prozent, die langfristige Prognose immerhin bei 4,6 Prozent jährlich
Grafik 4: Risikoerwartung
Ergänzend zur Ertragsprognose die Risikoerwartung (jährliche Volatilität) der Befragten.
Korrespondierend zu den Veränderungen der Ertragsprognosen bleibt das Risiko bei Liquidität stabil und zeigt sich bei Renten leicht erhöht. Aktien werden mit marginal rückläufiger Schwankung erwartet.
Bei nur etwas höher erwarteten Erträgen von alternativen Investments wird ein Anstieg der Risiken moderat eingeschätzt. An der Umfrage zur Kapitalmarkterwartung haben in diesem Jahr 30 Adressen teilgenommen.
Über die Autoren
Thomas Segura und Markus Jesberger sind Gründer und geschäftsführende Gesellschafter des Multi Family Office Segura & Jesberger.
Segura besitzt langjährige Erfahrung aus leitender Position im Private Banking einer Privatbank und als Geschäftsführer eines Family Office.
Jesberger ist seit mehr als 25 Jahren im Private Banking tätig, zuletzt als Family-Office-Geschäftsführer und Mitglied des Verwaltungsrats bei verschiedenen europäischen Family-Office-Organisationen einer Privatbank.