Investieren im Handelskonflikt Aktien sind im langjährigen Vergleich inzwischen günstig

Donald Trump (r.) und Chinas Chefunterhändler Liu He im Oval Office in Washington: Der Aktienindex MSCI Welt legte in den vergangenen zwei Jahren fast 20 Prozent zu. | © Getty Images

Donald Trump (r.) und Chinas Chefunterhändler Liu He im Oval Office in Washington: Der Aktienindex MSCI Welt legte in den vergangenen zwei Jahren fast 20 Prozent zu. Foto: Getty Images

Der Konflikt der USA mit China schreckt aktuell viele Anleger. Eine protektionistische Auseinandersetzung der beiden größten Volkswirtschaften der Welt hat selbstverständlich das Potenzial, ganze Wertschöpfungsketten zu zerstören. Ein weiter eskalierender Handelskrieg hätte natürlich auch Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum, in den USA, China und der restlichen Welt.

Aus unserer Sicht erscheint es aber beinahe unmöglich, den Fortgang dieses Konfliktes seriös zu prognostizieren. Es geht auf lange Sicht nicht „nur“ um Zölle, sondern um die technologische, politische und ökonomische Hegemonie unter den Weltmächten. Einerseits erscheint der erratische US-Präsident (nicht nur im Wahlkampf) völlig unberechenbar. Andererseits hat eben dieser Präsident seiner Wählerschaft Wohlstand und Jobs versprochen. Ein Konjunktureinbruch mit einem Kurssturz am Aktienmarkt würde die Bilanz seiner Amtszeit zerstören. Ein solches Szenario gefährdet Trumps Wiederwahl.

Investieren ohne Kristallkugel

Über den Ausgang des Konfliktes lässt sich trefflich streiten. Wir orientieren uns an den Fakten. Für die Marktteilnehmer ist das Thema alles andere als neu. Schon seit mehr als anderthalb Jahren sorgt der Konflikt für Verunsicherung. Zyklische Aktienindizes wie beispielsweise der deutsche Leitindex Dax haben in dieser Zeit deutlich nachgegeben. Zu einem gewissen Teil spiegelt das Kursniveau diese Verunsicherung also bereits wider. Aktien von konjunkturabhängigen Unternehmen erscheinen, mit Blick auf Gewinnrenditen und Kurs-Gewinn-Verhältnisse, selbst im langjährigen Vergleich inzwischen sogar günstig.

Defensivere Titel von Unternehmen, die nicht nur in Wachstumszeiten stabile Erträge erwirtschaften, sind weniger stark betroffen. Selbst für einen Anleger, der vor zwei Jahren auf eine kontinuierliche Eskalation mit immer neuen Zöllen gesetzt hat, hätte sich ein Investment in den Aktienmarkt lohnen können.

Oder zugespitzt formuliert: Wer hätte etwa vor zwei Jahren in den Aktienmarkt investiert, wenn er gewusst hätte, dass der Streit zwischen China und den USA eskaliert? Und wer würde sich heute in der Rückschau nicht darüber ärgern, nicht investiert zu haben, obwohl es eben diese Eskalationen gab? Der Aktienindex MSCI Welt legte in den vergangenen zwei Jahren knapp 20 Prozent zu (in Euro, inklusive Dividenden). Folgende Übersicht zeigt die Maßnahmen der US-Regierung und belegt, dass die „Handelspolitik“ Trumps vor allem von Eskalation und Deeskalation geprägt ist.