Invesco-Studie zu Anleiheinvestoren Institutionelle erwarten Ende der Ruhe an den Zinsmärkten

Deckblatt der Studie: Für die Analyse hat Invesco insgesamt 79 institutionelle Anleger befragt.  | © Invesco

Deckblatt der Studie: Für die Analyse hat Invesco insgesamt 79 institutionelle Anleger befragt. Foto: Invesco

Viele institutionelle Anleger sind überzeugt, dass die lange Phase der Ruhe an den Zinsmärkten im Nachgang der Finanzkrise auf ihr Ende zusteuert. Anleiheinvestoren sehen den globalen Wachstumsausblick zumeist positiv, stellen sich aber auf neue Herausforderungen wie den demografischen Wandel und eine strengere Regulierung ein.

Das Interesse an alternativen Kreditinstrumenten ist unverändert hoch. Die Investoren rechnen jedoch mit einer Rotation hin zu bonitätsstarken Anleihen, den sogenannten Kernanleihen. So lauten einige der wichtigsten Ergebnisse der ersten Global-Fixed-Income-Studie von Invesco, die das Anlageverhalten von Anleiheinvestoren analysiert.

Phase der neuen Normalisierung erwartet

Wie die Studie zeigt, erwarten die Investoren eine Phase der ‚neuen Normalisierung‘ an den Zinsmärkten mit niedrigeren Renditen, einer schwachen Inflation und erneuten Zentralbankinterventionen. Eine bedeutende Minderheit erwartet dagegen eine gänzlich andere Entwicklung mit einem deflationären Schock, der durch das Ende des zyklischen Abschwungs in immer noch fragilen Volkswirtschaften verursacht wird. Ungeachtet der implizit inflationären Fiskalpolitik der Trump-Regierung in den USA rechnen nur wenige mit einer starken, spätzyklischen Beschleunigung der Inflation.

Aus der Studie geht weiter hervor, dass mehr als die Hälfte (58 Prozent) der befragten Anleiheinvestoren die Weltwirtschaft zwar auf dem Weg der Erholung sehen, nicht aber die typische Normalisierung nach einem Abschwung.

Die meisten rechnen mit einer nur langsamen Verbesserung der wichtigsten wirtschaftlichen Messgrößen. Erwartet werden moderate Wachstumsraten und schrittweise Leitzinserhöhungen, wodurch die Zinsen am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve schneller steigen dürften als am langen Ende. Ein Inflationsrisiko sehen die wenigsten.

Nachdem die Renditen jedes Jahr weiter gesunken sind, war die Renditesuche im Niedrigzinsumfeld in den letzten Jahren die größte Herausforderung für Anleiheinvestoren. Bis auf weiteres bleiben die niedrigen Zinsen auch der aus ihrer Sicht wichtigste Einzelfaktor für ihre Anlageentscheidungen.