Kapital im Krisenmodus, Teil 2 Ein Family Office wappnet sich für etwaige Krisen

Kapital im Krisenmodus, Teil 2: Ein Family Office wappnet sich für etwaige Krisen

Die Suche nach Rendite ist das Thema der jüngeren Vergangenheit. So mancher Anleger tätigt Investments, an die er vor Jahren nicht gedacht hätte. Umso wichtiger ist es im aktuellen Marktumfeld, neben einer breit angelegten Investmentstrategie ein professionelles Risikomanagement umzusetzen. Das bedeutet, antizyklisch vielerorts Risiken zu verringern statt aufzubauen.

Im ersten Teil dieser Artikel-Serie thematisierten wir, wie sich Family Offices auf veränderte Zeiten strategisch einstellen. Ziel ist es, in allen Phasen mindestens den realen Kapitalerhalt des Vermögens zu gewährleisten. Nun soll es um konkrete Ansätze zur Umsetzung einer entsprechenden strategischen Asset Allocation in den einzelnen Vermögensklassen gehen.

Die Suche nach Qualitätsaktien

Die Bewertungen vieler Aktien liegen infolge des langjährigen Aufschwungs, getrieben durch gute Konjunkturdaten, und die Liquiditätsversorgung deutlich über ihren normalen Niveaus. Ihr absolutes Verlustrisiko ist zwar größer als bei Anleihen, Aktien bergen aber aufgrund ihres spezifischen Charakters langfristig weniger Risiken.

Die Auswahl geeigneter Aktieninvestments ist allerdings komplex. Es stellt sich die Frage nach der Allokation von Einzeltiteln oder der Umsetzung über Fonds. Beide Wege haben jeweils ihre Vor- und Nachteile. Ganz grundsätzlich ist bei der Aktienselektion neben der Risikostreuung und den Kosten insbesondere dem Faktor Qualität ein besonderes Augenmerk zu widmen.

Sollte es an den Aktienmärkten zu einer nennenswerten Schwächephase kommen, werden sich qualitativ hochwertige Titel dieser Entwicklung nicht entziehen können. Dennoch ist das Überleben entsprechender Unternehmen selbst bei längerfristigen Verwerfungen – und damit die Chance auf eine Wertaufholung – gegeben. Durch den zusätzlichen Einsatz eines strategischen Overlays können in Phasen steigender Marktrisiken durch den gezielten Verkauf beispielsweise von Futures die Aktienquoten innerhalb des Gesamtvermögens schnell, kostengünstig und ohne massive Eingriffe in die Anlagestruktur einzelner Depots verringert werden.

Akzeptanz statt zu hohen Risiken

Bei Anleiheinvestments indes ist eine deutliche Ausweitung der Risiken zu beobachten. Im Gegensatz zu vielen Beratern empfehlen wir, die aktuelle Marktphase zu akzeptieren. Es ist nicht zielführend, die Portfoliorisiken durch längere Durationen und Anleihen mit schlechteren Bonitäten auszuweiten und vermehrt Anleihefonds mit riskanteren Anlageschwerpunkten einzusetzen.

Auch passen einige Anbieter die vertraglichen Rahmenbedingungen an. Zum Beispiel weisen Anleihen schlechterer Bonität oder längerer Laufzeit bei tatsächlich unverändertem Anlagerisiko durch diese Anpassung ein optisch geringeres Risiko auf und täuschen somit eine Scheinsicherheit vor. All diese Schritte führen zu einer geringeren Transparenz für Mandanten und einer grundsätzlichen Unterschätzung der Anlagerisiken.