private banking magazin: Herr Prawitz, lassen Sie uns mit einer grundsätzlichen Frage beginnen: Worauf basiert der aktuelle Geschäftserfolg von Schroders?
Alexander Prawitz: Ich würde sagen, er steht auf zwei Säulen. Die erste ist unsere Investmentplattform. Für einen aktiven Manager wie uns ist sie das Herzstück. Unsere Produktpalette ist breit, tief und in der Qualität überzeugend. Über fünf Jahre hinweg schlagen mehr als 70 Prozent unserer Fonds und Strategien die jeweilige Benchmark oder Vergleichsgruppe. Das ist im Marktvergleich stark und schafft Vertrauen. Es ermöglicht uns, in sehr unterschiedlichen Marktphasen Lösungen anbieten zu können, die für unsere Kunden relevant sind.
Und die zweite Säule?
Prawitz: Das ist unser kundenorientierter Ansatz im Vertrieb. Wir sind unabhängiger Vermögensverwalter, haben keinen eigenen Vertriebskanal, und deshalb müssen wir für die Kunden einen echten Mehrwert bieten. Das bedeutet, dass nicht nur unsere Vertriebler nah dran sind, sondern auch Client Service, Reporting, Sales Support, Produktspezialisten und die Investmentteams. Unser Ziel ist es, die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen, sie ernst zu nehmen und Lösungen anzubieten, die wirklich passen. Wenn uns das nicht gelingt, gibt es keinen Grund für die Kunden, mit uns zusammenzuarbeiten. Diese klare Ausrichtung auf Kundennutzen ist und bleibt entscheidend für unseren Erfolg.
Sie haben in Deutschland im laufenden Jahr mehr als eine Milliarde Euro netto eingesammelt.
Prawitz: Ja, wobei es sogar etwas mehr ist. In Deutschland liegen wir aktuell bei rund 1,1 Milliarden Euro. Rechnet man Österreich und Osteuropa hinzu – also den Raum, für den ich verantwortlich bin – summiert es sich auf knapp zwei Milliarden Euro. Wichtig ist: Diese Zahl bezieht sich nur auf Public Assets, also alles, was eine WKN hat – Aktien-, Renten- und Mischfonds sowie Mandate. Private Markets kommen on top, wo wir dieses Jahr auch wieder extrem erfolgreich waren, vor allem im Bereich Private Equity.
Und welche Produkte waren die Treiber dieses Wachstums?
Prawitz: Sehr stark waren unsere Credit-Strategien, insbesondere die Flaggschiff-Fonds von Patrick Vogel. Aber auch Euro High Yield, US Large Cap und globale Aktien liefen gut. Die Nachfrage nach Schwellenländer Aktien und Renten hat auch wieder angezogen. Sogar in unserem Goldfonds konnten wir nennenswerte Zuflüsse erzielen. Es ist also ein breites Spektrum – und genau das zeichnet uns aus. Wir sind nicht von zwei, drei Produkten abhängig, sondern haben die Möglichkeit, aus einer ganzen Klaviatur zu wählen. Der Anspruch ist, zu verstehen, welche Produkte zum Zeitpunkt X für die Kunden wirklich relevant sind – und diese gezielt in den Vordergrund zu stellen.
Wie funktioniert dieser Entscheidungsprozess?
Prawitz: Der Schlüssel sind gute Leute, die sehr nah an den Kunden dran sind. Sie müssen verstehen, was heute gefragt ist – aber auch, was morgen kommen könnte. Märkte verändern sich, und manchmal auch die Performance einzelner Strategien. Ein Fonds mit jahrzehntelangem Track Record kann eine Schwächephase haben – dann ist es nicht der richtige Zeitpunkt, ihn zu vermarkten. Unser Anspruch ist, die Probleme der Kunden zu erkennen und mit passenden Lösungen zu helfen. Wenn wir in 70 bis 80 Prozent der Fälle damit richtigliegen, sind wir erfolgreich.
