Sorge Internationaler Währungsfonds: Kryptowährungen begünstigen Geldwäsche

Gita Gopinath ist seit 2019 Chefökonomin des internationalen Währungsfonds

Gita Gopinath ist seit 2019 Chefökonomin des internationalen Währungsfonds: Die Organisation will klare Regeln für den Kryptomarkt. Foto: Imago Images / Xinhua

Der Internationaler Währungsfonds (IWF) ist besorgt wegen Kryptowährungen. Das berichtet unter anderem der US-amerikanische Wirtschaftskanal CNBC. Verbraucher seien demnach aus mehreren Gründen gefährdet. Zum einen würden vielen der Personen und Finanzinstitute, die mit Digitalwährungen handeln, „starke operative, Governance- und Risikopraktiken fehlen“. Der IWF spricht in diesem Zusammenhang von „unzureichender Offenlegung und Aufsicht“.

CNBC zitiert zudem den Vorsitzenden der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA Charles Randell: „Wir wissen einfach nicht, wann oder wie diese Geschichte enden wird, aber – wie bei jeder neuen Spekulation – kann sie nicht gut enden.“ Hinzu komme, dass nicht nur das Geld von Verbrauchern durch Kryptowährungen in Gefahr sei. Randell spricht auch von Sicherheitsrisiken. Der Handel öffne „der Geldwäsche sowie der Terrorismusfinanzierung ungewollte Türen“. Außerdem könne es zu Datenlücken kommen.

IWF-Daten zeigen: Alle Krypto-Vermögenswerte überstiegen im September die Marke von zwei Billionen US-Dollar. Gegenüber Anfang 2020 entspricht das einem Anstieg um das zehnfache. Das stelle schon jetzt ein „unmittelbares und akutes Risiko“ für „einige Schwellen- und Entwicklungsländer“ dar. Hier könne es zur „Kryptoisierung“ kommen, also einer „Währungssubstitution durch Krypto-Vermögenswerte“. So werde die Finanzstabilität der betroffenen Länder bedroht. Der IWF pocht deshalb auf weltweit harmonisierte Regelungen und schreibt in einem Blog-Beitrag, dass „die Maßnahmen zur Steuerung der Kapitalströme […] angesichts der Kryptoisierung fein abgestimmt werden” müssten. Der grenzüberschreitende Charakter des Krypto-Marktes würde unkoordinierte Regulierungen einzelner Nationen unwirksam machen.

Da „unkoordinierte Regulierungsmaßnahmen potenziell destabilisierende Kapitalströme erleichtern können“, will der IWF mindestens erreichen, dass sich Dienstleister rund um Krypto-Assets für ihre Aktivitäten staatlich lizenzieren müssen. Zu diesen Aktivitäten sollen die Lagerung, der Transfer, die Abrechnung und die Verwahrung von Reserven und Vermögenswerten, ähnlich den bestehenden Vorschriften für Finanzdienstleister, gehören. Die Zulassungs- und Genehmigungskriterien sollten klar formuliert, die zuständigen Behörden eindeutig benannt und die Koordinierungsmechanismen zwischen ihnen genau definiert werden.

Außerdem schlägt der IWF vor, dass die zuständigen Behörden den beaufsichtigten Finanzinstituten klare Anforderungen in Bezug auf ihr Engagement und ihre Beteiligung an Kryptowährungen vorgeben. So sollten die Banken-, Wertpapier-, Versicherungs- und Rentenaufsichtsbehörden die Kapital- und Liquiditätsanforderungen und die Obergrenzen für das Engagement in verschiedenen Arten dieser Vermögenswerte festlegen und Eignungs- und Risikobewertungen für die Anleger verlangen. Für Kryptounternehmen „mit Verwahrungsdienstleistungen“, also beispielsweise Kryptobörsen sollten noch schärfere Regelungen eingesetzt werden.

Kryptowährungen würden jedoch auch einige Vorteile bieten. Der IWF ist daher der Meinung, dass mithilfe von gut koordinierten Maßnahmen sichergestellt werden soll, dass diese Vorteile erhalten bleiben und Schwachstellen beseitigt werden.