Jeff Bezos, Tim Cook & Co 200 Unternehmenschefs wenden sich vom Shareholder Value ab

Jeff Bezos, Gründer und Chef des Tech-Giganten Amazon, ist einer von 200 Unterzeichnern des Aufrufs zu einem verantwortungsvolleren Kapitalismus. | © Getty Images

Jeff Bezos, Gründer und Chef des Tech-Giganten Amazon, ist einer von 200 Unterzeichnern des Aufrufs zu einem verantwortungsvolleren Kapitalismus. Foto: Getty Images

Der Shareholder Value soll nicht mehr das wichtigste Ziel von Unternehmen sein, fordert der US-Verband der Unternehmenslenker „Business Round Table“ in einem gestern veröffentlichten Schreiben. Statt den Zweck der Unternehmung hauptsächlich auf den Gewinn für die Aktionäre abzustellen, will man künftig die Interessen aller Gruppen wahren – darunter das Wohl von Mitarbeitern, Kunden, Zulieferern bis hin zu den lokalen Gemeinden, die sogenannten Stakeholder eines Unternehmens: „Jeder unserer Stakeholder ist unverzichtbar. Wir verpflichten uns, allen einen Mehrwert zu schaffen, für den zukünftigen Erfolg unserer Unternehmen, unserer Gemeinden und unseres Landes“, heißt es im Abschlusssatz der Original-Erklärung, über die das „Handelsblatt“ (bezahlpflichtig) in seiner heutigen Ausgabe berichtet.

Rund 200 amerikanische Vorstandschefs haben den Aufruf des Verbands, dem JP-Morgan-Chef Jamie Dimon vorsteht, unterzeichnet – darunter prominente Vertreter wie Amazon-Gründer Jeff Bezos und Apple-Chef Tim Cook aber auch mehrere Führungskräfte von großen Pharma-Unternehmen. Für den Verband komme die neue Erklärung über den Zweck eines Unternehmens einer Revolution gleich. Sie stehe im krassen Gegensatz zur vorherigen Erklärung aus dem Jahr 1997, in der noch die Profitmaximierung für die Aktionäre klar an erster Stelle stand.