Das klingt nach einem Balanceakt zwischen Strategie und Flexibilität.
Prawitz: Genau. Wir haben strategische Initiativen auf Gruppenebene – Themen, die global ausgerollt werden. Gleichzeitig haben die Länderchefs und Vertriebsleiter Spielraum, lokal zu entscheiden, was für ihre Kunden am wichtigsten ist. Diese Mischung ist entscheidend. Kunden müssen wissen, wofür wir stehen. Aber wir müssen auch schnell reagieren können, wenn sich Marktbedingungen ändern oder neue Bedürfnisse auftauchen.
Was verraten die Absatzzahlen über den Appetit deutscher Investoren?
Prawitz: Ich sehe eine klare Rückkehr zum aktiven Management. Nehmen Sie US Large Cap: Eigentlich ein Markt, bei dem viele sagen, da reicht ein ETF. Aber wenn man nach Kosten eine bessere Rendite oder ein besseres Rendite- Risiko-Profil liefert, dann interessieren sich die Kunden auch dafür. Entscheidend ist, ob man liefert. Wer Alpha nur verspricht, aber nicht bringt, wird abgestraft. Wer nachhaltig liefert, wird belohnt.
Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren. Bitte melden Sie sich daher einmal kurz an und machen einige berufliche Angaben. Geht ganz schnell und ist selbstverständlich kostenlos.
private banking magazin: Herr Prawitz, lassen Sie uns mit einer grundsätzlichen Frage beginnen: Worauf basiert der aktuelle Geschäftserfolg von Schroders?
Alexander Prawitz: Ich würde sagen, er steht auf zwei Säulen. Die erste ist unsere Investmentplattform. Für einen aktiven Manager wie uns ist sie das Herzstück. Unsere Produktpalette ist breit, tief und in der Qualität überzeugend. Über fünf Jahre hinweg schlagen mehr als 70 Prozent unserer Fonds und Strategien die jeweilige Benchmark oder Vergleichsgruppe. Das ist im Marktvergleich stark und schafft Vertrauen. Es ermöglicht uns, in sehr unterschiedlichen Marktphasen Lösungen anbieten zu können, die für unsere Kunden relevant sind.
Und die zweite Säule?
Prawitz: Das ist unser kundenorientierter Ansatz im Vertrieb. Wir sind unabhängiger Vermögensverwalter, haben keinen eigenen Vertriebskanal, und deshalb müssen wir für die Kunden einen echten Mehrwert bieten. Das bedeutet, dass nicht nur unsere Vertriebler nah dran sind, sondern auch Client Service, Reporting, Sales Support, Produktspezialisten und die Investmentteams. Unser Ziel ist es, die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen, sie ernst zu nehmen und Lösungen anzubieten, die wirklich passen. Wenn uns das nicht gelingt, gibt es keinen Grund für die Kunden, mit uns zusammenzuarbeiten. Diese klare Ausrichtung auf Kundennutzen ist und bleibt entscheidend für unseren Erfolg.
Sie haben in Deutschland im laufenden Jahr mehr als eine Milliarde Euro netto eingesammelt.
Prawitz: Ja, wobei es sogar etwas mehr ist. In Deutschland liegen wir aktuell bei rund 1,1 Milliarden Euro. Rechnet man Österreich und Osteuropa hinzu – also den Raum, für den ich verantwortlich bin – summiert es sich auf knapp zwei Milliarden Euro. Wichtig ist: Diese Zahl bezieht sich nur auf Public Assets, also alles, was eine WKN hat – Aktien-, Renten- und Mischfonds sowie Mandate. Private Markets kommen on top, wo wir dieses Jahr auch wieder extrem erfolgreich waren, vor allem im Bereich Private Equity.
Und welche Produkte waren die Treiber dieses Wachstums?
