Stefanie Rühl-Hoffmann von der Deutschen Bank „Wir betreuen Verbünde, die schon heute sehr komplex sind“

Stefanie Rühl-Hoffmann führt das neue UHNW-Team der Deutschen Bank

Stefanie Rühl-Hoffmann führt das neue UHNW-Team der Deutschen Bank: „Der Wettbewerb ist größer, je größer und etablierter oder professioneller das Gegenüber ist.“ Foto: Deutsche Bank

private banking magazin: Die Deutsche Bank betreut deutsche UHNW-Kunden in einer neuen Struktur. Das klingt – ehrlich gesagt – nicht so, als würde sich inhaltlich viel für die Kunden verändern.

Stefanie Rühl-Hoffmann: Doch, es ist ein anderes Konzept. Wir bieten hochvermögenden Kunden leichter Zugang zur globalen Deutschen Bank und betreuen sie gleichzeitig deutschlandweit an sechs Standorten: in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und in München.

Und damit an Standorten, an denen die Deutsche Bank sowie schon tätig ist.

Rühl-Hoffmann: Aber mit einem separaten Team mit separater Verantwortung, mit separaten KPIs und mit speziell ausgewählten Beratern, Investmentmanagern und auch Assistenzen und Spezialisten – und mit einer Palette an Dienstleistungen, die speziell auf diese Klientel ausgerichtet ist. Dazu erhalten die Kunden Zugang zu den globalen Lösungen unserer Unternehmens- und Investmentbank. Das neue Growth Office gibt dem UHNW-Team außerdem eine Struktur und setzt seine Akquisitionsstrategie systematisch um. Hinzu kommt das Financial Engineering & Solutions-Team (FES). Damit öffnen wir den Topkunden die gesamte Bank.

Heißt: UHNW-Kunden wurden aus bestehenden Kundenbüchern auf dieses UHNW-Team übertragen?

Rühl-Hoffmann: Perspektivisch nehmen wir natürlich alle UHNW-Kunden in das neue Team auf – die bestehenden UHNW-Kunden kommen mit ihren gewohnten Ansprechpartnern in dieses Team. Es ist klar, wer Teil des Teams ist und wo die Verantwortung für Hochvermögende liegt. Es geht aber nicht um eine Umschlüsselung, sondern um die speziellen Bedürfnisse dieser Klientel. Das sind Persönlichkeiten oder Familien mit einem deutlich dreistelligen, sehr komplexen Millionenvermögen, größtenteils unternehmerisch geprägt oder auch Stiftungen

 

Wenn aber ein Berater nicht ins UHNW-Team wechselt, aber einen solchen Kunden mit solchen Ansprüchen berät, dann muss er ja langfristig ins UHNW-Team umgeschlüsselt werden.

Rühl-Hoffmann: Wenn der Kunde einen entsprechenden und komplexen Bedarf hat, dann werden wir natürlich über die Zeit hinweg aktiv. Wo normalerweise das Kundenbuch eines Beraters sehr gemischt ist, wollen wir Spezialisten für diese komplexen Bedarfe stellen. Aber nochmal: Es ist klar, wer Teil des Teams ist. Und wenn es solche komplexen Kundenbedarfe gibt, arbeiten wir auch sehr eng mit der Region und mit den Teams vor Ort zusammen. Es gibt ja immer mal Änderungen.

Welche Größenordnung hat das Team personell?

Rühl-Hoffmann: Zum Start arbeiten im UHNW-Team deutschlandweit etwa 50 bis 60 Mitarbeiter. Unser Betreuungsansatz fußt auf einem Mitarbeiter-Dreierteam aus Relationship Management, Investment Management und der Assistenz, die bei uns Client Service Executive heißt. Je nach Größe des Standorts arbeiten bis zu drei dieser Trios vor Ort. Die Spezialisten aus dem Financial-Engineering-&-Solutions-Team, dem Growth Office und dem Entwicklungsteam für UHNW-Lösungen kommen noch dazu.

„Der Kundenberater öffnet die Bank und moderiert die strategischen Themen, der Investment Manager ist der Kapitalmarktexperte“

Wer ist wann im Kontakt mit den Kunden?

Rühl-Hoffmann: In den Dreierteams, oder wie wir sie nennen, in den „Client-Service-Teams“ haben alle drei Mitarbeiter Kontakt zum Kunden: Der Kundenberater öffnet ihm die Bank und moderiert die strategischen Themen, der Investment Manager ist der Kapitalmarktexperte. Beide bringen, neben den Experten von Financial Engineering & Solutions sowie Lending, bei Bedarf weitere globale Spezialisten aus der Bank ins Spiel - vom Capital Markets Desk bis hin zu unseren Fachleuten für illiquide Lösungen.