Institutionelle Anleger blicken mit Vorsicht auf das Jahr 2026. Laut einer aktuellen Umfrage von Natixis unter 515 Teilnehmern in 29 Ländern rechnen 74 Prozent der befragten Investoren mit einer Marktkorrektur. Fast die Hälfte (46 Prozent) erwartet einen Rückgang zwischen 10 und 20 Prozent.
Geopolitik überholt Rezessionssorgen
Erstmals seit Jahren hat sich die Risikowahrnehmung verschoben: 49 Prozent der Befragten sehen geopolitische Risiken als größte Bedrohung – noch vor der Angst vor einer Tech-Blase oder einer Rezession. Zwei Drittel befürchten, dass das schwache Wachstum Vorbote einer Rezession sein könnte. Besonders die Sorge vor steigender Arbeitslosigkeit ist in Nordamerika (66 Prozent) und Großbritannien (64 Prozent) ausgeprägt.
Die Unsicherheit über Zölle und Handelspolitik bleibt hoch: 77 Prozent weltweit und 84 Prozent in Nordamerika gehen davon aus, dass das Zollumfeld 2026 weiter volatil bleibt. Gleichzeitig glauben 68 Prozent nicht daran, dass die Produktion in nennenswertem Umfang in die USA zurückkehren wird.
Umschichtung in europäische und asiatische Aktien
Die Studienergebnisse zeigen eine deutliche regionale Neuausrichtung: 76 Prozent der institutionellen Anleger wollen ihre Positionen in US-Aktien reduzieren oder halten. Dagegen planen 88 Prozent, in europäische Aktien zu investieren oder ihre Positionen aufzustocken. Für den Raum Asien-Pazifik liegt dieser Wert bei 90 Prozent.
Beim Blick auf verschiedene Branchen setzen 62 Prozent auf eine Outperformance von Technologie – getrieben durch Hoffnungen auf künstliche Intelligenz. 65 Prozent erwarten, dass KI das Wachstum antreibt, obwohl 46 Prozent gleichzeitig eine Blasenbildung befürchten. Defensive Branchen wie Gesundheit und Energie folgen auf den Plätzen.
Aktives Management und alternative Anlagen im Fokus
Die Mehrheit der institutionellen Investoren (71 Prozent) erwartet, dass aktive Strategien passive Ansätze 2026 übertreffen werden. Insgesamt rechnen 62 Prozent damit, dass aktive Investments besser abschneiden als passive.
Bei der Portfoliostruktur bevorzugen 65 Prozent eine Aufteilung von 60 Prozent Aktien, 20 Prozent Anleihen und 20 Prozent alternativen Anlagen. Private Assets machen dabei 78 Prozent der Allokation in alternative Investments aus. Zwei Drittel sehen in privaten Anlagen ein höheres Renditepotenzial als in öffentlichen Märkten.
Geteilte Meinung über Anleihen
Bei festverzinslichen Wertpapieren herrscht Uneinigkeit: 50 Prozent erwarten einen reibungslosen Rückgang der Zinsen, die andere Hälfte rechnet mit Störungen auf diesem Weg. Als größte Portfoliorisiken nennen jeweils 45 Prozent Bewertungen, Inflation und Zinsen. Volatilität (38 Prozent) und Konzentrationsrisiken (32 Prozent) folgen dahinter.
