Investments in Start-ups Die fünf wichtigsten Auswahlkriterien für Family Offices

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  • Skin in the Game: Die Gründer sollten ein eigenes finanzielles Risiko tragen
    Ebenso wie man sich vor Visionären hüten soll, die viele Projekte angeschoben, aber keines erfolgreich zuende gebracht haben, solltem Sie sich vor Investments hüten, die dazu führen, dass die Führungsriege des Start-ups durch das Investment zwar auskömmliche Gehälter finanziert bekommen, selbst aber kein echtes finanzielles Risiko des Scheiterns des Projektes tragen.

    Gerade bei einem Start-up sollte der Erfolg des Unternehmens für die Gründer eine deutlich größere wirtschaftliche Bedeutung haben als für den Investor, der letztlich nie den vollen Überblick über das operative Geschäft haben kann. Dementsprechend sollte das Risiko des Scheiterns auch entsprechend verteilt sein.

  • Entscheiden Sie sich rechtzeitig, was für ein Investor Sie sein wollen
    Wie bei jedem gesellschaftlichen Zusammenschluss neigen die Parteien dazu, im euphorischen Überschwang des Anfangs mögliche Probleme auszublenden. Wenn wichtige Themen nicht von vornherein adressiert und vereinbart sind, droht ein Streit, der die Gesellschaft und damit das Investment zerstören kann. Dies gilt für alle gesellschaftsrechtlichen Zusammenschlüsse von Menschen.

    Bei Start-up Investoren sind darüber hinaus die Definition der eigenen Rolle und der Zielrichtung des Investors wesentliche Elemente: Wenn der Investor als Trader einen zeitnahen Exit beabsichtigt, die Gründer aber ihr „Baby“ als dauerhafte Einnahmequelle sehen, droht ein Zielkonflikt. Gleiches natürlich in der umgekehrten Konstellation. Es gibt einfach Themen, die müssen vorher adressiert und geregelt werden.

  • Streuen Sie Ihre Investments
    Auch wenn Sie sicher sind, dass „Ihr“ Target ein Sieger ist und alle Kriterien übererfüllt: Der Weg von der Idee zum erfolgreiche Geschäftsmodell ist lang, steinig und voller Überraschungen. Wegen der hohen Risiken eines Investments in ein Start-up gilt hier umso mehr, dass eine breite Streuung sinnvoll ist. Venture Capital-Experten investieren mindestens in 10 Unternehmen, da sie davon ausgehen, dass höchstens ein Unternehmen erfolgreich sein wird, während die meisten anderen Investments scheitern oder nur vor sich hindümpeln werden.
  • Natürlich sind diese Regeln keine Garantie für ein erfolgreiches Investment. Es lohnt sich aber gleichwohl, die oben genannten Regeln zu beherzigen, da sie in diesem für viele Family Offices noch ungewohnten Umfeld erste Leitplanken vermitteln können.

    Über den Autor:
    Dr. Frank Koch ist Partner der internationalen Wirtschaftssozietät Taylor Wessing. Er ist auf die Beratung bei gesellschaftsrechtlichen Auseinandersetzungen und Organhaftungsklagen spezialisiert.