Interview mit Oliver Lüsch von der BB Bank „Damit gehören wir zu den Top 10 Prozent in der genossenschaftlichen Finanzgruppe.“

Oliver Lüsch, Vorstandsvorsitzender der BB Bank.

Oliver Lüsch, Vorstandsvorsitzender der BB Bank: „Weitere Fusionen schließe ich nicht vollkommen aus.“ Bildquelle: BB Bank

Herr Lüsch, die BBBank bezeichnet sich als größte genossenschaftliche Privatkundenbank in Deutschland. Was steckt hinter diesem Anspruch?

Oliver Lüsch: Wir sind bundesweit tätig, digital und gleichzeitig persönlich an 73 Standorten, und haben mit über 500.000 Mitgliedern eine der mitgliederstärksten Genossenschaftsbanken Deutschlands. Unser Kundengeschäftsvolumen liegt bei 43 Milliarden Euro, die Bilanzsumme bei 22 Milliarden Euro. Wenn wir die Fusion mit der PSD Bank Hessen-Thüringen in diesem Jahr erfolgreich umsetzen, sprechen wir von 45 bis 46 Milliarden Euro Kundengeschäftsvolumen und einer Bilanzsumme zwischen 24 und 25 Milliarden Euro. Damit möchten wir für die genossenschaftliche Finanzgruppe einen wertstiftenden Beitrag leisten.

Sie sprechen die Fusion an. Welche konkreten Synergien erwarten Sie – und wann sollen diese gehoben sein?

Lüsch: Es ist eher ein Ertrags-Case als ein Cost-Case. Wir sehen in Hessen-Thüringen sehr viele Geschäftsmöglichkeiten – gerade für vermögende Kunden, die bislang bestimmte Leistungen nicht abrufen konnten. Die Region Frankfurt-Rhein-Main ist eine starke Metropolregion mit attraktiven Kundenpotenzialen. Das haben wir mit der Fusion Berlin-Brandenburg bereits positiv erlebt: Gerade im Private Banking konnten wir dort erste gute Erfahrungen sammeln. Natürlich müssen wir auch genauer auf die Kosten schauen – aber der Antrieb ist ein anderer.

Die Bank steigert im Jahr der Fusion mit der PSD Bank Berlin-Brandenburg das Teilbetriebsergebnis um 33,2 Prozent auf rund 111 Millionen Euro – die Bilanzsumme wächst auf 22,3 Milliarden Euro an. Wie ordnen Sie die aktuellen Zahlen ein?

Lüsch: Ich bin sehr stolz, dass wir im Fusionsjahr das beste operative Ergebnis der Bank überhaupt erzielt haben. Das ist sicher nicht selbstverständlich. Sowohl die konsequente Kundenzentrierung als auch der Fusionsprozess brauchen viel Aufmerksamkeit. Uns ist es gelungen, beides richtig gut hinzubekommen. Alle Geschäftsfelder haben zum Erfolg beigetragen.

 

36.000 Neukunden, 1,6 Milliarden Euro Neugeschäft in der Baufinanzierung, rund 650 Millionen Euro in der Vermögensverwaltung und über 1,5 Milliarden Euro Tradingvolumen im BBBank-Depot – das kann sich echt sehen lassen. Dazu kommt dann noch der Fusionseffekt. Wir sind mit der Ertragskraft und Leistungsfähigkeit unserer Bank äußerst zufrieden. Schön ist, dass sich der sehr positive Jahresstart 2026 nahtlos an das Rekordergebnis angeschlossen hat.  

Sie schließen weitere Fusionen nicht aus. Nach welchen Kriterien würde ein potenzieller Partner passen?

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