Asiatische Immobilienaktien und REITs Internationale Einzelhändler in der Warteschlange

Thomas Körfgen, SEB Asset Management

Thomas Körfgen, SEB Asset Management

Der Februar war von der Zurückhaltung vieler Anleger geprägt. Dies, obwohl einige wichtige Frühindikatoren durchaus Anlass zu Optimismus gaben. So stieg der ZEW-Index deutlich stärker als erwartet und auch der Ifo-Geschäftsklimaindex legte zum vierten Mal in Folge zu. Ein weiteres Mal jedoch sorgten die südeuropäischen Länder für Zweifel und Zurückhaltung bei den Anlegern. Nicht nur, dass sich der spanische Ministerpräsident Rajoy Korruptionsvorwürfen und Rücktrittsforderungen ausgesetzt sah, sondern vor allem die Wahl in Italien, die mit vielen Fragezeichen zu Ende ging, belastete die Zuversicht der Investoren. Auch die Arbeitslosigkeit in Frankreich, die im Februar mit 10,6 Prozent auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegen ist, trübte die Stimmung.

In Asien gab es hingegen erneut positive Nachrichten. Das Bruttoinlandsprodukt in Hongkong stieg um 2,5 Prozent im vierten Quartal, nachdem es im Vorquartal noch bei 1,4 Prozent lag. Auch die asiatischen REIT-Märkte konnten hiervon profitieren und schlossen den Monat mit einem Kursplus von über 5 Prozent ab. Insbesondere REITs, die Einkaufscenter besitzen, haben sich diesen Monat sehr stark entwickelt.

Mehr als 50 Millionen Besucher pro Jahr

Das Geschäftsumfeld für ebendiese Unternehmen ist weiterhin und langfristig als sehr attraktiv einzuschätzen – sprechen wir doch über „Shopping Malls“, wie sie in Größe und Attraktivität in Europa kaum vorhanden sind. Alleine „VivoCity“, die größte Shopping Mall Singapurs, zieht jährlich weit über 50 Millionen Besucher an, macht Umsätze in Höhe von über 400 Millionen Euro und hat eine Vermietungsquote von 99,9 Prozent. Vollvermietung ist in Asien keine Ausnahme, sondern eher die Regel.

Internationale Einzelhändler stehen tatsächlich in einer Warteschlange auf der Suche nach Verkaufsflächen in attraktiven Einkaufscentern, wie sie die asiatischen REITs halten. Die in Asien kürzeren Mietverträge sind in diesem Umfeld durchaus vorteilhaft für die Vermieter. Verlängerungen von Mietverträgen gehen zumeist mit erheblichen Mieterhöhungen einher. Bei einem Großteil der Mietverträge gibt es darüber hinaus automatische Inflationsanpassungen.

Noch vergleichsweise wenig Geschäft in Asien

Es ist überraschend, wie gering der Umsatzanteil der allermeisten Einzelhändler in Asien zurzeit noch ist. Nehmen wir als Beispiel die schwedische H&M-Gruppe mit ihren Töchtern COS, Monki, Weekday und Cheap Monday. Im 3. Quartal 2012 lag der Umsatzanteil Europas immer noch bei 78 Prozent, in Amerika bei 11 Prozent und in Asien erst bei ebenfalls 11 Prozent. Bei der Inditex Gruppe um Zara, Pull & Bear, Massimo Dutti, Bershka und Stradivarius ist dies vergleichbar, Europa 70 Prozent, Amerika 12 Prozent und Asien 18 Prozent. Gemeinsam ist diesen Unternehmen das erklärte Ziel, in Asien stark zu wachsen.

Zahl des Monats: Der Umsatzanteil der H&M-Gruppe liegt in Asien bei 11 Prozent, in Deutschland alleine bei über 20 Prozent.

Hintergrund: Thomas Körfgen ist Mitglied der Geschäftsführung und Leiter Immobilienaktien bei SEB Asset Management. Bei hoher Ausrichtung auf Dividendenrenditen investiert er mit seinem Team aktiv in REITs, also börsennotierte Immobilienaktiengesellschaften, aus dem asiatisch-pazifischen Raum. REITs vereinen die Dynamik von Aktien mit der fundamentalen Verankerung ihres Werts im Immobilienmarkt und bieten verlässliche Erträge, da sie gesetzlich zu hoher Ausschüttung verpflichtet sind. Der asiatisch-pazifische Markt ist mit rund 190 Werten bereits heute der zweitgrößte REIT-Markt weltweit. Die Kombination aus hohen Dividendenrenditen und ordentlichen Erträgen bei asiatischen REITs bietet Investoren eine konservative Möglichkeit, an der Wachstumsdynamik des asiatischen Immobilienmarkts teilzuhaben.