Käufer gefunden Fosun steigt bei Hauck & Aufhäuser ein

Künftig in chinesischer Hand: Die Privatbank Hauck & Aufhäuser

Künftig in chinesischer Hand: Die Privatbank Hauck & Aufhäuser

Die chinesische Beteiligungsfirma Fosun steigt bei der Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser ein. Der Aktionärsausschuss der Bank, in dem die Mehrheit der Eigentümer vertreten ist, hat das Kaufangebot bereits angenommen (rund 80 Prozent der Aktien) und empfiehlt den restlichen Aktionären, das Angebot ebenfalls anzunehmen. Fosun würde insgesamt bis zu 210 Millionen Euro für die Bank zahlen. Die geplante Übernahme, die bereits erwartet worden war, steht unter dem Vorbehalt der Prüfung durch die Aufsichtsbehörden.

„Wir fühlen uns sehr geehrt, als Mehrheitsanteilseigner die lange erfolgreiche Tradition von Hauck & Aufhäuser fortführen zu können. Das Bankhaus passt sehr gut zu unserer langfristigen werthaltigen Investment-Philosophie und ermöglicht uns besseren Zugang zu den führenden Volkswirtschaften in Europa“, erklärt Guo Guangchang, Vorsitzender von Fosun. „Wir glauben, dass wir mit unseren Ressourcen und unserem internationalen Netzwerk einen wertvollen Beitrag für die Weiterentwicklung und Expansion von Hauck & Aufhäuser leisten können.“

Schneller als gedacht

Die Fosun-Gruppe war bisher in Europa über eine 19,2-prozentige Beteiligung an BHF Kleinwort Benson beteiligt. Den Anteil konnten die Chinesen nicht erhöhen, was den Durchgriff auf die Geschäftspolitik erschwert. Zudem hat sich Fosun mit den restlichen BHF-Aktionären überworfen, wie das manager magazin wissen will. Anlass soll die abrupte Trennung von Vorstandschef Björn Robens sein, die gegen den Widerstand des nicht-stimmberechtigten Aktionärs Fosun erfolgte. Robens pflegt exzellente Verbindungen zum Fosun-Vorsitzenden Guangchang.

Eine weitere ähnliche Erfahrung will man anscheinend nicht machen und dennoch an der Strategie, in Europa Fuß zu fassen, festhalten. Die Eigentümer von Hauck & Aufhäuser, dazu gehören Jürgen Heraeus, Ex-Renolit-Chef Hansjakob Müller, Frank Asbeck, Hans Joachim Langmann, die Hamburger Brinckmann-Sippe, der Mast-Clan (Jägermeister) sowie die Riegel-Familie (Haribo), sollen schon länger nach einem Käufer Ausschau gehalten haben. Für beide passte es nun.