Dr. Hengster, Loesch & Kollegen Institutionelle Investoren nutzen Alternatives als Rentenersatz

Rupert Hengster, Geschäftsführer bei Dr. Hengster, Loesch & Kollegen

Rupert Hengster, Geschäftsführer bei Dr. Hengster, Loesch & Kollegen: Alternative Anlagen gewinnen für institutionelle Investoren weiter an Bedeutung. Foto: Dr. Hengster, Loesch & Kollegen

Schon 2020 hat Rupert Hengster ein zunehmendes Interesse an Sachwertinvestments als „Rentenersatz“ bei institutionellen Investoren im deutschsprachigen Raum beobachtet. Das werde sich dieses Jahr fortsetzen, ist der Geschäftsführer von Dr. Hengster, Loesch & Kollegen (HLK), dem unabhängigen Finanzberater für institutionelle Investoren, überzeugt. Denn die Rahmenbedingungen bleiben die gleichen. „Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die zu geringen Risikoprämien für schlechte Bonitäten zwingen Investoren, ihre Quoten für Fixed-Income-Investments in der Asset Allocation weiter zu reduzieren. Dies kommt Real Assets zugute“, sagt Hengster. Er sieht vor allem Nachfrage nach Immobilien, Private Debt, Private Equity und Infrastruktur.

Gleichzeitig bleibe die Aktienquote bei Institutionellen in Deutschland und Österreich im internationalen Vergleich gering. Viele hätten schlichtweg den Wiedereinstieg nach dem Kurseinbruch im Frühjahr 2020 verpasst und warteten nun mit ihren Neuengagements auf deutliche Korrekturen, die aber bisher ausgeblieben sind.

Kreativität bei ausgeschöpften Immobilienquoten

 Da viele institutionelle Investoren einen hohen Bedarf an Investments mit stabilen und möglichst langfristigen Cash-Flows und wenig Volatilität haben, bleiben Hengsters Ansicht nach Immobilien besonders beliebt. Allerdings seien vorgeschriebene Quoten bei den Investoren zum Teil bereits ausgeschöpft sind. „Mögliche Lösungen sind für manche Investoren die genehmigungspflichtige Ausweitung der Immobilienquote oder die Nutzung kreativer Strukturierungsansätze, wie etwa im Bereich Private Debt Real Estate“, so Hengster.

Neben dem Trend zu alternativen Anlagen konstatiert Hengster eine wachsende Bedeutung von ESG-Aspekten in der Kapitalanlage institutioneller Investoren: „Wir sehen im deutschsprachigen Raum aber teilweise noch eine gewisse Skepsis und nicht alle Investoren denken und handeln bereits in diese Richtung. In Zukunft führt jedoch kein Weg an nachhaltigen Kapitalanlagen vorbei.“