Spezial-Immobilien Institutionelle Investoren entdecken Rechenzentren

Guillaume Masset von Principal Real Estate Europe

Guillaume Masset von Principal Real Estate Europe: Der Immobilienexperte sieht gute Chancen bei europäsichen Rechenzentren. Foto: Principal Real Estate Europe

Ob als spezielles Immobiliensegment oder als digitales Infrastrukturprojekt, Rechenzentren geraten verstärkt in den Anlegerfokus: „Institutionelle Investoren haben die Chancen von Rechenzentren erkannt“, so Guillaume Masset, Leiter Transaktionen & Asset Management bei Principal Real Estate Europe, in einem aktuellen Research-Paper. Nach Zahlen von Cushman & Wakefield haben sie in dieses spezielle Segment in den vergangenen zehn Jahren mehr als 100 Milliarden US-Dollar investiert. Die Folge: „Die Mietverträge werden standardisierter, und es gibt zunehmend Verträge, bei denen Betriebskosten vom Vermieter auf den Mieter übergehen“, so Masset. Aktuell hält er vor allem europäische Standorte für interessant, insbesondere die FLAP-Märkte: Frankfurt, London, Amsterdam und Paris.

Vier Gründe sprechen seiner Ansicht nach für Rechenzentren in diesen Märkten. Erstens seien sie besonders gut an die globalen Glasfasernetze angebunden und damit wichtige Zugangspunkte für den weltweiten Datenverkehr. Zweitens nehme der Datenverkehr, nochmals verstärkt durch die Pandemie, rasant zu und die großen Knotenpunkte gewinnen an Bedeutung.

Drittens sieht Masset hohe Markteintrittshürden für neue Anbieter, unter anderem wegen des begrenzten Platzangebots und regulatorischer Anforderungen. Das steigere den Wert bereits etablierter Knotenpunkte und der hier angesiedelten Anbieter. Viertens ist Masset überzeugt, dass die Nachfrage von institutionellen Investoren nach Rechenzentren als eigene Immobilienklasse steigt. Asset Manager werden daher verstärkt entsprechende Produkte anbieten und den Markt so investierbar machen. Und das wiederum steigert die Preise.