Die Münchner Kanzleien Mattil & Kollegen und Greger & Collegen haben eine Interessengemeinschaft für Anleger der Deutsche Finance Group gegründet. Hintergrund sind die jüngsten Entwicklungen rund um das Münchner Unternehmen.
Ermittlungen, Bafin-Eingriff und Anlegerschutz
Die Deutsche Finance Group steht seit Monaten unter Druck. Ausgangspunkt sind verlustträchtige US-Immobilieninvestments der Bayerischen Versorgungskammer (BVK), bei denen die Deutsche Finance America eine koordinierende Rolle übernommen hatte. Die BVK räumte Compliance-Verstöße ein und informierte die Staatsanwaltschaft München; bis zu 853 Millionen Euro könnten aus Investments in Miami und New York verloren gehen. Die Deutsche Finance bestritt in einer Klarstellung, dabei Entscheidungsbefugnisse gehabt zu haben – die Tochtergesellschaft sei lediglich in strukturierenden und regulatorischen Funktionen tätig gewesen.
Trotz der Probleme meldete die BVK für 2025 eine Nettoverzinsung von 3,4 Prozent. Gleichzeitig formierten sich erste rechtliche Schritte: Mattil und Greger gründeten bereits eine Interessengemeinschaft für betroffene BVK-Mitglieder – Ärzte, Anwälte und andere Berufsgruppen, deren Altersvorsorge das Versorgungswerk verwaltet.
Im Juni 2026 weitete sich der Druck auf die Deutsche Finance Group direkt aus: Die Bafin ordnete an, dass das Unternehmen Auskünfte erteilen und Unterlagen vorlegen muss, und bestellte einen Sonderbeauftragten zur Überwachung. Rund 50.000 Privatanleger mit knapp 1,5 Milliarden Euro in den Publikumsfonds des Unternehmens sind betroffen.
Kanzleien fordern Transparenz
Die neue Interessengemeinschaft soll laut Mitteilung der Anwälte Informationen bündeln, rechtliche Entwicklungen begleiten und mögliche Ansprüche prüfen. Beide Kanzleien fordern „größtmögliche Transparenz und die Offenlegung aller für Anleger relevanten Informationen“. Konkrete Vorwürfe gegen die Deutsche Finance Group nennt die Mitteilung nicht.