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Verbesserte Wertschöpfung für Aktionäre Schlüsselfaktoren für eine zukünftige Outperformance japanischer Aktien

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Das letzte Mal, dass der Nikkei-Index sowohl in Yen als auch in US-Dollar outperformte, war in den Jahren 2004 und 2005: Damals führt Premierminister Jun'ichirō Koizumi Reformen (darunter Privatisierungen und Deregulierungsmaßnahmen) durch, die die Eigenkapitalrendite (ROE) der Unternehmen auf historisch hohe Niveaus anstiegen ließen.

Seit 2013 hat Japan bedeutende neue Strukturreformen gestartet, die darauf abzielen, die Unternehmenstransparenz und -rentabilität zu verbessern. Mittels der Reformen soll die Unabhängigkeit der Verwaltungsräte gestärkt und Überkreuzbeteiligungen reduziert werden; beides wirkte sich negativ auf die Bewertungen aus. Als Ergebnis verbessern sich Governance-Qualitätsindikatoren seit mehreren Jahren stetig und haben die ROEs von 5 Prozent im Jahr 2013 auf 9 Prozent im Jahr 2023 (IBES Datastream) nach oben getrieben. Die ROEs entsprechen jedoch noch nicht internationalen Standards – es besteht daher noch erheblicher Raum für Verbesserungen, um zu den US-amerikanischen oder europäischen Governance-Standards aufzuschließen. Sofern aber die Reformen weiterhin Früchte tragen, könnte das ROE Japans mit dem Durchschnitt anderer entwickelter Länder in Höhe von 12 Prozent (IBES Datastream) gleichziehen und eine zusätzliche Unterstützung von über 20 Prozent für die Bewertung japanischer Aktien bieten (siehe Grafik) und damit eine Phase deutlicher Outperformance auslösen.

Grafik 3: Rendite japanischer Aktien

Grafik 4: Kurs-Buchwert-Verhältnis vs ROE globaler Aktien

Gleichzeitig könnte Japan von zusätzlicher struktureller Unterstützung profitieren. Die japanische Regierung hat einen Infrastrukturplan aufgelegt, um den Bau und die Modernisierung von High-Tech-Fertigungsanlagen zu fördern. Nach dem Vorbild des CHIPS and Science Act der USA könnte sich dieser Schritt positiv auf das verarbeitende Gewerbe und die Technologiebranche auswirken.

Zusätzlich dürften japanische Aktien von weiteren Faktoren unterstützt werden:

Die Regierung hat das steuerfreie NISA-Aktieninvestitionsprogramm für Privatpersonen überarbeitet. Damit verstärkt das Land seine Bemühungen, die Menschen dazu zu bringen, anstatt zu sparen mehr in den Aktienmarkt zu investieren. Die steuerfreie Haltedauer wird nun unbefristet sein, und die Steuerbefreiungsgrenze wird erhöht, was den Zugang von Privatanlegern zu den Aktienmärkten erleichtern und in einem optimistischen Szenario nach Berechnungen der Citigroup zwischen 2024 und Ende 2027 geschätzte Mittelzuflüsse von 32 bis 45 Milliarden US-Dollar freisetzen könnte, was sich auf 0,6 bis 0,9 Prozent der japanischen Marktkapitalisierung belaufen würde.

  • Infolge der Reformen und des Abbaus von Überkreuzbeteiligungen sind die Aktienrückkaufprogramme in Japan stark angestiegen, von 33 Milliarden US-Dollar vor fünf Jahren auf heute über 66 Milliarden US-Dollar (laut Morgan Stanley, Stand: 2023). Dieser Trend dürfte sich fortsetzen.
  • Institutionelle Investoren sind trotz verbesserten Fundamentaldaten in Japan weiterhin untergewichtet. Wenn diese Investoren ihre Allokation nur um 0,5 Prozent übergewichten würden, könnte dies massive Kapitalzuflüsse von fast 200 Milliarden US-Dollar generieren, was rund 4 Prozent der japanischen Marktkapitalisierung entspricht.

Fazit

Japanische Aktien profitieren von einer florierenden Wirtschaft und einem günstigen Reflationstrend. Die primäre Triebfeder für japanische Aktien ist indes eng mit der Abwertung des Yen verbunden, was die Gewinne japanischer Unternehmen unterstützt hat.

Diese Phase der Abwertung scheint jedoch nun vorbei zu sein. Um einen Zyklus der Outperformance aufrechtzuerhalten, werden japanische Aktien weitere Unterstützung benötigen.

Entsprechende Faktoren könnten einerseits ein Anstieg der Kapitalströme durch eine Erhöhung der Bestände japanischer Privatanleger und Aktienrückkäufe durch Unternehmen sein; und vor allem die Fortsetzung struktureller Reformen zur Verbesserung der Wertschöpfung für Aktionäre. Sobald nämlich die ROEs ihre früheren Höchststände übertreffen, könnte eine neue Phase der Outperformance japanischer Aktien beginnen – was institutionelle Investoren dazu veranlassen würde, ihre Portfolios zugunsten der Region neu auszutarieren.

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