Die Bank Julius Bär kehrt zur Kapitalrückgabe an ihre Aktionäre zurück. Das Zürcher Institut lanciert nach eigenen Angaben ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 600 Millionen Franken und überarbeitet zugleich seine Ausschüttungspolitik. Der Verwaltungsrat habe das Programm nach Erhalt der behördlichen Bewilligung und angesichts der soliden Kapitalausstattung genehmigt, teilt die Gruppe mit.
Starten soll der Rückkauf in den kommenden Wochen, abgeschlossen werden soll er binnen eines Jahres. Die Umsetzung hänge von den Marktbedingungen ab. Gekauft wird über eine zweite Handelslinie an der SIX Swiss Exchange.
Möglich wurde der Schritt durch den Abschluss des Finma-Enforcementverfahrens wenige Tage zuvor. Solange das Verfahren lief, galten Rückkäufe als kaum möglich.
Über den einmaligen Rückkauf hinaus stellt die Bank ihre Kapitalrückgabe dauerhaft neu auf. Zur überarbeiteten Ausschüttungspolitik, die Dividenden und Rückkäufe umfasst, nennt Julius Bär zwei Eckpunkte: Die Dividendenausschüttungsquote solle weiterhin zwischen 40 und 60 Prozent des den Aktionären zurechenbaren IFRS-Konzerngewinns liegen, angestrebt werde zudem eine progressive Dividende je Aktie. Bei der Kapitalausstattung peilt die Gruppe nach eigenen Angaben eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 15 Prozent an. An den Finanzzielen für den Zyklus 2026 bis 2028 halte man fest.
Verwaltungsratspräsident Noel Quinn verwies auf die Fortschritte von Vorstandschef Stefan Bollinger und dessen Team bei der Aufarbeitung der Altlasten. Die überarbeitete Kapitalpolitik spiegele einen ausgewogenen Ansatz wider: Überschüssiges Kapital werde an die Aktionäre zurückgeführt, während die finanzielle Stärke für die eigenen Ziele gewahrt bleibe.
Anleger quittierten die Ankündigung bislang mit Kursgewinnen: Die Julius-Bär-Aktie notierte am 2. Oktober rund 2,6 Prozent höher bei 73,08 Franken.