Interview mit Jacco Maters von Anthos „Die neue Generation der Single Family Offices will nachhaltiger investieren“

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Interview mit Jacco Maters von Anthos
„Die neue Generation der Single Family Offices will nachhaltiger investieren“
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Jacco Maters von Anthos Fund & Asset Management.

Jacco Maters von Anthos Fund & Asset Management. Foto: Anthos Fund & Asset Management

private banking magazin: Herr Maters, das Single Family Office der Familie Brenninkmeijer ist nun rechtlich von Anthos Fund & Asset Management (Anthos) getrennt, damit es „seine Fähigkeiten in der Vermögensverwaltung gleichgesinnten Eigentümern zur Verfügung stellen kann.“ Was müssen andere Eigentümer mitbringen, um als gleichgesinnt zu gelten?

Jacco Maters: Wir haben vor zwei Jahren unsere Türen geöffnet für Family Offices, kirchliche Organisationen, Stiftungen und Pensionsfonds, die unsere Werte teilen.

Welche Werte sind das?

Maters: Die haben etwa zu tun mit Nachhaltigkeit, Menschenwürde oder der Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft. Anthos verfolgt zum Beispiel auch klare Politik für Menschenrechte. Man spürt relativ schnell, ob potenzielle Kunden ähnliche Werte ansprechen oder nicht. Wenn wir mit einem potenziellen Kunden anfangen zu reden, dann nicht nur über Renditen, Risiken und Management. Wir sagen auch immer schnell, was wir zum Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit und Impact Investing erwarten. Spätestens danach können wir einschätzen, wie ernst gemeint die Bestrebung unseres Gegenübers sind. Kirchliche Organisationen und Stiftungen haben zum Beispiel das Streben nach Nachhaltigkeit in ihrer DNA.

Und Family Offices?

Maters: Die meisten Family Offices auch. Da gibt es keinen Graubereich, sondern nur schwarz oder weiß. Unsere Linie ist Impact Investing. Wer keine Impact Investments in seinem Portfolio haben will, ist kaum ein naheliegender Kandidat, um mit uns auf einer Wellenlänge zu liegen. Wir kommunizieren das offen, um keine falschen Hoffnungen zu wecken. Family Offices schätzen auch, dass wir wissen, wie sie ticken und unsere Eigentümerfamilie auch „skin in the game“ mit uns hat.

Lassen Sie sich, wenn Sie doch einmal unsicher sind, den Track Record in Sachen Impact Investing geben, oder den Zukunftsplan, falls ein Family Office diesen Weg neu einschlagen möchte?

Maters: Wir schauen uns immer den gesamten Track Record und Transformationspläne an, nicht nur in Sachen Impact, sondern generell. Zudem gibt es die Know-your-Customer-Richtlinie auf der Grundlage des Geldwäschegesetzes von 2008, über die wir sehen können, was der Kunde in der Vergangenheit getan hat. Interessant ist es für uns immer dann, wenn ein Family Office an dem Punkt ist, an dem die Verantwortlichen darüber nachdenken, wie es auch anders, nachhaltiger laufen kann. Wir sehen davon viele. Beispielsweise wenn es einen Generationenwechsel gibt, wird Nachhaltigkeit in der Regel wichtiger und manchmal auch Impact Investing. Die neue Generation der Single Family Offices will nachhaltiger und mit klaren Wertvorstellungen anlegen.

Seit wann macht Anthos Impact Investing?

Maters: Seit gut 15 Jahren. Anthos ist Mitbegründer des Global Impact Investment Networks. Kunden hören gerne unsere Reise. Am Start muss man nämlich sehr gründlich darüber nachdenken, wohin diese gehen soll, welche Ergebnisse man sehen möchte, was man verändern möchte – und wir können erzählen, welche Fehler wir unterwegs gemacht haben. Und aus Fehlern lernt man, wie wir alle wissen, am meisten.

Welches waren die schwerwiegendsten Fehler?

