Je mehr Einfluss, desto besser Börsennotierte Familienunternehmen wirtschaften solider

Bei der Autovermietung Sixt spielt die Familie noch eine starke Rolle: Gründer Erich Sixt hält noch 58 Prozent der Anteile. | © Getty Images

Bei der Autovermietung Sixt spielt die Familie noch eine starke Rolle: Gründer Erich Sixt hält noch 58 Prozent der Anteile. Foto: Getty Images

Börsennotierte Familienunternehmen wirtschaften solider und erfolgreicher als Nicht-Familienunternehmen, zeigt eine aktuelle Untersuchung der TU München im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen. Die Werte sind höher, je größer der Einfluss der Familie ist. „Familienunternehmen wirtschaften auf lange Sicht und mit Substanz. Diese Tugenden übertragen sie auch an die Börse“, sagt Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. „Je stärker der Familieneinfluss in einem Unternehmen, desto stärker treten die positiven Effekte zu Tage.“ Die erste Studie dieser Art erschien vor zehn Jahren, nun hat die Stiftung Familienunternehmen die Zahlen von 2009 bis 2019 aktualisieren lassen.

Anzahl Familienunternehmen nach der Founding-Family-Definition

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n(Gesamt) = 3.417, n(NFU) = 2.029, n(FU) = 1.388 Quelle: Stiftung Familienunternehme

Rund 40 Prozent der börsennotierten Unternehmen sind demnach Familienunternehmen. Vor zehn Jahren waren es 44 Prozent. Sie stehen für rund 30 Prozent (29 Prozent in der Vorgängerstudie) der gesamten Marktkapitalisierung im C-Dax, aller in Frankfurt im General Standard und Prime Standard notierten deutschen Aktien. Die Studie basiert auf der Gesamtheit aller im C-Dax notierten Unternehmen. Finanz- und Immobilienunternehmen wurden aus Vergleichbarkeitsgründen nicht berücksichtigt, womit der Datensatz 475 Unternehmen umfasst.

Familienunternehmen verzeichnen im Betrachtungszeitraum 2009 bis 2018 ein höheres Wachstum in Bezug auf Umsatz und Beschäftigung: So ist das jährliche Beschäftigungswachstum von Familienunternehmen mit 6 Prozent annähernd doppelt so hoch wie bei Nicht-Familienunternehmen mit 3 Prozent.

Beschäftigung Familien- und Nicht-Familienunternehmen

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Zur Wachstumsanalyse werden nur Unternehmen berücksichtigt, die über den gesamten Untersuchungszeitraum von 2009 bis 2019 in der Stichprobe enthalten sind. Unternehmen, die mindestens einmal die FFD-Definition erfüllen, werden zu Familienunternehmen gezählt Quelle: Stiftung Familienunternehmen

Auch gemessen an den Kennzahlen Gesamtkapital- und Eigenkapitalrendite schneiden Familienunternehmen signifikant besser ab. Dabei zeigt sich, dass die positiven Effekte mit wachsendem Familieneinfluss zunehmen. Ein börsennotiertes Unternehmen qualifiziert sich in der Studie in der Regel als Familienunternehmen, wenn die Gründerfamilie mindestens 25 Prozent der Stimmrechte besitzt, ein Aufsichtsrats- oder ein Vorstandsmandat bekleidet – die sogenannte Founding-Family-Definition.