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Mikrofinanzfonds „Investitionen in Lokalwährung bleiben interessant“

Foto: I-AM

Herr Eckart, Impact Asset Management bietet neben dem I-AM Vision Microfinance auch den I-AM Vision Microfinance Local Currency an. Wie unterscheiden sich die beiden Fonds?

Christoph Eckart: Die Investitionen beziehungsweise Darlehen des I-AM Vision Microfinance Local Currency werden in der jeweiligen Landeswährung des Finanzinstituts vergeben. Die Rendite des Fonds ist somit auch von den Wechselkursentwicklungen abhängig. Beispielsweise ist die Finanzierung für ein Institut in Costa Rica anstatt in US-Dollar in Costa-Rica-Colón denominiert. Der Zinskupon in der Landeswährung ist etwa 400 Basispunkte höher als in US-Dollar. Über alle Lokalwährungen hinweg lag die Portfolioverzinsung des I-AM Vision Microfinance Local Currency Fonds historisch bei rund 11 Prozent, die des I-AM Vision Microfinance Fonds in US-Dollar bei 7 Prozent.

Generell bieten beide Fonds Investoren Zugang zu Impact Investments und vergeben Darlehen an sorgfältig ausgewählte Mikrofinanzinstitute in Schwellen- und Grenzmärkten. Das Ziel ist es, dadurch finanzielle Inklusion zu ermöglichen und eine nachhaltige und langfristige Entwicklung anzustoßen, die einkommensschwachen Menschen die Chance ermöglicht, ihre Lebensqualität zu verbessern. Lokalwährungsdarlehen haben dabei eine wichtige Funktion.

Gibt es entscheidende Unterschiede zwischen dem Mikrofinanzmarkt in Lokalwährung und dem in Hartwährung wie US-Dollar?

Eckart: Der Microfinance-Markt in Lokalwährung unterscheidet sich nicht vom USD-Microfinance-Markt, da gut geführte Finanzinstitute ihre US-Dollar- oder Euro-Darlehen für ihre Kunden und Kundinnen in Lokalwährung drehen. Somit ist die Zielgruppe von Finanzinstituten für beide I-AM Fonds identisch. Die Finanzinstitute bevorzugen in der Regel natürlich eine Finanzierung in Landeswährung.

Warum ist ein Investment in den Lokalwährungs-Fonds im aktuellen Umfeld attraktiv?

Eckart: Die aktuell erhöhte Nachfrage nach Rohstoffen unterstützt im Allgemeinen die Lokalwährungen. Dieser Trend hat sich während der letzten Jahre abgezeichnet. Die Zinsniveaus in Lokalwährung sind derzeit interessant, eine Reihe von Emerging-Market-Zentralbanken hat bereits einen graduellen Lockerungszyklus begonnen. Zwar wächst die Staatsverschuldung einiger Industrieländer kontinuierlich, in ausgewählten Schwellenländern befindet sich diese jedoch auf einem stabilen Niveau, was das Wachstum mittel- und langfristig stärkt.

Welche Rolle spielt bei der Auswahl der Investments für den I-AM Vision Microfinance Local Currency die Währung? In welche Währungen investiert der Fonds, in welche würde er beispielsweise nicht investieren?

Eckart: Der Fonds investiert in ein Universum von rund 20 Lokalwährungen von Lateinamerika bis Asien. So soll eine breite Diversifikation zu attraktiven Verzinsungen bei einer Duration von unter zwei Jahren gewährleistet werden. Die Auswahl der Währungen erfolgt über die gleichen makroökonomischen und aufsichtsrechtlichen Kriterien, die auch im I-AM Vision Microfinance Fonds genutzt werden, um Länder zu bewerten. Eine Währung kann praktisch mit einem Land gleichgesetzt werden. In ein Land mit hohen Inflationsraten oder politischem Risiko kann somit weder im I-AM Vision Microfinance Fonds noch im I-AM Vision Microfinance Local Currency Fonds investiert werden. Beispiele hierfür sind die Türkei beziehungsweise die Türkische Lira oder Russland und der Russische Rubel.

Wie viel Performance ist mit Microfinance in Lokalwährung erzielbar und was beeinflusst die Performance? Eckart: Im Jahr 2023 konnte der I-AM Vision Microfinance Local Currency mit der ISIN LU0533938022 eine Rendite nach Kosten von 9,05 Prozent in Euro erzielen. Diese Performance wird durch eine sorgfältige Investmentselektion und die attraktive Verzinsung des Portfolios beeinflusst. In einer Auswertung von „Das Investment“ im vergangenen Jahr war der Fonds zudem Top Performer über fünf Jahre bei grünen Anleihefonds.

Ein Blick nach vorn: Wie wird sich der Mikrofinanzmarkt in den kommenden Jahren entwickeln?

Eckart: Nach der Covid-Krise besteht weiterhin Nachholbedarf und damit eine erhöhte Nachfrage nach den Dienstleistungen der Mikrofinanzinstitute. Technologische Entwicklungen und Fintechs werden das operative Geschäft effizienter gestalten. Das sollte sich in einem sozial nachhaltigen Mikrofinanzinstitut durch niedrigere Zinsen für Kredite positiv für die Unternehmerinnen und Unternehmer auswirken, die Mikrofinanzkredite benötigen. Da IT-Ausgaben für Finanzinstitute kapitalintensiv sind, können sich kleinere Institute diese nur bedingt leisten, was auf Dauer zu einem Wettbewerbsnachteil führen kann. Im Fondsmanagement müssen diese Entwicklungen bei der Auswahl der Investments berücksichtigt werden.

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