Blackrock-Chef Larry Fink Institutionelle haben kein großes Interesse an Kryptowährungen

Larry Fink

Larry Fink: Der Gründer des Vermögensverwalters Blackrock sieht bei seinen institutionellen Kunden kein großes Interesse an Kryptowährungen Foto: Imago Images / Xinhua

Die Kurse von Bitcoin und sogar die als Spaßwährung eingeführte Cyberdevise Dogecoin steigen. Durch den Börsengang der US-Kryptobörse Coinbase hat die Szene um digitale Währungen nun auch offiziell den Aktienmarkt erreicht. Mögliche Einstiege zahlreicher institutioneller Investoren gelten als Antriebskraft. Unternehmen wie Tesla, Microstrategy, PayPal und Square haben vorgelegt. Großbanken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs wollen ihren Kunden bald den Handel mit Kryptowährungen ermöglichen.

Larry Fink, der Gründer von Blackrock, dem mit 7,4 Billionen Euro verwaltetem Vermögen, größten Vermögensverwalter der Welt, zweifelt dennoch daran, dass Institutionelle im großen Stil in Krypowährungen investieren werden. In der CNBC-Sendung "Squawk Box" verrät er, dass diese bisher höchstens vereinzelt Gegenstand der Diskussionen mit den Kunden der Investmentgesellschaft gewesen sind. „Bei unseren breit angelegten Kundenbeziehungen haben wir sehr wenig Anknüpfungspunkte zur Diskussion über Kryptowährungen gehabt, außer einer Faszination", so Fink. Zwar sei es auch durchaus möglich, dass Blackrock-Kunden über dieses Thema mit anderen Marktteilnehmern diskutieren, seinem Empfinden nach bestehe aber kein großes Interesse seitens institutioneller Investoren.


Dennoch denkt Fink, dass digitale Währungen das Potenzial haben, „eine großartige Anlageklasse“ zu werden: „Wir untersuchen das Thema, verdienen damit Geld, aber ich bin nicht hier, um Ihnen zu sagen, dass wir ein breit angelegtes Interesse von Institutionen weltweit sehen.“ Erst im Februar berichtete Rick Rieder, der Leiter IT von Blackrock, dass das Unternehmen sich gegenüber Kryptowährungen positioniert habe, nachdem auf der Unternehmenswebseite eine Stellenausschreibung für einen Krypto-Experten entdeckt wurde. Fink bestätigt das Engagement seines Konzerns in den Krypto-Trend nun.

Andere Themen spielen für Investmententscheidungen der Blackrock-Kunden eine viel größer Rolle. Allen voran führe man viele Gespräche mit institutionellen Anlegern über Klimarisiken und wie ihre Portfolios an diese Herausforderungen angepasst werden können, so Fink. Aber auch die Entwicklung der Wirtschaft sei eine häufige Sorge seiner Kunden. „Die Gespräche über [Haushalts-]Defizite und ... über das Inflationsrisiko sind bei unseren Kunden weltweit viel dominanter als die ganze Diskussion über Kryptowährungen.“

Unabhängig davon, wie sich die Nachfrage nach Internetwährungen entwickelt, ist Fink zuversichtlich, was den Aktienmarkt angeht: „Ich glaube, dass die Märkte aufgrund des monetären Stimulus, des fiskalischen Stimulus, des angesparten Bargelds und der Erträge in Ordnung sind. Die Märkte werden weiterhin stärker sein."