Spielt das eine Rolle?
Mann: Ja. Es gibt die klassischen börsengehandelten Hochzinsanleihen. Und es gibt Infrastruktur- und Private-Debt-ähnliche Märkte – dazu zählen Verbriefungen über Collateralized Loan Obligations, kurz CLOs, oder beispielsweise Finanzierungen für erneuerbare Energien wie Windparks. Das sind ganz andere Investments, auch von den Risiken her.
Bei CLOs denken wir sofort an die Sache mit der Finanzkrise 2008.
Mann: Wir investieren schon lange in CLOs. Damals – also ab 2007 – waren die Preise für CLOs enorm unter Druck geraten. Sofern Sie aber keinen völlig schlechten Manager erwischt hatten, sind die Positionen preislich wieder zurückgekommen und haben ihre Rendite gebracht. Heute kaufen wir meist Investment-Grade-Produkte und nur im Ausnahmefall Tranchen mit BB-Rating. Glauben Sie mir, das ist eine enorm gute Beimischung. Wir haben außerdem unser internes Bewertungsmodell so mit der Aufsicht abgestimmt, dass uns die Positionen weniger Eigenkapital kosten im Vergleich zu einem reinen Standardmodell.
Ist das üblich?
Mann: Soweit ich weiß, haben nur sechs Versicherungsgruppen ein internes oder partial-internes Modell aktuell bei der Bafin angemeldet.
Warum so wenig?
Mann: Es ist aufwendig. Man muss den Eigenkapitalbedarf entweder über ein Partialmodell für jeden einzelnen Versicherungsträger ermitteln. Zusätzlich kombiniert man die Partialmodelle zu einem Modell für die gesamte Gruppe.
Über welche CLO-Summen reden wir?
Mann: Bei CLOs geht das in den Milliardenbereich. Für uns sind Asset Backed Securities und CLOs also alles andere als verbrannt. Die Strukturen sind heutzutage robuster als vor der Finanzkrise. Man muss diesen Markt aber kennen und einschätzen können – ganz ohne Vorurteile.