Maters: Am Anfang war Impact Investing ziemlich oft gleichgestellt mit Microfinance und in diesem Bereich ist vieles schlecht gelaufen und auch wir waren dabei. Die Renditen waren nicht gut. Für uns ist aber Impact und und Rendite gleichermaßen wichtig. Zudem gab es viele Fälle, leider auch bei einem unserer Investments, bei denen die Menschen ihre Zinsen nicht bedienen konnten. Das hatte nichts mit Impact zu tun. 

Was haben Sie daraus gelernt?

Maters: Dass man gutes Personal in den Ländern benötigt. Wir können nicht aus Amsterdam oder Frankfurt heraus in Indien oder Vietnam Impact erzielen. Unsere Leute müssen sich vor Ort anschauen, was die Unternehmen wirklich machen. Heute machen wir so gut wie kein Microfinance mehr, sondern wir finanzieren die Menschen, liefern das Grundkapital für kleine Läden, von denen es in Indien und Asien unzählige gibt. Diese sind wichtig für die Gesellschaft. Wir finanzieren Schulunterricht per Radio um nur zwei Beispiel zu nennen.

Machen Sie das ausschließlich über externe Asset Manager?

Maters: Wir glauben daran, dass im Impact-Bereich Fund-of Funds-Lösungen, also Dachfonds am vielversprechendsten sind. Dabei kommt es auf die Due-Dilligence für die Fondsmanager und die externen Asset Manager an. Sie sind vor Ort, sorgen dafür, dass alles so funktioniert, wie wir das möchten. Unsere Portfoliomanager schauen sich die Investments aber auch selbst an, allerdings nur alle zwei Jahre im Schnitt. Das ist zu wenig, weshalb wir lokale Infrastruktur nutzen müssen. Vertrauen ist dabei wichtig, Kontrolle aber auch.

Schauen Sie sich auch selbst Projekte an?

Maters: Natürlich, jedes Projekt, in das wir investiert sind. Ein besonders spannendes Projekt war für mich Rappler, ein digitales Medienunternehmen, das Informationen und Lerninhalte in die Slums auf den Philippinen bringt. Ein Fonds in unserem Portfolio, der Media Development Investment Fund (MDIF), finanzierte das Projekt, für das die Initiatorin und Chefin, Maria Ressa, sogar mit dem Friedensnobelpreis 2021 ausgezeichnet wurde. Wir haben also, wenn Sie so wollen, einen Nobelpreis im Portfolio. Obwohl der MDIF sicher ein unkonventionelles Investitionsthema ist, zeigt eine Anerkennung dieses Kalibers, welcher Impact mit einem Portfoliounternehmen tatsächlich möglich ist. Damit hätten wir nie gerechnet. Es freut uns riesig und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Wie sehen ihre weiteren Wachstumspläne in Deutschland aus?

Maters: Wir haben uns vor zwei Jahren geöffnet. Der Start war holprig. Eigentlich wollten wir viel früher öffnen, unser eigentlicher Grand Opening Day war lange geplant und war dann der zweite Tag des Covid-Lockdowns in den Niederlanden. Das war eine Katastrophe. Dennoch konnten wir auch während des Lockdowns zwei Kunden gewinnen. Eine kirchliche Organisation aus Deutschland ging in unseren Impact-Fonds und ein Family Office aus den Niederlanden meldete sich bei uns. Das machte Hoffnung.

Und mittlerweile?

Maters: Seit zwei Jahren läuft alles wie geplant. In Deutschland zählen wir mehrere kirchliche Organisationen zu unseren Kunden und haben Personal eingestellt, unter anderem zwei Mitarbeiter im Vertrieb, einen Client Portfolio Manager und Assistenten. Zudem planen wir in Deutschland, höchstwahrscheinlich im Rhein-Main-Gebiet, ein Büro zu eröffnen. Wir fokussieren uns auf Deutschland und die DACH-Region, wollen organisch wachsen.

Und zuhause in den Niederlanden?

