Investmentchef der Talanx „CLOs sind alles andere als verbrannt“

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Also eher unternehmerisch.

Mann: Es ist immer ein Spannungsfeld zwischen mathematischen Modellen und unternehmerischem Denken. Ein Beispiel ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das bis 2017 über die Einspeisevergütung für 20 Jahre einen Einkommensstrom für eingespeisten Strom aus deutschen Onshore-Windparks garantierte. Das neue EEG tat das nicht mehr, sondern setzte verstärkt auf Marktelemente. Folgerichtig ist die zukünftige Einschätzung des Ertrags von Windparks aus mathematischer Sicht unsicherer geworden und hat uns ein Stück die Investitionsgrundlage entzogen. Es ist dann wichtig, unternehmerisch zu denken, Schwerpunkte wechseln zu können und flexibel zu bleiben.

Welche Renditen sind mit solchen Projekten noch drin?

Mann: Es geht bei Fremdfinanzierungen immer um eine Marge über dem Swap, also dem entsprechenden Vergleichszins mit ähnlicher Laufzeit. Bei einer Autobahn in Deutschland sind das aktuell vielleicht 100 Basispunkte. Ist das gut? Nein, ist es nicht. Stattdessen sind wir in Offshore-Finanzierungen unterwegs, bei denen die Marge je nach Komplexität bis zu 250 Basispunkte betragen kann. 

Machen Sie dabei immer alles selbst?

Mann: Nein. Wenn wir uns mit etwas nicht auskennen, suchen wir uns Outsourcing-Partner. Beispiele sind Schwellenländer oder Kredite an mittelgroße US-Unternehmen, also Middle Market Loans. 

Sichern Sie Währungsrisiken weg?

Mann: Mit der Hannover Rück haben wir einen Versicherer im Konzern, der große Verpflichtungen in US-Dollar hat. Das müssen wir daher gar nicht in Euro absichern, es bleibt einfach in Dollar. In der Erstversicherung sind wir dagegen nur begrenzt im US-Dollar unterwegs. Ausnahmen sind Private-Equity-Anlagen. Da ist es derart schwierig und teuer, die variablen und kaum prognostizierbaren Zahlungsströme abzusichern, dass wir das Währungsexposure bei solchen Nischenprodukten lieber wirken lassen.

Intransparenz schreckt Sie generell nicht?

Mann: Transparenz nimmt tendenziell mit der sinkenden Liquidität ab, das läuft in Stufen. Da ist die große Frage, wie gut Sie etwas durchschauen und Risiken einschätzen können.