Internationale Expansion „Wir wollen nah am österreichischen Kunden sein“

Marc Homsy und Andreas Schneeberger von Danske Invest: „Der österreichische Kapitalanlagemarkt ist hocheffizient.“

Marc Homsy und Andreas Schneeberger von Danske Invest: „Der österreichische Kapitalanlagemarkt ist hocheffizient.“

Warum nimmt Danske Invest jetzt auch den österreichischen Markt ins Visier?

Marc Homsy: Aus zwei naheliegenden Gründen. Erstens der geografische und kulturelle Aspekt: In Deutschland sind wir inzwischen seit fast drei Jahren mit einer eigenen Niederlassung und einem eigenen Team vertreten. Seither verzeichnen wir stetiges Wachstum. Daher ist es schlüssig, diese Kompetenzen auch in demjenigen Nachbarland anzubieten, in dem dieselbe Sprache gesprochen wird.

Und zweitens ist dieser Schritt auch inhaltlich logisch: Die Herausforderungen österreichischer Anleger sind mit denen deutscher Investoren prinzipiell identisch. Auch die Märkte funktionieren nahezu gleich. Aber das kann Ihnen mein Kollege Andreas Schneeberger noch besser erläutern, der nicht nur hauptverantwortlich für unsere österreichischen Kunden ist.

Worauf kommt es für Fondsanbieter in Österreich denn besonders an?

Andreas Schneeberger: Österreich besitzt einen hocheffizienten Markt im Bereich Kapitalanlage, der dem deutschen in nichts nachsteht. Die zwei aus unserer Sicht wichtigsten Erfolgsfaktoren sind hervorragender Service und hohe Professionalität, die von den Anlegern konsequent eingefordert werden.

Ich habe in der Vergangenheit sowohl für österreichische Finanzhäuser gearbeitet als auch für internationale Gesellschaften den dortigen Markt aus Österreich heraus bedient. Insofern verfüge ich hier über einige Erfahrung und kann einschätzen, wie wichtig die Nähe zum Kunden für eine erfolgreiche Markterschließung ist.

Was bietet Ihr Haus den Anlegern an?

Schneeberger: Seit Frühjahr 2017 haben wir sukzessive mit der Zulassung unserer in Luxemburg registrierten Fonds für den Vertrieb an österreichische Anleger begonnen. Inzwischen bieten wir das identische Leistungsspektrum wie in Deutschland an, das insgesamt über 50 Strategien umfasst. Dementsprechend haben wir auch bei den Zielgruppen keine Unterschiede, das heißt für Privatanleger bis hin zu institutionellen Investoren stehen in beiden Staaten die jeweils passenden Fonds-Anteilsgruppen zur Verfügung.

Und für welche Ihrer Investment-Themen sehen Sie in Österreich die größte Relevanz?

Schneeberger: Da gibt es eine ganze Reihe. Gerade im institutionellen Geschäft sind dänische Hypothekenpfandbriefe besonders interessant, die mehr Rendite als Anleihen mit Investmentstatus bieten, und gleichzeitig über höchste Bonität und damit Sicherheit verfügen. Zudem sehen wir über den gesamten Markt hinweg hohe Nachfrage bei Strategien für Schwellenländeranleihen in Hartwährung sowie im Bereich europäischer Aktien, gerade bezogen auf mittelständische Emittenten. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt für Investoren eine immer größer werdende Rolle.

Eine Besonderheit in Österreich ist zudem, dass hier das Interesse an Osteuropa-Themen noch höher ist als in Deutschland. Dies liegt natürlich an der historisch bedingt engen Verbindung zwischen Österreich und den osteuropäischen Staaten. Daher sind österreichische Anleger häufig besonders offen für Kapitalanlagen in diesen Ländern.

Homsy: Gerade dies ist eine Besonderheit, die veranschaulicht, warum wir von unserer Österreich-Strategie so überzeugt sind. Denn gerade für Osteuropa haben wir mehrere Produkte für Anleger im Portfolio. Eines davon, das bei österreichischen Investoren auf großes Interesse stößt, ist der Aktienfonds Danske Invest – Estern Europe ex Russia Class A, der sich auf Emittenten mit Osteuropa-Fokus konzentriert, dabei jedoch Russland bewusst ausklammert. Per Ende November 2017 ist die Strategie seit Jahresbeginn um knapp 18 Prozent im Plus – und durch ihren besonderen Ansatz finden sich am Markt kaum vergleichbare Produkte.

Gibt es noch weitere Unterschiede zu Deutschland?

Schneeberger: Keine gravierenden, denn beide Märkte ähneln sich sehr. Kennzeichnend für österreichische Anleger ist noch, dass sie hohen Wert auf persönliche Gespräche legen, wenn wir mit unseren Fondsmanagern im Land vor Ort sind. Und dies sind wir oft. In Frankfurt am Main dagegen ist das Roadshow-Angebot insgesamt größer, daher bleibt mitunter etwas weniger Zeit für solche Gespräche.

Ist eine eigene Danske Invest-Niederlassung in Österreich geplant?

Homsy: Hierfür sehen wir derzeit noch keinen Bedarf. Aber der gesamte deutschsprachige Raum, zu dem wir zusätzlich noch die Schweiz und Luxemburg zählen, ist für unser Unternehmen auf globaler Ebene ein Kernmarkt.

Wir haben eine klare Wachstumsstrategie für die Region konzipiert, und von dieser werden selbstverständlich auch unsere Dienstleistungen für österreichische Anleger weiter profitieren. Im Vordergrund steht dabei stets der Kunde, und bei seiner Beratung wird es keine Leistungsunterschiede verglichen mit den nordischen Stammländern unseres Unternehmens geben.

Schneeberger: Neben häufigen persönlichen Treffen zwischen österreichischen Investoren und Mitarbeitern unseres Hauses nehmen wir auch an ausgewählten Veranstaltungen im Land teil. Erst Ende November 2017 waren wir zum Beispiel auf dem private banking kongress, der zum ersten Mal in Wien stattfand. Solche Veranstaltungen bieten für uns eine ausgezeichnete Gelegenheit, um auf sehr effektive Weise eine Vielzahl interessanter geschäftlicher Kontakte zu treffen und uns über die neuesten Themen auszutauschen. Denn klar ist: Wir wollen möglichst nah am österreichischen Kunden sein!