Vorbild GPIF Japan will Pensionsfonds zu zweitem „Wal“ bündeln, um effektiver zu investieren

Der japanische Government Pension Investment Fund (GPIF) ist der größte Investor in Japan und einer der größten Pensionsfonds weltweit – weshalb er den Spitznamen Wal trägt.

Ein riesiger Meeressäuger beim Tauchgang: Der japanische Government Pension Investment Fund hat den Spitznamen Wal, weil es der größte Investor in Japan und einer der größten Pensionsfonds der Welt ist. Foto: Imago Images / Cavan Images

Die japanische Regierung plant, fast 100 Billionen Yen (638 Milliarden Dollar) an öffentlichen Geldern aktiv zu investieren. Als Vorbild für den Schritt dient der Government Pension Investment Fund (GPIF). Darüber berichtete zunächst Nikkei.

Der GPIF wird im Volksmund gerne als „Wal“ bezeichnet, was an dem großen Volumen liegt. Insgesamt verwaltet der GPIF laut aktuellen Regierungsdaten aus dem März rund 200 Billionen Yen (1,2 Billionen Euro). Darüber hinaus gibt es in Japan aber weitere Fonds, in denen öffentliche Gelder verwaltet werden. Neun davon sollen gebündelt werden.

Dazu zählt laut Informationen von Nikkei die Altersvorsorge der Beamten. Ebenso der Federation of National Public Service Personnel Mutual Aid Associations, bekannt unter dem japanischen Akronym KKR, die Pension Fund Association for Local Government Officials und die Promotion and Mutual Aid Corporation for Private Schools of Japan. Der KKR verwaltet ein Vermögen von rund 10 Billionen Yen (59 Milliarden US-Dollar), während die beiden letztgenannten Fonds nach Angaben der Regierung rund 30 Billionen Yen (177 Milliarden US-Dollar) beziehungsweise 5 Billionen Yen (29 Milliarden US-Dollar) verwalten.

 

Der japanische Premierminister Fumio Kishida plant, den Vermögensverwaltungssektor auszubauen. Kishida sagte bereits am 22. Mai auf einer von Morgan Stanley organisierten Investorenkonferenz, dass Initiativen zur Verbesserung der Vermögensverwaltung bei neun Fonds angekündigt werden. 

Vorbild Government Pension Investment Fund (GPIF)

Der gebündelte Fonds soll sich am GPIF orientieren. Dort arbeitet mit Eiji Ueda ein Investmentchef aus der Privatwirtschaft. Der GPIF wählt aktiv Fonds aus und überprüft wöchentlich das Portfolio. Die Manager allokieren jeweils 25 Prozent in japanische Aktien, ausländische Aktien, inländische Anleihen und ausländische Anleihen. Diese werden regelmäßig umgeschichtet, um diese Gewichtung beizubehalten.

Im Gegensatz dazu arbeiten in den anderen öffentlichen Pensionsfonds Personen aus Regierungsbehörden. Zwar werden auch Manager von außerhalb eingestellt, Kritiker bemängelten laut Nikkei jedoch, dass es beim Anlagegeschäft an klarer Führung fehle.

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