Studie Institutionelle sind heiß auf Infrastruktur

Laut einer Studie erwärmen sich institutionelle deutsche Anleger für Infrastruktur. Für die Studie befragte die Vermögensverwaltung Commerz Real in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum für finanzielle Dienstleistungen der Steinbeis-Hochschule Berlin 114 institutionelle Anleger, darunter deutsche Versicherungen, Unternehmen, Pensionskassen, Versorgungswerke, kirchliche Einrichtungen, Stiftungen und Banken. Das höchste Anlagepotenzial sehen die Investoren in Energienetzen, beispielsweise für Wasser, Gas und Strom, sowie in alternativen und erneuerbaren Energien.

94 Prozent der Befragten erwarten aus solchen Anlagen stabile Erträge. Fast genauso wichtig ist 88 Prozent der Befragten, Einkünfte besser planen zu können. Dicht darauf folgt der Wunsch, Geldanlagen besser zu streuen (87 Prozent). Immerhin 79 Prozent nennen Inflationsschutz und Wertstabilität als wichtigen Grund für Infrastrukturanlagen.

Insgesamt hat heute fast jeder vierte institutionelle Anleger (23 Prozent) Anteile an Infrastrukturprojekten. Im Schnitt legen Anleger 0,9 des Portfolios in der Klasse an. Das ist fast ein Drittel mehr als 2010. Bei Versicherungen ist der Anteil an Infrastrukturanlagen besonders hoch. Sie legen bis zu 2 Prozent des Portfolios in Infrastrukturinvestments an.

Für die Zukunft erwarten die Studienautoren eine Verdoppelung der institutionellen Investoren in der Anlageklasse. Zeitgleich schätzen sie, dass der Infrastrukturanteil in den einzelnen Portfolios auf 2,2 Prozent steigt. Auch hier werden die Versicherungsgesellschaften wahrscheinlich die Vorreiterrolle übernehmen – die Wissenschaftler rechnen mit einem Portfolio-Anteil von 3,4 Prozent. Das entspräche einem Anlagevolumen von mehr als 40 Milliarden Euro.

Dem gestiegenen Interesse an Infrastrukturprojekten steht fehlendes Wissen gegenüber. Lediglich jeder sechste Befragte stufte sein Wissen über die Anlageklasse als „gut“ oder „sehr gut“ ein. Zwei Drittel gaben zu, nur „befriedigende“ oder gar nur „ausreichende“ Kenntnisse zu haben. Damit stagnierte das Wissen auf dem Wert von 2010.