private banking magazin: Herr Saile, Sie sind seit 1992 bei der Sparkasse Pforzheim-Calw. Dabei gibt es doch bei Privatbanken auch attraktive Jobs – wieso weiter Sparkasse?
Stefan Saile: Ich bin bei der Sparkasse bisher noch nicht an meine gestalterischen Grenzen gestoßen. Ich fühle mich wohl und habe weiterhin eine Mission und Themen, die ich voranbringen möchte. Insofern hat sich die Frage bisher (noch) nicht gestellt.
Welche Motive und Ziele im Private Banking haben Sie denn mit der Sparkasse Pforzheim-Calw?
Saile: Die Sparkasse kommt traditionell stark aus dem gewerblichen Kreditgeschäft und Privatkundengeschäft und hat dort einen Marktanteil zwischen 40 und 50 Prozent. Meine Ambition ist, dass wir auch in dem Geschäftsbereich Private Banking mit allen seinen Leistungsfeldern die unangefochtene Nummer eins in unserem Geschäftsgebiet werden.
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private banking magazin: Herr Saile, Sie sind seit 1992 bei der Sparkasse Pforzheim-Calw. Dabei gibt es doch bei Privatbanken auch attraktive Jobs – wieso weiter Sparkasse?
Stefan Saile: Ich bin bei der Sparkasse bisher noch nicht an meine gestalterischen Grenzen gestoßen. Ich fühle mich wohl und habe weiterhin eine Mission und Themen, die ich voranbringen möchte. Insofern hat sich die Frage bisher (noch) nicht gestellt.
Welche Motive und Ziele im Private Banking haben Sie denn mit der Sparkasse Pforzheim-Calw?
Saile: Die Sparkasse kommt traditionell stark aus dem gewerblichen Kreditgeschäft und Privatkundengeschäft und hat dort einen Marktanteil zwischen 40 und 50 Prozent. Meine Ambition ist, dass wir auch in dem Geschäftsbereich Private Banking mit allen seinen Leistungsfeldern die unangefochtene Nummer eins in unserem Geschäftsgebiet werden.
Was schätzen Sie am Private Banking im öffentlich-rechtlichen Sektor? Schließlich ist das ein ambitioniertes Ziel.
Saile: Ich schätze die Unaufgeregtheit der Sparkasse. Wir gehen die Themen mit einer ruhigen Hand an. Das ist ein wichtiges Kriterium, denn meine Interpretation von Private Banking ist eine erfolgreiche, langfristige Zusammenarbeit – eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit unseren Kundinnen und Kunden. Nachhaltig im besten Sinne des Wortes. Das passt sehr gut zur Philosophie der Sparkasse.
Wodurch unterscheidet sich die Sparkasse Pforzheim-Calw zur Konkurrenz? In Süddeutschland ist der Markt schließlich sehr umkämpft, neben den heimischen Banken kommt noch die Konkurrenz aus den Alpen und von Privatbanken hinzu.
Saile: Viele Häuser schreiben Private Banking auf ihr Türschild, machen aber in Wirklichkeit „nur“ Vermögensverwaltung. Unsere Sparkasse ist die größte in Baden-Württemberg und hat die siebtgrößte Bilanzsumme aller Sparkassen in Deutschland. Diese Größe ist ein Faktor, um Leistungen eigenständig anzubieten. Wir haben seit Anfang der 1990er Jahre eine hauseigene Vermögensverwaltung. Ein sehr kompetentes, eigenständiges Generationenmanagement und ein erfolgreiches Stiftungsmanagement. Hinzu kommt ein starker Unternehmenskundenbereich mit Auslandsgeschäft und ein eigener Goldhandel, der deutschlandweit kooperiert. Da würde ich auch im Vergleich zur Konkurrenz selbstbewusst behaupten, dass man lange suchen muss, um etwas in vergleichbarer Qualität aus einer Hand zu bekommen.
Hilft das auch im Ballungsraum Stuttgart, in dem die Konkurrenz ja nochmal verschärft auftritt?
Saile: Von der Assistenz bis zum Private-Banking-Berater haben wir eine stabile Mannschaft mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Die Seniorität, aber auch Stabilität in der Kundenbeziehung sind wichtige Kriterien. So lässt sich vieles unbürokratisch regeln, was die Kunden sehr schätzen. Mit der BW-Bank gibt es einen starken Wettbewerber, der einen wirklich guten Job macht. Ich sehe das wie im Sport: Je stärker der Gegner, desto mehr ist man selbst motiviert, beste Leistung zu bringen. Von daher sehe ich es als Ansporn zur Höchstform. Bei den lokalen Sparkassen gilt hingegen das Regionalprinzip, auch wenn man sich an den Grenzen mal überlappt.
Hat das öffentlich-rechtliche Private Banking ein Qualitätsproblem?
Saile: Das glaube ich nicht. Sonst würden die Privatbanken in der Mitarbeiterakquise sich nicht so gerne bei den Sparkassen bedienen. Das Private Banking steht und fällt mit der Klarheit, mit dem der Bereich geschäftspolitisch positioniert wird und wie sehr die Geschäftsleitung hinter dem Betreuungsansatz steht. Für Private Banking reicht nicht nur eine „Edel-Wertpapierabteilung“.
Sind, wenn draußen an der Tür das Schild Private Banking hängt, tatsächlich auch alle Leistungsfelder einer ganzheitliche Beratung vorhanden? Wenn dem so ist, sehe ich kein Qualitätsproblem.
Im Gegenteil: Eine Institution wie der öffentlich-rechtliche Sektor und auch die Genossenschaftsbanken stehen per se für eine stabile, langfristige Vertriebsphilosophie. Eine Bank, die auf vierteljährliche Zahlen schaut und auf Profitmaximierung setzt, hat da eher ein Glaubwürdigkeits- und vielleicht ein Qualitätsthema.
Welche Herausforderungen für das Private Banking sehen Sie?
Saile: Das eine Thema ist die Demografie. Wir müssen erfahrene Kollegen, die eine hohe Kompetenz und Erfahrung besitzen, ersetzen. Das friktionslos hinzubekommen, ist eine große Kunst, weil es einen längeren Zeitraum braucht, einen guten Übergang mit den Kunden zu bewältigen.
Das andere Thema ist die Regulatorik. Private Banking lebt von Individualität und Regulatorik ist per se „ein Feind“ davon. Die Berater werden immer mehr in standardisierte Prozesse und Vorgehensweisen gezwungen, die diesem Gedanken widersprechen. Hier müssen wir einen Königsweg finden.
Dann ist da die Digitalisierung. Sie ist hilfreich, wenn Prozesse vereinfacht werden. Wenn es aber dazu führt, dass Kundennähe und -bindung ausgehöhlt werden und die Loyalität verloren geht, ist es eine strategische Herausforderung, der wir begegnen müssen.