Analyse Institutionelle setzen auf Artikel-8-Fonds und Auslandsmärkte

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Als größte Herausforderung im Zusammenhang mit Investitionen in Immobilien-Spezial-AIF betrachten die Befragten zurzeit die hohen Immobilienpreise beziehungsweise die geringen Anfangsrenditen. Sie wurden von 71 Prozent der Befragten genannt und somit deutlich häufiger als noch vor einem halben Jahr, als dieser Wert bei 42 Prozent lag. Jeweils 14 Prozent der Befragten sehen im Risiko von Preis- und Mietrückgängen beziehungsweise im geringen Angebot an geeigneten Investmentobjekten die größte Herausforderung, während kein Befragter mehr die Finanzierung von Immobilienkäufen nannte.

Immobilienpreise als größte Herausforderung

Auf die aktuellen Fragen zur Inflationsentwicklung gaben 53 Prozent an, sie rechneten in den kommenden zwölf Monaten mit einer annähernd gleichen Inflationsrate, 33 Prozent gehen von einem Rückgang der Inflationsrate aus, und 14 Prozent rechnen mit einer weiteren Zunahme der Inflation. Auf Sicht von drei Jahren gehen jeweils 45 Prozent der Befragten davon aus, dass sich die Inflationsrate in einer Größenordnung von 2,0 Prozent einpendeln beziehungsweise im Schnitt bei 2,5-3,0 Prozent liegen wird. 10 Prozent der Befragten rechnen künftig mit Inflationsraten von deutlich mehr als 3,0 Prozent.

Bei der Umsetzung der EU-Offenlegungsverordnung sehen sich 67 Prozent der Befragten auf einem ähnlichen Stand wie ihre Wettbewerber, 14 Prozent kommen nach eigener Einschätzung schneller an als andere, und 19 Prozent gaben an, dass sich dies aufwändiger gestalte als erwartet. Bei neuen Investitionen legt eine überraschend deutliche Mehrheit von 60 Prozent Wert darauf, dass sie die Kriterien nach Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung erfüllen. 10 Prozent erwarten, dass Neuanlagen die Kriterien gemäß Artikel 9 erfüllen, während 30 Prozent auch Artikel-6-Investments als ausreichend erachten.


„Nach nunmehr drei Befragungen im Rahmen unseres Fondsmonitors kristallisieren sich erste Trends heraus. Zum einen beobachten wir ein stetig zunehmendes Interesse an Immobilien-Spezial-AIF insgesamt. Zum anderen können wir sehen, dass sich kaum dämpfende Effekte der CoronaPandemie auf die indirekte Immobilienanlage mittels Immobilien-Spezial-AIF feststellen lassen und dass die Befragten die aktuelle Marktsituation und die Perspektiven zuversichtlich beurteilen“, sagt Sven Helmer, Geschäftsführer von Lagrange.

Kaum Corona-Effekte festzustellen

„Darüber hinaus wird inzwischen eine Entwicklung der Präferenzen bezüglich der infrage kommenden Immobilien-Assetklassen und Zielmärkte sichtbar. Neben den beiden Favoriten Wohnen und Logistik ist vor allem interessant, dass der lebensmittelgeankerte Einzelhandel angesichts seiner systemrelevanten Rolle in der Pandemie zuletzt deutlich an Attraktivität gewonnen hat und dass es für Büroinvestments ungeachtet der Lockdowns und der teilweisen Arbeit im Homeoffice weiterhin eine robuste Nachfrage gibt.“

Monika Bednarz, Direktorin von Lagrange, ergänzt: „Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass die Finanzierung von Immobilieninvestments institutionellen Investoren offenbar keinerlei Probleme bereitet und das Risiko von Preis- und Mietrückgängen zuletzt deutlich geringer eingeschätzt wurde, während die Renditekompression als größte Herausforderung angesehen wird. Das geringe Objektangebot ist zwar für Einige noch ein Thema, scheint aber zumindest für Investoren mit guten Marktzugang lösbar zu sein. Bezüglich der Inflationsentwicklung sind die Erwartungen mehrheitlich moderat, und im Hinblick auf das Thema ESG fällt auf, dass bereits 70 Prozent der Investoren bei Neuanlagen verlangen, dass diese mindestens die Anforderungen gemäß Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung erfüllen.“

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