Alternative Anlageklasse Institutionelle Investoren betreten das Fußballfeld – „nie dagewenes Interesse“

Fußballspiel zwischen FC Bayern München und Borussia Dortmund

Szene aus einem Spiel des FC Bayern München und Borussia Dortmund in der Münchener Allianz-Arena im April 2022: Der Profifußball zieht immer mehr externe Investoren an. Foto: imago images/Plusphoto

Der Profifußball wird von institutionellen immer stärker als alternative Anlageklasse wahrgenommen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von Deloitte. „Sport wird von den Anlegern inzwischen als eigenständige Anlageklasse betrachtet, und das Wachstum des Fußballs und der Branchen, die ihn bedienen (zum Beispiel Medien, Technologie, Gastgewerbe), steht im Mittelpunkt dieser Entwicklung“, heißt es in der jüngsten Ausgabe des Annual Review of Football Finance.

Corona-Pandemie sorgte für Zunahme externer Investoren

Die Beratungsgesellschaft beobachte ein nie dagewesenes Interesse von institutionellen Anlegern, vermögenden Privatpersonen und Private-Equity-Investoren. Insbesondere die wirtschaftlichen Schäden durch die Corona-Pandemie hätten im Profifußball zu einem Anstieg externer Investitionen geführt. Mehr als zwei Drittel der Investments kamen dabei aus den USA. „Die Folgen der Pandemie haben die finanzielle Lage der Klubs stark belastet und dazu geführt, dass externe Investoren auf Klub- und Ligaebene mit an Bord geholt wurden“, sagt Kim Lachmann, Senior Managerin der Sport Business Gruppe bei Deloitte.

 

 

Wie auch im Vorjahr war die Fußball-Saison 2020/21 von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie geprägt. Trotz langer Abwesenheit der Fans stiegen die Umsätze (exklusive Transfererlöse) im europäischen Fußballmarkt allerdings wieder um rund 10 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro.

Die fünf großen Ligen aus England, Spanien, Deutschland, Italien und Frankreich vereinen einen Anteil von 57 Prozent der Gesamtumsätze des europäischen Fußballmarktes auf sich. Die „Big Five“-Ligen verbuchten in der Saison 2020/21 vor allem getrieben durch Umsatzsteigerungen in Folge höherer Medienerlöse in der englischen Premier League und der italienischen Serie A ein Wachstum der aggregierten Einnahmen um 0,5 Milliarden Euro (plus drei Prozent) auf 15,6 Milliarden Euro.