Interview mit Sven Stipkovic von der Hypovereinsbank „Die persönliche Beziehung ist entscheidender denn je“

Sven Stipkovic von der Hypovereinsbank.

Sven Stipkovic von der HVB: „Wir ziehen keine Grenze bei 60 Jahren. Wir sind, glaube ich, in einer Situation, wo wir nicht aufs Alter achten sollten, sondern eher darauf, welches Talent jemand mitbringt und welche Leidenschaft.“ Bildquelle: Marvin Dibbern

private banking magazin: Herr Stipkovic, Sie leiten seit einem Jahr das Wealth Management und Private Banking der Hypovereinsbank. Welche Bilanz ziehen Sie?

Sven Stipkovic: Was gut gelaufen ist: Zunächst haben wir eine gute Entwicklung in unseren Kernlösungen. Die Vermögensverwaltung wie auch unsere technologiebasierte Portfolioberatung HVB One Wealth erfreuen sich hoher Beliebtheit. Zudem bauten wir die Zusammenarbeit zwischen Wealth Management, Private Banking und unserer Investmentbank aus. Besonders bei Equity Capital Markets und M&A. Viele Unternehmerfamilien sind mit ihrem Unternehmen
auf der Corporate-Seite bei uns angebunden. Wenn die Kinder das Familienunternehmen nicht fortführen wollen oder Gründer altersbedingt aufhören, begleiten wir den Prozess – vom Exit bis zur Vermögensanlage der Liquidität.

In Deutschland beobachten wir häufig folgende Konstellation: Die Kinder wollen das Familienunternehmen nicht fortführen, Gründer wollen altersbedingt nicht weitermachen. Hier möchten wir helfen. Gelingt uns das, ist ein höherer Liquiditätseingang bei der Familie die Folge.
Wir sind dann in einer guten Position, diese Liquidität auch für die Familien anzulegen. Eine echte Winwin-Situation.

Was unterscheidet die Hypovereinsbank in der Zusammenarbeit mit der Investmentbank
von anderen Häusern?

Stipkovic: Unsere Investmentbank arbeitet primär für die Kunden unserer kommerziellen
Bank und nicht für sich selbst. Ihre zentrale Aufgabe ist es, Lösungen bereitzustellen
– sowohl im Corporate-Bereich als auch im Wealth Management. Wir agieren nicht
produktgetrieben, sondern kundenorientiert. Daher auch der Name der Division:
Client Solutions.

Wo mussten Sie ansetzen, damit diese Verzahnung funktioniert?

Stipkovic: Der wesentliche Punkt ist häufig Emotionsmanagement. Die Kollegen im Wealth Management sind es gewohnt, Spezialisten einzubinden – Investment Advisor, Real-Estate-Beratung, Finanzierungsspezialist. Aber die klassische Investmentbanking-Dienstleistung war nicht immer so präsent. Es geht darum, die Menschen miteinander bekannt zu machen und gemeinschaftlich zum Kunden zu gehen. Die Kunden honorieren das, weil ihnen manchmal gar nicht bewusst war, welche Beratungsdienstleistungen wir anzubieten haben.

Schauen wir auf die Personalseite im Welth Management & Private Banking. Der Markt ist derzeit stark in Bewegung. Ist Fluktuation nicht ein Problem für die Kundenbindung?

Stipkovic: Generell würde etwas mehr Ruhe auf der Personalseite dem gesamten Markt sicher guttun. Wir haben uns auch angeschaut, wie wir uns personell aufstellen wollen. Einige Veränderungen waren eigeninitiiert, und wir wollten bewusst eine neue Dynamik und Expertise in die Teams bringen. Es gehen aber auch mal Kolleginnen und Kollegen, und das sage ich ganz offen, die wir nicht verlieren wollen – das passiert in diesem Markt und gehört dazu.

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