Studie von Aviva Investors Institutionelle Investoren setzen auf Netto-Null – und wollen mehr Sachwerte

Daniel McHugh, Investmentchef für Sachwerte bei Aviva Investors

Daniel McHugh, Investmentchef für Sachwerte bei Aviva Investors: Netto-Null-Ziele sind bei institutionellen Investoren immer häufiger ein wichtiges Thema. Foto: Aviva Investors

Aviva Investors hat in der jährlichen Sachwerte-Umfrage mehr als 1.100 Entscheidungsträger von globalen Versichern und Pensionsfonds befragt. Mehr als Hälfte der Befragten wollen bis 2050 eine Netto-Null im Portfolio erreichen – also Klimaneutralität. Im vergangenen Jahr lag der Anteil ganze 12 Prozentpunkte niedriger. Inzwischen sehen 80 Prozent der Befragten die Umweltbelastungen ihrer Investitionen als belastend, Klima- und ESG-Faktoren dürften deshalb wichtiger für institutionelle Investoren werden.

„In diesem Zuge haben wir einen grundlegenden Wandel festgestellt – hin zur Messung und Quantifizierung dieser Faktoren und weg von Lippenbekenntnissen in Form von Versprechungen und Angleichungen an politische Vorgaben“, erklärt Daniel McHugh, Investmentchef für Sachwerte bei Aviva Investors. So ist für Versicherer vor allem das physische Klimarisiko entscheidend, Pensionsfonds legen einen hohen Fokus auf die Risiken des Klimawandels. Gleichwohl erwarten sie von Asset Managern eine gewisse Transparenz bei nachhaltigen Sachwertinvestments, wenn diese Faktoren mit einbezogen werden.

Sachwerte bleiben gefragt, eine Anlageklasse ist noch gefragter

Der Appetit institutioneller Anleger auf Sachwerte bleibt aber dennoch groß: 82 Prozent der Versicherer und 77 Prozent der Pensionsfonds wollen ihre Allokationen in den nächsten zwölf Monaten erhöhen oder beibehalten. Einzig der Ausbau der Aktieninvestments ist den institutionellen Investoren noch ein wenig wichtiger als Sachwerte. Dass letztere gefragt sind, begründet McHugh mit robusten Einkommensströmen auch in der Krise sowie mit den konsistenten Renditen und einer geringeren Volatilität.

Hindernisse bei Sachwertinvestments sind laut der Umfrage für Versicherer vor allem Regulierungen, Kreditrisiken und die Illiquidität. Bei den Pensionsfonds stehen neben der Illiquidität auch der Mangel von Alternatives-Experten oder staatliche Einschränkungen bei der Wahl der Investments einem größeren Sachwerte-Engagement entgegen. 

Bei den Trends, die Sachwerte attraktiv machen, liegt für Versicherer und Pensionsfonds gleichermaßen das Homeoffice auf dem ersten Rang. Danach werden das Wachstum im Logisitkbereich sowie beim Ausbau von Datenzentren genannt. Auch das durch Corona veränderte Reise- und Pendelverhalten eröffnet laut der institutionellen Investoren Chancen für Sachwertinvestments.