Bis zu 3,7 Milliarden Dollar J.P. Morgan verkauft Rohstoffsparte an Genfer Mercuria

Mercuria werde bis zu 3,7 Milliarden Dollar für die Sparte zahlen, und die Transaktion werde möglicherweise schon heute bekannt gegeben, sagte eine der Personen, die nicht genannt werden möchte.

J.P. Morgan verkauft die Sparte zu einer Zeit, in der bei Regulierern und in der Öffentlichkeit Bedenken über physische Rohstoffbestände in Bankenbesitz geäußert werden. Banken, die gleichzeitig Rohstoffe besitzen und damit handeln, könnten die Preise kontrollieren - oder aber verheerende Verluste erleiden, die sich zur Bedrohung für das Finanzsystem insgesamt auswachsen könnten. J.P. Morgan hatte sich im Juli im Zusammenhang mit vermuteten Manipulationen an den Strompreisen zur Zahlung von 410 Millionen Dollar bereiterklärt, ohne eine Schuld einzuräumen.

Mercuria besteht seit 2004. Der viertgrößte unabhängige Rohstoffhändler weltweit wurde von den beiden ehemaligen Goldman Sachs-Händlern Marco Dunand und Daniel Jaeggi gegründet. Dunand und Jaeggi gehören je 15 Prozent des Unternehmens mit Sitz in Genf, das in den vergangenen drei Jahren stark gewachsen ist.

Zwischen 2011 und 2013 stellte Mercuria 570 Mitarbeiter ein, darunter Entscheidungsträger, die von Investmentbanken wie Goldman Sachs und Barclays kamen. Seit 2004 ist die Zahl der Mitarbeiter von ursprünglich zehn auf mittlerweile 1200 gestiegen.

Mercuria erzielte 2012 bei einem Umsatz von 98 Milliarden Dollar einen Gewinn von 343 Mio. Dollar. In den vergangenen anderthalb Jahren hat das Unternehmen seine Handelsaktivitäten auf Metalle, Gas, Strom und landwirtschaftliche Produkte ausgeweitet.

Die J.P. Morgan-Sparte mit einem Volumen von 3,3 Milliarden Dollar kam nach Informationen von Personen, die entsprechende Unterlagen einsehen konnten, vor Berücksichtigung der Mitarbeitervergütungen auf einen Betriebsgewinn von jährlich 750 Mio. Dollar. Mit dem Erwerb der Sparte würde Mercuria zur Ertragskraft von Wettbewerbern wie Vitol Group und Trafigura Beheer BV aufschließen.

Mercuria steht nach Angaben zweier Personen mit direkter Kenntnis des Bieterverfahrens seit Februar in exklusiven Gesprächen über den Ankauf der J.P. Morgan-Sparte und schlug dabei Macquarie Group Ltd. und Blackstone Group LP aus dem Feld.

Vertreter von J.P. Morgan wollten sich nicht zu einem möglichen Verkauf an Mercuria äußern.