Prawitz: Sehr stark waren unsere Credit-Strategien, insbesondere die Flaggschiff-Fonds von Patrick Vogel. Aber auch Euro High Yield, US Large Cap und globale Aktien liefen gut. Die Nachfrage nach Schwellenländer Aktien und Renten hat auch wieder angezogen. Sogar in unserem Goldfonds konnten wir nennenswerte Zuflüsse erzielen. Es ist also ein breites Spektrum – und genau das zeichnet uns aus. Wir sind nicht von zwei, drei Produkten abhängig, sondern haben die Möglichkeit, aus einer ganzen Klaviatur zu wählen. Der Anspruch ist, zu verstehen, welche Produkte zum Zeitpunkt X für die Kunden wirklich relevant sind – und diese gezielt in den Vordergrund zu stellen.
Wie funktioniert dieser Entscheidungsprozess?
Prawitz: Der Schlüssel sind gute Leute, die sehr nah an den Kunden dran sind. Sie müssen verstehen, was heute gefragt ist – aber auch, was morgen kommen könnte. Märkte verändern sich, und manchmal auch die Performance einzelner Strategien. Ein Fonds mit jahrzehntelangem Track Record kann eine Schwächephase haben – dann ist es nicht der richtige Zeitpunkt, ihn zu vermarkten. Unser Anspruch ist, die Probleme der Kunden zu erkennen und mit passenden Lösungen zu helfen. Wenn wir in 70 bis 80 Prozent der Fälle damit richtigliegen, sind wir erfolgreich.
Das klingt nach einem Balanceakt zwischen Strategie und Flexibilität.
Prawitz: Genau. Wir haben strategische Initiativen auf Gruppenebene – Themen, die global ausgerollt werden. Gleichzeitig haben die Länderchefs und Vertriebsleiter Spielraum, lokal zu entscheiden, was für ihre Kunden am wichtigsten ist. Diese Mischung ist entscheidend. Kunden müssen wissen, wofür wir stehen. Aber wir müssen auch schnell reagieren können, wenn sich Marktbedingungen ändern oder neue Bedürfnisse auftauchen.
Was verraten die Absatzzahlen über den Appetit deutscher Investoren?
Prawitz: Ich sehe eine klare Rückkehr zum aktiven Management. Nehmen Sie US Large Cap: Eigentlich ein Markt, bei dem viele sagen, da reicht ein ETF. Aber wenn man nach Kosten eine bessere Rendite oder ein besseres Rendite- Risiko-Profil liefert, dann interessieren sich die Kunden auch dafür. Entscheidend ist, ob man liefert. Wer Alpha nur verspricht, aber nicht bringt, wird abgestraft. Wer nachhaltig liefert, wird belohnt.
Gleichzeitig hört man von vielen Wettbewerbern Molltöne: Konsolidierung, Kostendruck, Margenverfall. Sie klingen positiver.
Prawitz: Ich sehe die Herausforderungen durchaus. Margen sind unter Druck, die Kosten sind gestiegen. Aber ich bleibe Optimist. Wenn man als Haus eine klare Strategie verfolgt, gute Performance liefert und eng mit den Kunden arbeitet, bleibt man relevant. Geldanlage – also aus Geld mehr Geld zu machen – ist ein dauerhaftes Bedürfnis. Die Nachfrage verschwindet nicht. Sie verändert sich nur in der Form: Welche Kanäle, welches Marketing, welche Technologien, welche Datenbasis. Daher bin ich wenn ich auf unser Geschäft schaue absolut auf Dur gestimmt.
Ist Alpha heute schwieriger zu erzielen?
Prawitz: Ja, weil die Datenflut enorm ist. Vor 15 Jahren war die Welt einfacher. Heute muss man deutlich mehr Informationen verarbeiten, um Investmententscheidungen zu treffen. Deshalb investieren wir in KI, nicht, um Analysten zu ersetzen, sondern um sie zu unterstützen. Wir wollen ihnen helfen, bessere Entscheidungen zu treffen, statt mit Scheuklappen an der Realität vorbeizuarbeiten. Das ist der Weg, den man gehen muss, um auch künftig im aktiven Management erfolgreich zu sein.
