Optimistischer Ausblick Invesco rechnet mit 2 Prozent auf US-Staatsanleihen

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„Unsere vielleicht wichtigste Prognose ist, dass die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe auf 2,00 Prozent steigen wird und der US-Dollar infolgedessen leicht aufwertet“, sagt Jackson. „Daraus schließen wir, dass einige der jüngsten Trends – vor allem die Outperformance des Value-Stils gegenüber dem Growth-Stil und die Schwäche von Gold und defensiven Zinsanlagen – andauern werden. Gleichzeitig macht es einen weiteren Anstieg der Rohstoffpreise unwahrscheinlicher und könnte neue Zweifel an der Fähigkeit der Schwellenländer, ihre Schuldenlast zu finanzieren, aufkommen lassen, wodurch Schwellenländeranlagen unter Druck kommen könnten.“

Für die Aktienmärkte wird der Anstieg der Anleiherenditen keine Belastung darstellen, so die Mitarbeiter von Invesco. Sie rechnen mit einer Fortsetzung der seit der Jahrhundertwende zu beobachtenden positiven Wechselwirkung zwischen den Aktienkursen und Anleiherenditen. An ihrem optimistischen Ausblick für Immobilien, die weiter höhere Renditen als andere Anlageklassen bieten, halten sie ebenfalls fest. Obwohl die höheren Anleiherenditen zu Kursverlusten von Staatsanleihen führen und die Anlageerträge aus Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen mindern dürften, halten sie hier eine weitere Verengung der Kreditspreads für möglich und rechnen mit einem Rückgang der Ausfallraten.

Für die nächsten zwölf Monate rechnet Invesco mit den höchsten Renditen aus Aktien-, Immobilien- und Rohstoffanlagen sowie Hochzinsanleihen. Am optimistischsten ist der Ausblick für Immobilienanlagen, da die erhöhten REIT-Renditen den Aufwärtsdruck durch steigende Anleiherenditen abfedern dürften. Covid-19 könnte zwar zu einer geringeren Nachfrage nach Büro- und Einzelhandelsflächen führen. Die Immobilienrenditen werden jedoch für gut befunden, da bereits viele schlechte Nachrichten eingepreist zu sein scheinen. Deshalb wird im Zuge der wirtschaftlichen Erholung auch wieder mit einem höheren Wachstum gerechnet. „Die Renditen sind hoch und dürften stabil bleiben – auch wenn sich die Ausschüttungen vielleicht weniger schnell erholen als bei Aktien“, so Jackson. In der Folge könnten Immobilienanlagen nach Ansicht der Invesco-Experten die besten Renditen liefern.

Dagegen werden laut Invesco die steigenden Staatsanleiherenditen zu einer negativen Performance von Staatsanleihen und Anlageerträgen von nahezu null aus Investment-Grade-Anleihen führen. Im Anleihenbereich sind Hochzins-Unternehmensanleihen die bevorzugte Anlageklasse. Da die Investment-Grade-Renditen zu niedrig sind, um den Anstieg der Staatsanleiherenditen abzufedern, bieten Investment-Grade-Unternehmensanleihen jetzt keinen Vorteil mehr gegenüber Geldmarktanlagen. Obwohl sich der Ausblick für Staatsanleihen verbessert hat, hält Invesco diese Anlageklasse weiter für unattraktiv.

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Rohstoffe profitierten zwar von zyklischer Unterstützung, seien inzwischen aber zum Teil sehr teuer. Nach Ansicht von Invesco gilt das insbesondere für Energie und Industriemetalle. In einem von steigenden Anleiherenditen und einem erstarkenden US-Dollar geprägten Umfeld rechnen sie auch mit einer negativen Gold-Performance. Agrarrohstoffe sind der einzige Rohstoffbereich, den die Invesco-Mitarbeiter aktuell für günstig halten.

Unterm Strich kommt Invesco zu dem Ergebnis, dass Cash trotz sehr tiefer Zinsen aufgrund seiner Stabilität und geringen Wechselwirkungen mit anderen Anlageklassen der bevorzugte defensiver Anlagewert bleibt. Die beste Performance wird auf Sicht der nächsten zwölf Monate für britische Aktien, Immobilienanlagen in Schwellenländern, US-Hochzinsanleihen und US-Cash erwartet. Auf regionaler Ebene werden Europa und die Schwellenländer als größte Gewinner eines globalen Aufschwungs angesehen.