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Investments in China Welche drei Anlagethemen jetzt interessant sind

Produktionsanlage für 5G-Mobilfunkanwendungen in der chinesischen Provinz Jiangxi: Bei den Technologien der Zukunft beginnt China viele westliche Länder abzuhängen. | © imago images / VCG

Produktionsanlage für 5G-Mobilfunkanwendungen in der chinesischen Provinz Jiangxi: Bei den Technologien der Zukunft beginnt China viele westliche Länder abzuhängen. Foto: imago images / VCG

Anfang März erreichte der chinesische Markt für A-Aktien ein Zwölfmonatshoch und gehörte zu den Aktienmärkten mit der weltweit besten Performance. Seit dem Lockddown hat sich Chinas Wirtschaft wieder stark belebt, doch die Vollauslastung aus der Zeit vor der Krise ist noch nicht wieder erreicht. So ist bei Unternehmen wie Foxconn, die iPhones für Apple fertigen, aufgrund der nachlassenden globalen Nachfrage noch viel Luft nach oben.

Die anhaltende Angst vor Infektionen lässt Verbraucher verstärkt Online-Käufe tätigen. Weil ein Großteil der Arbeitnehmer an die Arbeitsplätze zurückgekehrt ist und die offiziellen Infektionszahlen gen null tendieren, verbessern sich insgesamt jedoch die Einzelhandelsaktivitäten. Die Makrothemen und Unternehmen, denen wir uns in unseren Analysen widmen, bleiben für Anleger, die nach Wachstumschancen suchen, weiterhin relevant. Aktuell haben sich die Geschäftsaussichten für die von uns beobachteten Unternehmen aufgehellt. Ob Handelsspannungen Unternehmen wie Apple letztendlich dazu veranlassen, Lieferketten außerhalb Chinas aufzubauen, bleibt abzuwarten.

Innovationen als neuer Treiber für Chinas Volkswirtschaft

Nach dem Abebben der Covid-19-Rezession in Asien bleiben die langfristigen Aussichten Chinas intakt. Insbesondere Chinas Fähigkeit, in Bereichen wie künstliche Intelligenz und E-Commerce bahnbrechende Innovationen zu entwickeln und nicht mehr länger nur Technologien zu kopieren, bietet langfristig große Chancen für Aktienanleger.

Mit seiner weitsichtigen Industriepolitik, zu der das Programm „Made in China 2025“ gehört, will das Land den Übergang in die Digitalwirtschaft weiter beschleunigen. Die Strategie zielt darauf ab, Chinas expandierende Mittelschicht mit einheimischen Technologien zu versorgen.

Drei Anlagethemen stehen im Fokus unserer China-Aktienstrategien

Im Verlauf der vergangenen Jahre hat China seinen Produktionssektor von einer Niedrigkostenproduktion hin zu Hightech-Exporten umgebaut, was gut ausgebildete, flexible Arbeitskräfte erfordert. Der Erfolg des Apple-Partners Luxshare Precision, Spezialist für die Entwicklung und Herstellung von elektronischen Steckverbindungen, verdeutlicht die Wirkung der chinesischen Investitionen in wissenschaftliche und technologische Bildung und Ausbildung.

Qualitativ hochwertige Premium-Marken gewinnen in China, dem zweitgrößten Verbrauchermarkt der Welt, immer mehr an Bedeutung. Von Chinas Trend zur Premiumisierung profitieren auch lokale Marken wie Three Squirrels: Das Unternehmen verwandelt einen wenig aufregenden Rohstoff – Nüsse – in eine begehrtes Premium-Produkt.

Das dramatische Wachstum von ByteTanz, eines der größten chinesischen Technologie-Start-ups, zeigt, wohin der Trend geht: Auf der Grundlage von Algorithmen lassen sich Werbeeinnahmen im Bereich des mobilen Internets mit Hilfe großer Datenanalysen steigern. Aufgrund der weltweiten Popularität seiner Apps hat ByteDance im April angekündigt, 10.000 neue Mitarbeiter einzustellen.

Chinas Investitionen in Bildung und Ausbildung

Ein Eckpfeiler von Chinas Wirtschaftswachstum ist die große Zahl hoch qualifizierter Arbeitskräfte. Aufgrund der Investitionen in die wissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Ausbildung an Eliteuniversitäten wie der Universität Peking sind Chinas moderne Arbeitskräfte für die Zukunft gut gerüstet. China verleiht heute jährlich mehr als 1,65 Millionen Bachelor-Abschlüsse in Natur- und Ingenieurwissenschaften – gegenüber 2000 eine Vervierfachung und gegenüber den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union (EU) eine Verdoppelung. Insgesamt haben Chinas Investitionen in Wissenschaft und Technologie die Vereinigten Staaten laut dem National Science Board im Jahr 2019 überholt.

Wir sind der Meinung, dass Chinas große Anstrengungen im Bereich der Bildung und Forschung entscheidend dazu beigetragen haben, das Land beim Übergang zu Exporten mit hoher Wertschöpfung (wie Biopharmazeutika und Elektronik) und weg von Exporten zu niedrigeren Kosten (wie Textilien und Schuhen) zu unterstützen. Die Ergebnisse der staatlich initiierten Anstrengungen sind eindrucksvoll: Chinas globaler Anteil an den Exporten mit hoher Wertschöpfung übertrifft inzwischen Länder wie die Vereinigten Staaten, Deutschland und Japan.