Intensivierte Aufsicht der Bafin Mehr Lebensversicherer an der kurzen Leine

Sitz der Bafin in Bonn: Die Zahl der Lebensversicherer, die unter die intensivierte Aufsicht der Marktwächter fallen, ist gestiegen.  | © imago images / Schöning

Sitz der Bafin in Bonn: Die Zahl der Lebensversicherer, die unter die intensivierte Aufsicht der Marktwächter fallen, ist gestiegen. Foto: imago images / Schöning

Die Zahl der deutschen Lebensversicherungsgesellschaften, die aufgrund von Problemen unter der „intensivierten Aufsicht“ der Finanzaufsicht Bafin stehen, ist in den vergangenen Monaten gestiegen. Aktuell sind es „rund 20 Lebensversicherer“, berichtet die „Börsen-Zeitung“ (bezahlpflichtig). Das Blatt beruft sich auf die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion.

In die intensivierte Aufsicht werden den Angaben zufolge Institute einbezogen, bei denen sich aus der jährlichen Prognoserechnung mögliche mittel- und langfristige Schwierigkeiten ergeben. Ferner gilt die verschärfte Form der Aufsicht auch für Unternehmen, die Übergangsmaßnahmen anwenden, um die Kapitalanforderungen des für große Versicherungsgesellschaften maßgeblichen Regelwerks Solvency II zu erfüllen. 

Die Bafin unterteilt die Unternehmen, die sie strenger überwacht, in zwei Kategorien und macht daran zusätzliche Berichtspflichten fest: Vorstände von Lebensversicherern auf Stufe 1 der intensivierten Aufsicht müssen einen halbjährlichen Sachstandsbericht zu bereits ergriffenen sowie künftig möglichen Maßnahmen zur Finanzierbarkeit der eingegangenen Verpflichtungen abgeben. Unternehmen auf Stufe 2 müssen bei der Bafin zusätzlich eine Stellungnahme von Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfer zum Sachstandsbericht einholen und diese der Aufsicht vorlegen. Hinzu kommen mehr „Aufsichtsgespräche“ mit der Bafin. 

Bafin erwartet „Zahlen werden stark nach oben gehen“

Im Rahmen der Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht vom 29. Oktober 2019 bezifferte die Bafin die Zahl der intensiv beaufsichtigten Lebensversicherer auf 15, darunter zehn Anwender von Solvency II (Stufe 1: acht Unternehmen, Stufe 2: zwei) sowie fünf HGB-Bilanzierer (Stufe 1: drei Unternehmen, Stufe 2: zwei). Stichtag war der 31. Dezember 2018. Die Bafin ging damals davon aus, dass Zahlen „stark nach oben gehen“ würden.