Maters: Sind mehrere Family Offices unsere Kunden und der Oranje Fonds. Der Fonds ist ein Geschenk des holländischen Volks an Königin Maxima und König Willem-Alexander zu deren Hochzeit und eine der größten Stiftungen der Niederlande; Anthos verwaltet für diese rund 300 Millionen Euro. Genau wie der Oranje Fonds sind auch wir auf langfristigen Kapitalerhalt bedacht und teilen die selben Werte. Der Fonds unterstützt alljährlich mehr als 1.000 soziale Initiativen, die dazu beitragen, eine Gesellschaft zu schaffen, in der jede und jeder teilhaben kann und niemand ausgegrenzt wird.

Worin unterscheidet sich ihr Vorgehen in Deutschland, der DACH-Region und den Niederlanden, der Benelux-Region?

Maters: Wir machen keinen Unterschied. Weil es in Deutschland und auch der Schweiz mehr Family Offices gibt als in der Benelux-Region, gehe ich jedoch davon aus, dass wir in fünf Jahren mehr Kunden aus der DACH-Region haben werden als aus der Benelux-Region.

Wo liegt bei Ihnen die Mindestanlagehöhe?

Maters: Für die Fonds ist ein Investment erst ab gut 10 Millionen Euro interessant. Danach geht es meistens weiter mit der Zusammenarbeit. Unsere Kunden müssen einen langfristigen Anlagehorizont haben. Bei dem Thema Outsourced CIOs, bei dem es darum geht, dass wir nicht nur beraten, sondern wirklich die Vermögensverwaltung zu uns nehmen, für einen Teil oder das ganze Portfolio und unter anderem die strategische Asset Allokation erarbeiten, ist eine Zusammenarbeit ab einem dreistelligen Millionenbetrag sinnvoll.

Was wollen Sie zudem mit ihrem Outsourced CIO-Geschäft abdecken?

Maters: Es heißt nicht Outsourced CIO, weil wir den CIO outsourcen also auslagern. Er oder sie bleiben. Aber wir übernehmen die Implementierung der Portfolios. Deshalb ist die Kommunikation mit den Kunden dabei sehr wichtig. Unsere Kernkundengruppe sind Stiftungen, die zwischen 300 Millionen und einer Milliarde Euro verwalten. Selbstverständlich haben diese Stiftungen gutes Personal. Die Infrastruktur, um in Alternatives zu investieren, haben sie aber meistens nicht, weil diese sich in der Größenordnung nicht lohnen würde. Aber gerade im Alternatives-Bereich ist die Umsetzung die Herausforderung. Hier wollen wir Zugang zu Immobilien, Private Equity, Private Debt und Hedgefonds geben. Die Komplexität dieser Anlageklassen kann an uns ausgelagert werden.

Haben Sie keine Sorge, dass nach der Zinswende zahlreiche kleinere institutionelle Investoren gewillt sein könnten, einfach bei Aktien und Anleihen zu bleiben?

Maters: Unser Timing ist auch nach der Zinswende gut. Selbstverständlich ist es mit höheren Zinsen leichter, das alte Modell mit Aktien und Anleihen weiter zu verfolgen. Aber es gibt mehrere Gründe, auch für kleiner institutionelle Investoren, Alternatives im Portfolio beizumischen. 2022 haben wir gesehen, was geschehen kann, wenn nur auf Aktien und Anleihen gesetzt wird. Beide sind um mehr als 10 Prozent gesunken. Wir waren in diesem Jahr in der Lage, für alle unsere Portfolios eine positive Rendite zu erzielen. Das war nur möglich dank Alternatives und unkorrelierter Absolute-Return-Strategien. Das Beta von Strategien im Absolute Return-Team darf nicht höher sein als 0,1 oder niedriger als minus 0,1. In einem Jahr wie 2022 war das Gold wert. Unterm Strich kann ich voller Überzeugung sagen, dass man immer Alternatives braucht, auch wenn die Zinsen hoch sind.

 

Was spricht noch für Alternatives?

Maters: Es ist leichter, werteorientiere Investments zu tätigen, weil es leichter ist Einfluss auszuüben. Bin ich in einem DAX- oder eine SAP 500-Unternehmen investiert, ist unser Einfluss begrenzt. Im Private-Equity-Bereich sprechen wir beispielsweise mit den Inhabern, sind viel näher dran. Zudem haben unsere Kunden und auch wir Zeit und werden für diese mit der Illiquiditätsprämie belohnt. Selbstverständlich ist es aber auch weiterhin wichtig, liquide Werkzeuge im Portfolio zu haben.

