Reaktion auf Abschwung der Aktienmärkte Institutionelle fahren Investitionen in Privatmarkt-Fonds zurück

Eine Baustelle im Stadtteil Chelsea, New York

Eine Baustelle im Stadtteil Chelsea, New York: Institutionelle Anleger haben im ersten Halbjahr ihre Investitionen in die Privatmärkte - darunter Immobilienfonds - zurückgefahren. Foto: imago images/Levine-Roberts

Pensions- und Staatsfonds haben in der ersten Jahreshälfte 2022 so schnell wie noch nie ihre Anteile an Private-Equity- und Risikokapitalfonds verringert: In den ersten sechs Monaten verkauften sie Beteiligungen an privaten Fonds im Wert von 33 Milliarden US-Dollar. 2021 waren es im gleichen Zeitraum nur 19 Milliarden Dollar. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf Daten der US-Investmentbank Jefferies.

Die Entwicklung sei ein deutliches Signal dafür, dass der Abschwung an den Aktienmärkten auf die privaten Märkte übergreift, die in der Niedrigzinsära lange boomten. Die von den Zentralbanken der westlichen Industriestaaten eingeläutete Zinswende lässt die Zuflüsse in Beteiligungs- und Risikokapital jedoch schwinden.

 

 

Der Schritt der Pensionsfonds, sich von Beteiligungen zu trennen, liegt insbesondere im Abschwung der Aktienmärkte begründet. Weil die Werte der Privatinvestitionen – von Buyout-Firmen bis hin zu Risikokapital- und Immobilienfonds – nicht im gleichen Maße sanken, waren diese in den Gesamtportfolios der Institutionellen übergewichtet. Um vorgegebene Anlageregeln einzuhalten, mussten die Fonds ihre Privatinvestitionen verkaufen – teilweise mit erheblichen Abschlägen.

Verkauf von Privatinvestitionen mit großem Abschlag

Im Durchschnitt wurden Anteile an Buyout-, Risikokapital- und Immobilienfonds im ersten Halbjahr für nur 86 Prozent ihres Nennwerts veräußert, was laut Jefferies der größte Abschlag seit Beginn der Corona-Pandemie ist. Anteile an Risikokapitalfonds wurden zu 71 Prozent ihrer letzten Bewertung verkauft.