Fast jede dritte unabhängige Vermögensverwaltung in Deutschland ändert derzeit ihre Gesellschafterstruktur oder will dies tun. Das hat eine aktuelle, repräsentative Untersuchung des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV) an der Technischen Hochschule Aschaffenburg unter knapp 150 Unternehmen ergeben.
Geplant: Fusionen, neue Gesellschafter, Anteilsübertragungen
Demnach planen derzeit 28 Prozent der befragten Unternehmen, ihre Gesellschafterstruktur zu verändern – etwa durch die Neuaufnahme von Gesellschaftern oder den Übertrag von Anteilen. Bei kleineren Häusern geht es vor allem um den Zusammenschluss mit anderen Vermögensverwaltungen, während bei mittelgroßen Unternehmen die Aufnahme von neuen Gesellschaftern im Zentrum steht. Bei den großen Playern spielt indes die Anteilsübertrag eine wichtige Rolle.
Seit zehn Jahren führt das InVV im Februar und März eine Befragung der unabhängigen Vermögensverwaltungen in Deutschland durch – zum einen, um die jüngsten Entwicklungen der Branche aufzudecken, zum anderen um Aussagen über künftige Trends tätigen zu können. Die ersten Ergebnisse zum Wachstum der Branche und dem Thema Personalgewinnung hatte das Institut vor einigen Wochen veröffentlicht.
Bewertungs-Tool für Vermögensverwaltungen
Zudem hat das InVV nun eine Anwendung entwickelt, das die Unternehmenswerte einer Vermögensverwaltung abschätzen soll. Das Bewertungs-Tool, das auf Nachfrage über die V-Bank bezogen werden kann, eigne sich für alle Vermögensverwalter, die einen neuen Partner aufnehmen, ihr Geschäft vergrößern oder eine andere Vermögensverwaltung kaufen wollen. Bei der Berechnung können die Nutzer zwischen dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren und dem Multiplikator-Verfahren wählen oder beide anwenden.
Die Macher betonen jedoch: Das Tool „InWert“ eigne sich nur, um einen ersten Einblick in den Wert einer Vermögensverwaltung zu gewinnen. Für eine genauere Betrachtung müssten Interessenten einen Wirtschaftsprüfer hinzuziehen.