Profitieren Sie bei der Kundenakquise von der Historie von Anthos?

Maters: Definitiv. Alle unsere Family-Office-Kunden sind ausschließlich Single Family Offices und kommen zu uns, weil sie uns als Investor kennen. Wir wollen übrigens auch weiterhin nur mit Single Family Offices arbeiten.

Warum?

Maters: Wegen unserer Werte, über die wir bereits sprachen. Bei Multi Family Offices weiß man oft nicht, wer wirklich der Endkunde ist und ob er unsere Werte teil. Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir für unsere Werte einstehen. 

Wo möchten Sie in fünf Jahren stehen?

Maters: Für die Cofra-Holding, die mehr als 30 Milliarden Euro Assets under Management verantwortet, ist der Plan, die Größe der Gruppe etwa im nächsten Jahrzehnt zu verdoppeln. Das ist die Ambition von CEO Boudewijn Beerkens. Das nehmen wir auch uns als Zielvorgabe, wobei wir derzeit einen höheren einstelligen Milliardenbetrag verwalten.

Externen Mandanten sollen von der von Ihnen bereits erwähnte Dachfondsstrategie profitieren. Wie sehen Strategie und Portfolio aus?

Maters: All unsere Fonds, die wir in Luxemburg notiert haben, ein Aktien-, ein Anleihen-, ein Private-Equity- und ein unkorrelierter Absolute-Return-Fonds – bei dem wir keine Rendite garantieren, sondern die Unkorreliertheit –, ein Immobilienfonds und der Impactfund über den wir sprachen, investieren global und sind Dachfonds. Wer in einen dieser Fonds investiert, investiert exakt so, wie die Familie Brenninkmeijer. Es gibt keinen Unterschied in der Anlagestrategie zwischen extern und intern. Wer mit uns wertebasiert investieren will, investiert natürlich zusammen mit der Familie. Alle Fonds bis auf einer sind SFDR 8 oder SFDR 9. Der einzige SFDR-6-Fonds in unserem Portfolio kann nicht hochgestuft werden, weil wir nicht die Daten aus Asien bekommen.

Warum bleibt der Fonds dann in ihrem Portfolio?

Maters: Wir sehen ganz klar, dass die Manager dort eine positive Wirkung erzielen; wir können es nur nicht mit den von der SFDR geforderten Datenqualität belegen.

Impact vergleichbar messen, ist nicht einfach. Was wünschen Sie sich vom Regulator?

Maters: Einerseits freuen wir uns bei Anthos, dass der Regulator bei Greenwashing genau hinschaut. Das Ergebnis davon könnte jedoch noch zielführender sein. Aber auch Regulatoren lernen. Es ist heute klarer, was ein Fonds können muss, um Artikel 8 oder 9 zu sein, als vor zwei Jahren. Und auch wir, die Finanzindustrie, lernen schnell. Beispielsweise ist der CO2-Ausstoß bei unseren Aktienportfolios nach unten gegangen. Das ist aber auch beim MSCI World der Fall. Das macht Hoffnung und zeigt, dass die Regulatorik wirkt.

Die Regulatorik in der EU sagt aber beispielsweise auch, dass Atomenergie grün ist…

Maters: Tatsächlich ist die Kernenergie eine der wenigen verfügbaren kohlenstoffarmen Energieformen, die zur Verringerung der globalen Kohlenstoffemissionen beitragen kann. Anthos ist sich jedoch der beträchtlichen ökologischen und sozialen Risiken bewusst. Trotz des Potenzials der Kernenergie zur Eindämmung des Klimawandels engagieren wir uns deshalb auch dafür, diese Energieform sicherer zu machen. Damit bessere Technologien und Innovationen im Bereich der Kernenergie entwickelt werden, besteht die Politik von Anthos dementsprechend in der sorgfältigen Auswahl geeigneter Manager und Strategien. Sie sollen sich bei den Energieunternehmen in ihren Portfolios für den Fortschritt in Richtung zu einer sichereren und zuverlässigeren Energie stark machen und sie auf diesem Weg begleiten.

