Jahresrück- und Ausblick Private Equity „Vor allem Mittelstandsbeteiligungen bleiben vielversprechend“

Globales Fundraising Private Equity 1970 bis 2015 | © Preqin, Pitchbook, Astorius Capital

Globales Fundraising Private Equity 1970 bis 2015 Foto: Preqin, Pitchbook, Astorius Capital

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Ein wieder mal spannendes, herausforderndes und teilweise nervenaufreibendes Jahr 2015 hat sein Ende gefunden. Durch die Dauerkomplikationen im Mittleren Osten rückten Probleme wie die weiter ungelöste Ukraine-Krise oder die weiter drohende griechische Staatspleite in den Hintergrund.

Diese eher grundsätzlichen geopolitischen Herausforderungen wurden garniert mit Attentaten auf die Redaktion des Charlie Hebdo und dem Folgeattentat am 13. November in Paris sowie einer nicht enden wollenden Flüchtlingsflut syrischer Kriegsopfer. Vor allem die Integration der vielen Tausend Flüchtlinge dürfte für Deutschland und Europa eine langfristige Aufgabe darstellen. Die Kür des Wortes Flüchtling zum Wort des Jahres 2015 und die des Wortes Gutmensch zum Unwort des Jahres 2015 zeigt Ambivalenz und Aktualität dieses Phänomens.

Robuste Finanzmärkte

Abseits dieser Phänomene, durch die das Jahr 2015 in der Öffentlichkeit größtenteils geprägt wurde, haben sich die Finanzmärkte sehr robust gezeigt. Für diese gab es im vergangenen Jahr andere Treiber: die fortgesetzt expansive globale Notenbankpolitik, stark gesunkene Rohstoffpreise, reduziertes Wachstum der Schwellenländer und keine spürbare Verbesserung der Staatsverschuldung.

In diesem Umfeld zeigten sich die Investoren gezwungen optimistisch, schließt der Dax doch das Jahr mit einem Plus von fast 10 Prozent ab, was den vierten Anstieg im vierten Jahr in Folge bedeutet. Dass dieser Weg mit erhöhtem Puls durch fast 3.000 Punkten Schwankung zwischen April und September beschritten wurde, zählt wohl zu den Rahmenbedingungen, die man auch in Zukunft in Kauf nehmen muss.

Gesteigertes Interesse an Private Equity

Diese anhaltend hohe Volatilität und die niedrigen Zinsen haben das Interesse an langfristigen Anlagen wie Immobilien und Private Equity weiter steigern können. Dass Aktienrenditen auch stark politisch getrieben waren und der Markt der festverzinslichen Papiere einer dauerhaften Stagnation entgegenblickt, rückt eine Reihe illiquider Anlagen mehr in den Fokus von privaten Anlegern.

Während der Immobilienmarkt dabei allerdings kaum noch ohne Verwendung von Superlativen beschrieben werden kann, hält sich der Markt für unternehmerische Beteiligungen noch auf solidem, positivem Terrain.

Nach der Finanzkrise 2008 hat 2015 als zweites Jahr in Folge Wachstum bei der Sammlung von neuem Kapital für Private-Equity-Investitionen gezeigt. Dabei wurden auch Gelder reinvestiert, die bei erfolgreichen Exits an die Investoren ausgezahlt wurden. Dass das sogenannte Fundraising dabei länger dauert als vor der Krise, liegt vor allem an gestiegenen Due-Diligence-Anforderungen der Investoren und den voll umgesetzten AIFM-Richtlinien.

Auch wenn die Daten für das vierte Quartal 2015 nicht abschließend sind, zeigt sich, dass bei einer leicht gesunkenen Zahl an Fonds das Volumen gestiegen ist. Im Schnitt wurde also pro Fonds mehr eingesammelt, was vor allem durch einige Mega-Cap-Fonds getrieben wurde.


Quelle: Preqin, Pitchbook, Astorius Capital (Darstellung)