Offene Immobilienfonds Institutionelle Investoren kritisieren die neuen Regeln

Die Gesetzesänderungen im Bereich der offenen Immobilienfonds machen den institutionellen Investoren zu schaffen. Zwar begrüßt eine große Mehrheit von 93 Prozent die angestrebte Trennung zwischen privaten und institutionellen Investoren. Allerdings hält knapp die Hälfte der Befragten die seit April geltenden neuen Regelungen, die dem Anlegerschutz dienen sollen, für nicht gelungen.

Dies geht aus einer Umfrage der Immobilien-Investmentgesellschaft Schroders Property unter 112 professionellen Anlegern hervor.

Für mehr als jeden Dritten (38 Prozent) ist die zweijährige Mindesthaltefrist ein Grund, künftig nicht mehr in diese Anlageklasse zu investieren. Die gleiche Anzahl nannte die zwölfmonatige Rückgabefrist als Grund, von Neuinvestitionen in offene Immobilienfonds abzusehen.

Deutsche Versicherungsunternehmen werden zukünftig keine Mittel mehr in Immobilien-Publikumsfonds stecken könnten, sagt Michael Ruhl, Geschäftsführer von Schroders Property. Denn das Versicherungsaufsichtsgesetz erlaubt ihnen nur Investitionen mit einer maximalen Kündigungsfrist von sechs Monaten.

Insgesamt gaben 65 Prozent der Befragten an, derzeit offene Immobilienfonds im Portfolio zu haben. Doch nur die Hälfte dieser Gruppe plant in den nächsten 12 Monaten neue Fondsanteile hinzuzukaufen. Jeder dritte Befragte hingegen möchte seine Positionen in Immobilien-Publikumsfonds demnächst auflösen.

Als Alternative sehen die meisten Umfrageteilnehmer Spezialfonds an: 58 Prozent der befragten Versicherungen, Kreditinstitute, Family Offices und Pensionskassen haben diese bereits ins Portfolio aufgenommen.

Fondsanbietern stehen schwierige Zeiten bevor, meint Ruhl. Denn große Publikumsfonds werden es schwer haben, ihr Volumen zu halten, falls institutionelle Anleger verkaufen.