Sind Sie am europäischen CO2-Zertifikatemarkt aktiv?

Maters: Bislang sind wir nicht investiert, aber das schauen wir uns für unseren Absolute-Return-Bereich an. Der Markt ist unkorreliert und zahlt auf das Thema Nachhaltigkeit ein. Für die Zukunft ein spannendes Thema.

Anthos ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Cofra Holding – dem Unternehmen der Eigentümergruppe der Brenninkmeijer-Familie, die zwischen 50 und 60 Personen zählt. Das Anthos Family Office der Brenninkmeijers investiert auch bei Ihnen. Wie viel Kapazität bindet dieser „Kunde“ bei Ihnen, wie schaffen Sie es, die gleiche Nähe beziehungsweise Distanz zu wahren wie bei anderen Kunden?

Maters: Was die Fonds angeht, investiert man exakt wie die Familie. Im O-CIO-Bereich wird es durchaus eine andere SAA geben. Das liegt einfach daran, dass die Bedürfnisse nicht die gleichen sind, was zu einer anderen Zusammenstellung der Portfolios führt. Die Kapazität für alle unsere Kunden ist aber selbstverständlich die gleiche. Familie Brenninkmeijer ist ein großer Kunde, aber wir behandeln alle Kunden gleich. Das schreibt nicht nur das Gesetz vor, sondern auch unsere Vorstellung von Unternehmensführung. Wir haben keine Kunden zweiter Klasse.

Wie sieht bei Alternatives ihre langfristige Strategie aus?

Maters: Unser Ansatz, in Dachfonds zu investieren, gibt uns die Möglichkeit, trotz der langfristigen Ausrichtung auch schnell einen Schwerpunkt zu ändern. Das schafft Flexibilität. Möchte ein Investor zum Beispiel in Infrastruktur gehen, dauert es sehr lange, bis genügend Erfahrung vorhanden ist. Hat man sich auf den Weg gemacht, gibt es eigentlich auch keinen Weg zurück. Auf einer Ebene kommt das langfristig orientieren Investoren entgegen. Auf der anderen kann sich über eine längere Zeit auch viel ändern. Wir investieren in Infrastruktur in Europa und global haben aber die Möglichkeit, relativ schnell einen anderen Weg einzuschlagen. Das bedeutet nicht, dass wir keine langfristigen Investoren sind, denn das sind wir. Aber wir sind dennoch recht flexibel. Die große Herausforderung dabei ist es, die richtigen Fonds zu finden. Wir haben viel Erfahrung in Due-Dilligence und viel Kenntnis über die Portfolios der Fonds, in die wir investieren. Dahinter steckt viel Arbeit, in meinen Augen aber weniger, als für jede alternative Anlageklasse ein eigenes Team aufzubauen. Wir arbeiten im Alternative-Bereich seit langer Zeit, teilweise seit Jahrzehnten, mit über 100 Investmenthäusern zusammen.

 

Wie sieht es bei Private Equity und im Immobilienbereich aus?

Maters: Auch hier investieren wir über Dachfonds, stimmen uns zudem mit unseren Schwesterorganisationen ab.

Sie meinen mit dem Immobilienarm Redevco und der Private-Equity-Plattform Bregal. Wie sieht die Zusammenarbeit aus?

Maters: Beide investieren direkt. Wir machen das nicht, weil wir, wie gesagt, an die Vorteile der Fund-of-Funds-Konstruktion glauben. Wir investieren auch nicht in Fonds von Redevco oder Bregal. Würden wir das tun, gäbe es möglicherweise Interessenkonflikte. Wir würden ein Stück weit unsere Unabhängigkeit aufgeben und könnten das O-CIO-Modell nicht anbieten. Nichtsdestotrotz reden wir mit den Mitarbeitern von Redevco und Bregal über die Märkte. Wir lernen voneinander.


Über den Interviewten

Jacco Maters ist seit 2018 Geschäftsführer von Anthos Fund & Asset Managment. Vorherige Karrierestationen waren unter anderem bei der Allianz, Mercer und ABN Amro.

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